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Interview

09.12.2019

Christian Wolff über Weihnachten, Gefühle und Greta

So kennen und lieben ihn seine vielen treuen Fans, die seit 15 Jahren regelmäßig zur „Alpenländischen Weihnacht“ im Kursaal strömen. Im Interview mit der MZ öffnete der bekannte Schauspieler auch seinHherz und erlaubte sehr persönliche Einblicke.

Plus Der Schauspieler und „Forsthaus-Falkenau“-Star Christian Wolff gibt vor seinem Auftritt in Bad Wörishofen persönliche Einblicke.

Seit 1995 ist die alpenländische Weihnacht, diese wunderbare, sich in Wort und Klang ergänzende Geschichte schon auf Reisen. Die Premiere war in Ottobeuren in der Basilika, damals noch mit dem bekannten Schauspieler Hans Clarin als Erzähler. Mit dabei sind in Bad Wörishofen der Tölzer Knabenchor, der in diesem Jahr sein 60. Jubiläum feiert, das Blechbläsersextett Ensemble Classique und die Harfenistin Barbara Gasteiger. Seit rund 15 Jahren ist Christian Wolff nun der Erzähler - und die „alpenländische Weihnacht“ ist längst Tradition. Unsere Mitarbeiterin Tina Schlegel führte mit dem TV-Star aus dem „Forsthaus Falkenau“ ein sehr persönliches und offenes Gespräch.

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Herr Wolff, sind Sie denn selbst schon in Weihnachtsstimmung?

Christian Wolff: Ja, tatsächlich, ein bisschen schon. Wir haben draußen den ersten Schnee, da kommt schon Stimmung auf und das Haus ist auch schon geschmückt. (Er lacht) Wissen Sie, wir leben eigentlich in einer Rumpelkammer, also andere würden das vielleicht denken, da versammelt sich viel buntes Zeug aus dem ganzen Leben und jetzt kommt noch Weihnachten hinzu, aber wir mögen das.

Christian Wolff über Weihnachten, Gefühle und Greta

Das klingt schön, vor allem, dass Sie schon eine weiße Winterlandschaft sehen. Aber Sie sind auch viel unterwegs in der Vorweihnachtszeit. Wie viele Auftritte mit der Alpenländischen Weihnacht werden Sie dieses Jahr haben?

Christian Wolff: Dieses Jahr werden es sechs Auftritte sein. Den ersten Advent haben wir ausgelassen, Premiere ist nun erst am zweiten Adventswochenende, da starten wir in Germering und Friedrichshafen.

Nun sind Sie ja schon lange unterwegs mit dieser besonderen Weihnachtsgeschichte. Meinen Sie, das erreicht die Menschen noch oder hat sich das geändert in den ganzen Jahren?

Christian Wolff: Überhaupt nicht. Ich sitze ja auf der Bühne und habe immer ein wenig Zeit, wenn die Musik dran ist, ins Publikum zu schauen und die Menschen zu beobachten und ich sehe, wie sehr die Menschen diese Stimmung aufnehmen. Wir schenken Ihnen eine Stimmung, die sie suchen und brauchen.

Was macht das mit Ihnen?

Christian Wolff: Das ist schon etwas Besonderes, gerade das erste Konzert ist jetzt wieder eine sehr emotionale Geschichte. Zu sehen, wie es die Menschen berührt - doch, das nimmt mich wirklich mit.

Was ist denn Ihre schönste Kindheitserinnerung an Weihnachten?

Christian Wolff: Da muss ich passen. Sie sehen ja an meiner Biographie, dass ich im Krieg … (Er überlegt, dann lacht er) Doch, ja, ich hab tatsächlich eine. Ich lag leider zwei Weihnachten im Krankenhaus als kleines Kind in Berlin und an Weihnachten kamen die Amerikaner und haben Geschenke gebracht, die wir sonst nie bekommen hätten. Ich lag mit ungefähr zehn Kindern im Zimmer und im zweiten Jahr konnte ich dann erzählen, was sie alles bringen würden und da war ich natürlich der Märchenerzähler. Als die Amerikaner erfuhren, dass ich schon das zweite Weihnachten im Krankenhaus bin, bekam ich noch mehr Geschenke.

Jetzt habe ich diese Erinnerung geweckt. Welche haben Sie denn Ihrem Sohn geschenkt?

Christian Wolff: Wir haben tatsächlich gesungen und gelesen an Weihnachten. Rituale sind wichtig, darauf freut man sich. Deswegen freuen sich die Menschen auch auf die Konzerte, auch wenn es jedes Jahr dasselbe ist. Es ist ein Ritual, eine Tradition, die Besinnlichkeit verspricht.

Ja, das verstehe ich. Es ist diese Wiederkehr eines Gefühls der Geborgenheit. Wie werden Sie denn dieses Jahr feiern?

Christian Wolff: Das wird tatsächlich etwas Neues, denn zum ersten Mal feiert unser Sohn nicht bei uns. Er hat jetzt eine eigene Familie, wir sind Großeltern geworden. Am zweiten Weihnachtsfeiertag feiern wir dann zusammen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich zu Weihnachten wünschen?

Christian Wolff: Auf keinen Fall Materielles, aber ich würde mir wünschen, dass diese verrückte Welt wieder ein wenig friedlicher wird.

Meinen Sie, wir können alle unseren Beitrag dazu leisten?

Christian Wolff: Zumindest sollten wir mehr aufeinander achten. Ich weiß nicht, ob es noch was bringt, selbst wenn wir uns alle perfekt verhielten für unsere Umwelt, aber was zum Beispiel eine Greta Thunberg auf die Beine gestellt hat, finde ich außerordentlich. Ich bewundere dieses Mädel wirklich sehr.

Welch schönes Statement in bewegten Tagen wie diesen! Ich danke Ihnen sehr für dieses schöne und bewegende Gespräch.

Das große Weihnachtskonzert - Die alpenländische Weihnacht, am Donnerstag, 19. Dezember, 19.30 Uhr, Kursaal, Hauptstraße 16, 86825 Bad Wörishofen. Karten gibt es unter anderem bei der Mindelheimer Zeitung in Bad Wörishofen (Telefonnummer 08247/35035) und Mindelheim (08261/991375).

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