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Mindelheim

24.05.2019

Chammi Kaiser will bedrohten Tieren eine Stimme geben

Fuchs und Strauß begegnen sich in der Ausstellung von Chammi Kaiser im Mindelheimer Salon. Die Künstlerin aus Südafrika hat aber noch zahlreiche andere Tiere ins Bild gesetzt.
Bild: Schlegel

Im Mindelheimer Salon präsentiert die Künstlerin beeindruckende Tierportraits.

Es ist der zweite Teil ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit ihrer Heimat Südafrika, die sie 2000 verlassen hat, aber noch im Herzen trägt. Für „Zwischen Afrika und Deutschland – Teil 2“ malte Chammi Kaiser alle Bilder im letzten halben Jahr wie in einem Rausch. „Ich wollte das so unbedingt machen“, erzählt sie, „ich will einfach, dass diese Tiere mehr Aufmerksamkeit bekommen.“ In ihren Bildern pendeln ihre Gedanken zwischen der Schönheit der Natur und den Gesichtern von Tieren, deren Zukunft an einem seidenen Faden hängt – eine Herzensangelegenheit für die in Bad Wörishofen lebende Künstlerin Chammi Kaiser. Seit 2014 ist sie mittlerweile im Kunstverein Mindelheim, 2017 präsentierte sie ihre erste Ausstellung mit Bildern aus ihrer Heimat.

Die Künstlerin zeigt in Mindelheim den Blick der Natur auf uns Menschen

Warme Erdfarben prägen die aktuelle Ausstellung, die Farben Südafrikas. In ihnen liegen unsere Wurzeln, in ihnen fühlt sich der Blick sofort geborgen, beruhigt. In einem Bild blickt Chammi Kaiser auch unter die Erde, zeigt die Wurzeln des Baumes, die Fossilien, zeigt die Geschichte des Lebens. Die meisten Bilder jedoch zeigen nicht den Blick der Künstlerin auf die Natur, vielmehr zeigt sie den Blick der Natur auf uns. All ihre Tierporträts stehen am Ende eines Studiums des Tiers in seinem Lebensraum, dabei geht es sowohl um das exakte Abbilden des Aussehens als auch um das Einfangen des Charakters und der Seele des Tieres.

Immer beginnt die Künstlerin dafür mit den Augen, studiert sie, malt sie so lebensecht, dass man sich von ihrem Wolf beobachtet, von ihrem Fuchs mit Güte betrachtet glaubt. Allein sechs verschiedene Farben benötigte sie, um die Augen ihres Rotmilans so klar und schimmernd aufs Papier zu bringen, dass man in dieser Tiefe fast versinken könnte. Sie will diesen Tieren mit ihren Porträts eine Stimme geben, will die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sie lenken. Dabei ist deren fordernder Blick wie ein Ruf nach Gerechtigkeit und nach der Einsicht, dass es eben nicht reicht, die Schönheit zu bewundern, sondern damit immer der Wunsch und die Aufgabe einhergehen sollte, diese Schönheit auch aktiv zu bewahren.

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Am wehmütigsten bleibt die Mindelheimer Künstlerin bei den afrikanischen Wildhunden

Am meisten habe sie das Studium der afrikanischen Wildhunde beschäftigt, deren Sozialverhalten und ihr drohender Untergang, so lässt sie dieses Bild am wehmütigsten zurück. Lange lebt diese Arbeit in Chammi Kaiser fort. Einmal gesehene Bilder verschwinden nicht, erfüllen mit Traurigkeit und Hilflosigkeit, umso erstaunlicher wie hoffnungsvoll ihre Acrylbilder die Besucher des Salons derzeit empfangen. Kunstvoll gebettet auch ihre Serie von Schmetterlingen, die in unserer Heimat vom Verschwinden bedroht sind. Filigran auf einen pastellleichten Hintergrund gezauberte, zärtliche Schönheiten. Am Ende ist ihr Werk eben doch von Idealismus und Hoffnung gekennzeichnet und berührt in einer nachhaltigen Weise.

Die Ausstellung im Mindelheimer Salon ist noch am Dienstag, 28. Mai, und Mittwoch, 29. Mai von 17 bis 19 Uhr zu sehen.

Hier geht es zu einem weiteren Bericht über Chammi Kaiser und ihr Werk: In die Seele der Tiere blicken

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