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Stetten

08.06.2019

Bürgermeisterwahl: Nun doch zwei Kandidaten in Stetten

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Um den Sitz im Stettener Rathaus bewerben sich nun doch zwei Kandidaten: Nach Robert Kopp hat jetzt auch der bisherige Zweite Bürgermeister Uwe Gelhardt erklärt, bei der Bürgermeisterwahl am 21. Juli kandidieren zu wollen.
Bild: Sandra Baumberger

Neben Robert Kopp bewirbt sich auch Uwe Gelhardt um das Bürgermeisteramt. Auf dem Stimmzettel wird man seinen Namen allerdings nicht ankreuzen können.

Anfang der Woche sah es noch ganz danach aus, als wäre Robert Kopp der einzige Anwärter auf das Bürgermeisteramt in Stetten. (Mehr dazu lesen Sie hier: Wohl nur ein Kandidat bei Wahl in Stetten ) Bis zum Ablauf der Nominierungsfrist, die daraufhin um eine weitere Woche verlängert wurde, hatte er sich als einziger Kandidat gemeldet. Doch nun hat überraschend auch der parteilose Uwe Gelhardt, der das Amt nach dem Tod von Bürgermeister Richard Linzing kommissarisch übernommen hat, Interesse bekundet, ins Rathaus einzuziehen.

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Weil die verlängerte Nominierungsfrist bereits abgelaufen ist, wird sein Name allerdings nicht auf den Stimmzetteln stehen. Wer ihn wählen möchte, muss Uwe Gelhardts Namen stattdessen selbst auf den Stimmzettel schreiben – und zwar Vor- und Nachname. Sollte Letzterer etwa wegen des „dt“ am Ende falsch geschrieben sein, ist das laut der Verwaltungsgemeinschaft Dirlewang kein Problem. Die beiden Namen müssen lediglich so geschrieben sein, dass der Wählerwille eindeutig erkennbar ist. Der Nachname allein genügt nicht, weil damit etwa auch Gelhardts Ehefrau gemeint sein könnte.

Uwe Gelhardt ist bislang zweiter Bürgermeister von Stetten

Dass er sich erst nach Ablauf der Nominierungsfrist gemeldet hat, hat laut Gelhardt mehrere Gründe. So habe er nach Richard Linzings überraschendem Tod als Zweiter Bürgermeister schlicht erst einmal anderes zu tun gehabt, als sich Gedanken über eine etwaige Kandidatur zu machen. Später habe er das Thema mit seiner Frau besprochen, die zunächst alles andere als begeistert war, wie er offen zugibt. Als die Familie schließlich aber doch eingewilligt hatte, brauchte der Servicetechniker noch die Zustimmung seines Arbeitgebers. Denn im Falle seiner Wahl möchte er deutlich weniger arbeiten als bisher, um Zeit zu haben für das ehrenamtliche Bürgermeisteramt. „Und das hat eben alles ein bisschen gedauert“, so Gelhardt. Der 52-Jährige stammt aus Sachsen, lebt seit 19 Jahren in Erisried und ist 2014 über die Liste der Dorfgemeinschaft Erisried in den Stettener Gemeinderat eingezogen. Seit der vorgezogenen Bürgermeisterwahl 2015 ist er außerdem Zweiter Bürgermeister der Gemeinde. Deshalb wisse er schon viel und könne die Arbeit der vergangenen fünf Jahre fortführen. Der Gemeinderat stehe zu 100 Prozent hinter ihm. „Sonst hätte ich das nicht gemacht“, sagt Gelhardt.

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Dass die Wähler auf dem Stimmzettel nicht einfach ein Kreuz bei seinem Namen machen, sondern diesen aufschreiben müssen, sei bestimmt ein gewisser Nachteil, doch das nimmt Gelhardt gelassen: Wer ihn als Bürgermeister wolle, sei dazu bestimmt in der Lage.

Als größte Projekte der kommenden Jahre nennt er neben „Gas und Glas“, das bereits angelaufen und an mehreren Baustellen im Ort sichtbar ist, die Fertigstellung der Dorferneuerung in Erisried, die derzeit ebenfalls in vollem Gange ist, die Sanierung des Feuerwehrhauses in Erisried und die Dorferneuerung in Stetten, zu der wie berichtet auch der geplante Neubau einer Kindertagesstätte in Stetten gehört. „Es wird definitiv nicht langweilig“, so Gelhardt, der auch neue Baugebiete auf der Agenda hat.

Beide Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Stetten wohnen in Erisried

Sollte er dem ebenfalls aus Erisried stammenden Robert Kopp unterliegen, könnte sich Gelhardt vorstellen, bis zur Kommunalwahl im nächsten Jahr Zweiter Bürgermeister zu bleiben – sofern der Gemeinderat damit einverstanden wäre. „Ich bin ein guter Verlierer. Ich brauch’ das Amt nicht für mein Ego. Ich mach’ das aus Überzeugung und weil’s mir Spaß macht“, betont der Vater zweier erwachsener Kinder, der in seiner Freizeit gerne Rad fährt und Wandern geht.

Sein Gegenkandidat Robert Kopp, ein gebürtiger Schwabmünchner, radelt ebenfalls gern, spielt außerdem Tennis und nennt als weitere Hobbies Fliegenfischen und Kochen. Der selbstständige Bausachverständige und -gutachter lebt seit 17 Jahren in Erisried und ist Vorsitzender des CSU-Ortsverbands. Im Gemeinderat war der 53-Jährige bislang nicht vertreten.

Die Wahl am 21. Juli ist sein dritter Versuch, das Bürgermeisteramt zu übernehmen: Er hatte sich bereits nach dem Ausscheiden von Peter Schropp 2014 zur Wahl gestellt, war dann aber seinem Herausforderer Siegfried Jakob – wie Gelhardt damals ein Überraschungskandidat – mit 37 Stimmen knapp unterlegen.

Als dieser sein Amt nach rund einem Jahr aufgab, trat Robert Kopp gegen Richard Linzing an, der die Wahl mit einem Vorsprung von 17 Stimmen für sich entschied. Nach reiflicher Überlegung hatte Kopp sich zu seiner nun dritten Kandidatur bereit erklärt. Tim Hentrich, der stellvertretende Vorsitzende der Stettener CSU lobte ihn als „unseren besten Mann und unsere beste Lösung“.

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