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Mobilität

20.06.2017

„Chilliges“ Fahren und Blitzstarts an der Ampel

Die E-Mobile machten bei ihrer Landkreistour auch am Mindelheimer Marienplatz Station.
Bild: Krebber/novaphoto

Drei Leser unserer Zeitung durften zehn Tage lang E-Autos testen. Wie es ihnen dabei ergangen ist.

Als drei Interessierte sind Wolfgang Stüber, Anton Scheitle und Jürgen Diemer zu Ökohaus nach Weiler gefahren, um ihre Testwagen abzuholen. Als drei vom „Virus“ Infizierte haben sie ihre E-Autos nach zehn Tagen wieder zurückgebracht. Und sie haben mit ihrer Begeisterung auch andere angesteckt: Ehefrauen, Verwandte und Bekannte durften in der Testphase ebenfalls mal ans Steuer. Die meisten von ihnen hat das Fahren beeindruckt, wie die drei Gewinner der MZ-Aktion in Zusammenarbeit mit Ökohaus und den Lechwerken (LEW) berichten.

Wolfgang Stüber aus Dirlewang hat zehn Tage lang einen Kia Soul getestet. Er schwärmt von einem „ganz anderen Fahrgefühl als mit Verbrenner“ und bilanziert: „Das hat Spaß gemacht.“ Den Wagen gibt er nur schweren Herzens wieder zurück. Rund 400 Kilometer haben er und seine Familie mit dem Auto zurückgelegt, einen Teil davon auch bei der E-Mobil-Tour durch den Landkreis, die am Wochenende stattgefunden hat. Die Euphorie der E-Auto-Fahrer hat ihn begeistert.

Seine Frau war anfangs sehr skeptisch, ist dann aber bei der Rallye mitgefahren – seitdem hat das E-Auto sie auch überzeugt. Überrascht hat Wolfgang Stüber, wie schnell und leise der Wagen „zieht“. „Da lassen Sie an der Ampel jedes Motorrad und jedes fette Auto stehen“, sagt Stüber und schmunzelt. Maximal drei Mal im Jahr braucht die Familie ein Auto mit einer größeren Reichweite, auch sonst wäre zu Hause fast alles für den Einzug eines Stromers vorbereitet. Nur der vergleichsweise höhere Preis schreckt die Familie derzeit noch ein wenig ab.

Ähnlich geht es auch Jürgen Diemer aus Rammingen, der zehn Tage lang den BMW i3 der Lechwerke testen durfte und damit 850 Kilometer zurückgelegt hat. Interessant könnte für ihn die Anschaffung vor allem dann werden, so sagt er, wenn er seine Photovoltaikanlage in ein paar Jahren mit einem Batteriespeicher ergänzt und dann mit selbsterzeugtem Strom durch die Gegend fahren kann.

Durch den MZ-Gewinn habe er sich intensiver mit der Thematik befasst und will die Entwicklung weiter beobachten: „Bei mir steht irgendwann sicher ein E-Mobil in der Garage.“ Seine Enkel Lina und Ben waren ebenfalls begeistert und sind sich sicher: Sie wollen, wenn sie einmal erwachsen sind, auch ein Elektromobil fahren. Hin und weg sind die beiden Kinder sowie ihr Opa vom „geräuschlosen, harmonischen Fahren“ und der Beschleunigung beim Wegfahren. Die Motorbremse, die – vereinfacht gesagt – Energie erzeugt, sei zudem so stark, dass er bei der E-Rallye auf der Strecke Rammingen – Eppishausen – Mindelheim kein einziges Mal an einer Kreuzung auf die Bremse treten musste, schwärmt Diemer. Bei einem Straßenfest hatte er sein Auto vielen zum Testen geliehen. „70 bis 80 Prozent der Unter-35-Jährigen waren total begeistert“, berichtet er. Skeptisch seien eher die Älteren gewesen. „Aber wann fährt man schon über 300, 400 Kilometer?“, fragt Diemer. Er ist sich sicher: „Die E-Mobilität wird stark zunehmen.“

Das E-Auto auf seine Alltagstauglichkeit zu testen, war das erklärte Ziel von Gewinner Anton Scheitle aus Hausen. Zehn Tage fuhr er mit dem Renault Zoe der LEW und sowohl er als auch seine Frau, die mit einem E-Zweitwagen am häufigsten fahren würde, waren „wirklich zufrieden und positiv überrascht und wir werden das beim nächsten Autokauf in Erwägung ziehen“, berichtet er.

Bestimmt 800 Kilometer ist er mit dem Wagen unterwegs gewesen – inklusive einer besonderen Testfahrt am Freitag. Es ging nach Ehrwald zur Zugspitze. „Mit vier Personen und bei Tempo 140 bis 150 kommt das Auto an die Grenze“, sagt Scheitle. „Da habe ich einen Zwischenstopp eingelegt.“ Aber: Mit dem E-Auto fahre man umweltbewusster und entschleunigt. „Die Jungen würden sagen: chillig“, meint Scheitle und lacht.

Doch auch wenn er sich in Zukunft gut vorstellen kann, ein Elektroauto zu besitzen, so würde Anton Scheitle dennoch weiter mit dem Fahrrad von Hausen nach Mindelheim zur Arbeit fahren. Denn in Sachen Umweltfreundlichkeit „kann das das E-Auto nicht toppen“.

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