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Bundestagswahl
01.09.2021

Christian Armster will für "Die Partei" in den Bundestag

Christian Armster

Der Obergünzburger Christian Armster bewirbt sich für die Satire-Partei "Die Partei" um einen Platz im Parlament. Sollte das tatsächlich passieren, sei das ein „Betriebsunfall“. Was den 52-Jährigen antreibt.

Christian Armster liebt Humor. Deshalb sind zwei Dinge nicht verwunderlich: Er tritt für die Satire-Partei "Die Partei" als Bundestagskandidat für den Ostallgäuer Wahlkreis 257 an. Und nach dem Gespräch mit unserer Redaktion fügt der Obergünzburger noch per Mail an: „Noch ein kurzer Einwurf für meinen Schlusssatz, den ich liebe – als Koch kann ich allen Politikern nur empfehlen: einfach mal die Kresse halten.“ Warum der 52-Jährige für den Bundestag kandidiert, was er Menschen antwortet, die die Satire-Partei kritisch sehen, und ab wann die Sacharbeit beginnt.

"Die Partei fällt" immer wieder mit utopischen Wahlslogans und provokativen Wahlplakaten auf: Ein Punkt des Wahlprogramms fordert beispielsweise „Wirecard für alle“. Menschen ohne Einkommen und Vermögen können damit bezahlen, was immer sie wollen, so die Erklärung. Das ist nur einer von vielen Punkten. Auch regional gibt es ein Wahlprogramm. Armster sagt zwar, das werde noch überarbeitet und sei schon älter, aber auf der Homepage der Ostallgäuer Gruppe steht Mitte August beispielsweise: „Eine Mauer um Kaufbeuren bauen! Für mehr Verkehrssicherheit im Ostallgäu!“

Christian Armster, der bei der Bundestagswahl für "Die Partei" antritt, bezeichnet sich selbst als Politclown

"Die Partei" wurde 2004 von Redakteuren des Satire-Magazins „Titanic“ gegründet. Bekannt ist sie durch den Vorsitzenden Martin Sonneborn, der es bis ins Europa-Parlament geschafft hat. Sie hat aber noch andere prominente Vertreter, wie beispielsweise den Kriminalbiologen Mark Benecke.

Auch wenn ein Sitz im Bundestag unwahrscheinlich ist, gibt es dennoch kritische Stimmen: Plätze von Menschen, die sich tatsächlich politisch engagieren, würden von Witzbolden besetzt. Armster, der sich selbst als Politikclown bezeichnet, hält dagegen: Wenn es tatsächlich „Betriebsunfälle“ gibt, wie er es nennt, und jemand gewählt werde, beginne die Sacharbeit. Die Partei sei durch alle Schichten vernetzt und nehme die Verantwortung eines Mandats ernst.

Für rechte Positionen hat Christian Armster von "Die Partei" nichts übrig

Der gebürtige Weimarer ist in der DDR aufgewachsen: Nach eigenen Angaben sei er dort mit dem Regime, das er ablehnt, angeeckt. Nach dem Mauerfall kam er nach München, um dort eine Ausbildung zum Restaurantfachmann abzuschließen.

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Armster sagt, er habe die Welt gesehen. Er war über 20 Jahre lang als Koch unter anderem auf Expeditionsschiffen unterwegs. Heute betreibt er eine Wirtschaft in Obergünzburg.

Durch Humor werden die Dinge erträglicher, sagt Armster. Und es sei wichtig, alles sagen zu dürfen und nach seinem Gewissen zu handeln. Gibt es eine Grenze? „Es darf nicht menschenverachtend sein“, sagt der 52-Jährige, der im Gespräch immer wieder betont, dass er für rechte Positionen und ausgrenzendes Gedankengut „absolut nichts übrig“ hat.

Steckbrief von Christian Armster:

  • Alter Christian Armster ist 52 Jahre alt und lebt in Obergünzburg.
  • Beruf Der gelernte Restaurantfachmann betreibt ein Gasthaus und darf auch Ausbilden.
  • Familienstand Armster hat vier Söhne und ist verheiratet.
  • Partei Seit sieben Jahren ist er Mitglied bei "Die Partei".
  • Hobbys Er ist Musiker, bezeichnet sich selbst aber als Musikclown.
  • Infos im Internet unter www.die-partei.net/ostallgaeu/
  • Wahlkreis Der Wahlkreis 257 Ostallgäu umfasst die kreisfreien Städte Kaufbeuren und Memmingen, den Landkreis Ostallgäu sowie die Städte Bad Wörishofen und Mindelheim sowie die weiteren Unterallgäuer Gemeinden Amberg, Apfeltrach, Bad Grönenbach, Benningen, Böhen, Buxheim, Dirlewang, Eppishausen, Ettringen, Hawangen, Holzgünz, Kirchheim (Schwaben), Kronburg, Lachen, Lautrach, Legau, Markt Rettenbach, Markt Wald, Memmingerberg, Ottobeuren, Rammingen, Sontheim, Stetten, Türkheim, Trunkelsberg, Tussenhausen, Ungerhausen, Unteregg, Wiedergeltingen, Wolfertschwenden und Woringen sowie das gemeindefreie Gebiet Ungerhauser Wald. (fut)
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