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Braustadel

01.10.2014

„Coole Zeid“ mit dem Zither Manä

Bei den heißen Rhythmen hielt es Zither Manä nicht auf dem Platz. Jerry Lee Lewis ließ grüßen, der seine Konzerte nicht selten auf statt am Klavier beendet hat.
Bild: Reinhard Stegen

Seine Musik wurzelt im schwarzen Blues ebenso wie im Landler des deutschen Südens

Er ist ein Rockmusiker aus Überzeugung, einer der alten Schule, geradlinig, bodenständig und nicht zu verbiegen. Seine Musik wurzelt im schwarzen Blues der amerikanischen Südstaaten ebenso wie im Landler des deutschen Südens, der auf andere Weise Schwarz sei. So umschreibt er selbst sein jahrzehntelanges musikalisches Treiben, bevor er zum nächsten Stück auf seiner Zither ansetzt. Zither Manä – für die, die ihn noch nicht erkannt haben sollten – gastierte am Samstag zum dritten Mal im Ramminger Braustadel, wo er längst zu den Stars der treuen Fans von Kabarett und Kleinkunst zählt.

Seine ersten musikalischen Gehversuche datieren zurück in jene Zeit, als der Rock’n Roll in Bayern verpönt war, sich im Rundfunk einen Platz erkämpfen musste und gerade deshalb bei den Jugendlichen zur Weltanschauung avancierte. Manfred Zick, so sein bürgerlicher Name, spielte damals mit seinem Bruder im acht Quadratmeter-Kinderzimmer der elterlichen Mietwohnung in Deisenhofen. Natürlich mit bereits elektrisch verstärkter Gitarre – zur „Freude“ der Hausmitbewohner und seiner Mutter, die die beiden immer wieder zur Ordnung rief. „Jetzt hört’s endlich auf mit dem Rox!“

Klar, dass Zither Manä diese wie viele andere Anekdoten und Eindrücke musikalisch verarbeitete: „Rox’n Roll“, „da müss’ ma jetzt durch“, feuert er seine beiden Mitstreiter Ferdl Eichner (Bluesharp) und Frank Schimann (Gitarre) an, die ihn nach seinem Solopart zu Beginn des Konzerts auf der Bühne begleiten.

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Da haben die Zuhörer bereits die Begegnung mit der Zither „der anderen Art“ erleben dürfen: “Shine on you crazy diamonds“ (Pink Floyd), ein besonderes Glanzlicht im Programm. Ein extravaganter Beweis dafür, was dieses so altmodisch scheinende Instrument so drauf hat und gewissermaßen das Markenzeichen für Manäs Zithermusik. Seine Karriere begann vor nunmehr 34 Jahren. Erstaunlich, wie authentisch selbst der Deep Purple Kracher „Smoke on the Water“ klingt.

Er intoniert den Song nur kurz um seine These zu bestätigen, dass der Landler und die Gstanzl das bayerische Pendant des Blues sind oder umgekehrt. In diesem Musik-Universum haben dann auch noch Irische Balladen wie „The Fields Of Athenry“ (Pete St. John) über die Hungersnot im Irland Mitte des 19. Jahrhunderts oder aktuell Gesellschaftskritisches wie „Es dunkelt schon wieder in Deutschland“ Platz.

„Coole Zeid“ hat Zither Manä diese originäre Synthese verschiedenster musikalischer Stilrichtungen und Gattungen genannt, die er an diesem Abend vor begeistertem Publikum präsentierte und die sich nach 15 Jahren Studio-Abstinenz auch auf seiner neuen CD wiederfindet.

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