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Bad Wörishofen

26.06.2019

Bürgermedaille für Tafel-Gründerin

Bürgermeister Paul Gruschka bedankte sich bei Ilse Siefert-Westphal für deren Einsatz für Menschen, die Hilfe nötig haben. Im Sitzungssaal des Rathauses überreichte Gruschka ihr dafür die Bürgermedaille Bad Wörishofens.
Bild: Markus Heinrich

Ilse Siefert-Westphal erkannte in Bad Wörishofen einen großen Bedarf an Hilfe und handelte. Für ihr großes Engagement erhielt sie nun die verdiente Würdigung.

Ehre, wem Ehre gebührt: Für eine Auszeichnung der Tafel-Gründerin Ilse Siefert-Westphal hatten sich gleich zahlreiche Bürger eingesetzt. Bad Wörishofens Stadtrat schloss sich an und verlieh Siefert-Westphal nun die Bürgermedaille. Bürgermeister Paul Gruschka (FW) überreichte Westphal die Auszeichnung am Montagabend im Rahmen der Stadtratssitzung.

„Sie haben damals nicht nur gesehen, dass wir in Bad Wörishofen eine Tafel brauchen, Sie haben das auch umgesetzt“, erinnerte Gruschka an die Anfänge in den Jahren 2004 und 2005. „Allein deshalb wäre Pfarrer Kneipp stolz auf Sie.“ Bekanntlich hatte Kneipp auch so gehandelt, wenn er Missstände erkannte. Gruschka erinnerte aber auch an die Vorbehalte, die es damals gab. „Nicht alle waren begeistert, denn man fürchtete um den Ruf der Kneippstadt“, sagte der Bürgermeister. Gruschka selbst war damals noch nicht im Amt, allerdings Mitglied im Rotary Club. Dort hatte Siefert-Westphal ebenfalls für eine Tafel geworben. „Ich erinnere mich bis heute an Ihre flammende Rede dort“, sagte Gruschka.

Gute Nachricht für die Tafel-Kunden in Bad Wörishofen

Eine gute Nachricht hatte der Bürgermeister zudem parat. „Tafel-Kunden dürfen künftig die Kurkonzerte kostenlos hören“, verkündete er. Zu Siefert-Westphal sagte er: „Sie haben die Bürgermedaille wahrlich verdient.“ Dieser Meinung sind auch Regine Glöckner von der Bürgerinitiative Kneippjubiläum 2021 und alle anderen, die eine Auszeichnung für die einstige Psychotherapeutin gefordert hatten. Vor der Sitzung machte Glöckner dem Unmut der Unterzeichner Luft, die nur zufällig von der Ehrung erfahren hätten. „So sehr uns die bevorstehende Ehrung für Frau Siefert-Westphal freut, so knallhart trifft uns die Art und Weise des Umganges, ja, die Ignoranz des Bürgermeisters gegenüber den Impulsgebern für diese Auszeichnung“, teilte die Bürgerinitiative mit. So sei es nicht mehr möglich gewesen, etwa einen Festakt in den Räumen der Tafel auszurichten, sagte Glöckner auch in der Sitzung, wo sie Siefert-Westphal in einer Rede würdigte.

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Geschenk mit besonderem Hintergrund

Als Geschenk überreichte Glöckner einen Schwamm, dessen viele guten Eigenschaften sie auch an der neuen Trägerin der Bürgermedaille ausmachte: „erlesen, wertvoll, selten“ und noch vieles mehr. Siefert-Westphal sei „ein Vorbild für alle“. Die Geehrte selbst erinnerte daran, wie sie vor 23 Jahren nach Bad Wörishofen kam und später, nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes, einige Weichen neu stellen musste. „Pack’ an, habe ich mir damals gesagt“, berichtete sie.

Siefert-Westphal schaute nach, wo Hilfe nötig war. Eine Recherche habe schnell gezeigt, dass damals schon über 400 Menschen „Anrecht auf Unterstützung hatten“, berichtete sie dem Stadtrat und den etwa 50 Zuhörern im Saal. Siefert-Westphal legte los, immer unterstützt von Mitstreitern.

„Seht das heute auch als Euren Verdienst an“, rief sie den Unterstützern zu. „Ich bin sehr bewegt, voller Freude und wild entschlossen gesund zu bleiben, damit ich es noch eine Weile machen kann“, sagte sie – und löste damit lautstarken Applaus im Rund der Räte und der Zuhörer aus.

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