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Bürgermeisterwahl: Tussenhausener Intrigantenstadel

Bürgermeisterwahl: Tussenhausener Intrigantenstadel
Kommentar Von Johann Stoll
13.12.2019

Plus In Tussenhausen will eine Gruppe den amtierenden Bürgermeister Johannes Ruf stürzen. Ihre Methoden tragen nicht zum Vertrauen in die Demokratie bei.

In den vergangenen Tagen haben sich in Tussenhausen die Ereignisse überschlagen. Erbitterte Gegner des amtierenden Bürgermeisters zogen hinter den Kulissen kräftig die Strippen. Ziel des Eifers: Den amtierenden Bürgermeister Johannes Ruf aus dem Amt zu kegeln. (Hier erfahren Sie mehr: So soll Tussenhausens Bürgermeister Ruf gestürzt werden)

Schon vor mehreren Wochen hatten sich Unzufriedene per Chiffre-Anzeige auf die Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten gemacht. Dagegen ist auch nichts zu sagen. Offenbar war der Erfolg aber ausgeblieben.

Vier Gemeinderäte stellten einen Antrag zum Amt des Bürgermeisters

Vor wenigen Tagen nun haben vier Gemeinderäte die Daumenschrauben angezogen. Sie formulierten den Antrag, dass das Bürgermeisteramt von Tussenhausen in der neuen Wahlperiode von hauptamtlich auf ehrenamtlich zurückgestuft wird. Dieser Antrag muss innerhalb kürzester Zeit behandelt werden. Das soll nun am morgigen Sonntag, 18 Uhr, in öffentlicher Sitzung geschehen.

Bürgermeisterwahl: Tussenhausener Intrigantenstadel

Auch Franz Josef Pschierer war beteiligt an der Suche

Diesen Donnerstagabend nun sollte Johannes Ruf in seinem Heimatdorf Zaisertshofen als Bürgermeisterkandidat aufgestellt werden. Das haben seine Gegner genutzt und mit Edgar Putz ohne Vorwarnung einen eigenen Kandidaten aus dem Hut gezaubert, der an dem Abend dann prompt mehr Stimmen bekam. Mitgeholfen hat im Hintergrund auch der Stimmkreisabgeordnete Franz Josef Pschierer, der den Leiter der Abfallwirtschaft am Landratsamt, Edgar Putz, vermittelt hatte. Eine konspirative Sitzung dazu fand in dieser Woche im Büro des Stimmkreisabgeordneten statt.

Solche Aktionen schaden der Demokratie

Wenn Politik so funktioniert, muss man sich nicht wundern, wenn sich die Menschen abwenden. Dass Edgar Putz das Spiel mitgemacht hat, beschädigt auch ihn. Um nicht missverstanden zu werden: Es ist erfreulich, wenn sich mehr als ein Bewerber um ein Bürgermeisteramt bemüht. Das ist Demokratie. Aber ohne Vorwarnung seine Bataillone zusammenzuziehen und den arglosen Amtsinhaber ins offene Messer laufen zu lassen, das ist schlechter Stil. Da muss sich jeder fähige Bürgermeisterkandidat künftig die Frage stellen, ob er sich wirklich einen solchen Intrigantenstadel antun mag. Das schadet der Demokratie.

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