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Bad Wörishofen

21.03.2020

Corona-Krise: So geht die Polizei vor

Noch mehr Geschäfte als bisher schon müssen in Bad Wörishofen nun geschlossen bleiben.
Bild: Bernd Feil

Von Spielplatzkontrolle bis Betriebsschließung. Appell an die Bürger in Sachen Ausgangsbeschränkung.

Für Bayern gelten ab dem heutigen Samstag strenge Ausgangsbeschränkungen. Durchsetzen soll diese die Polizei. Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier sagte am Freitag, man werde die Vorgaben „konsequent durch Polizeistreifen, aber auch mit Unterstützung der Sicherheitswacht überwachen“.

Am Freitagnachmittag wartete Maier noch auf „eine klare Weisung für die bayerische Polizei, wie wir mit der neuen Regelungslage umzugehen haben.“

Klar sei aber, dass man Ansammlungen, Versammlungen, Veranstaltungen und Betrieb auf den Sport- und Spielplätzen kontrollieren werde.

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Nötigenfalls würden die Bürger „freundlich, aber bestimmt aufgefordert“, nach Hause zu gehen. Wer sich nicht an die Ausgangsbeschränkungen hält, muss mit Konsequenzen rechnen, auch das macht Maier deutlich. Die Polizei werde die Personalien aufnehmen und dann weitere Maßnahmen ergreifen. Dazu gehöre in einem ersten Schritt der Platzverweis.

Auch Betriebe, die nun schließen müssen, werde man kontrollieren, sagt Maier. Gegebenenfalls könne die Polizei in Absprache mit der Kreisverwaltungsbehörde Betriebe sogar schließen lassen und die Mitarbeiter nach Hause schicken.

Klar ist laut Maier auch: „Alle Fälle werden straf- und bußgeldrechtlich geprüft werden“. Wer auch auf die Anordnung der Polizisten nicht hören will, muss mit einem Ermittlungsverfahren rechnen.

Man werde „mit Augenmaß, aber auch mit Nachdruck“ arbeiten

„Die Beamten der Polizeiinspektion Bad Wörishofen werden mit Augenmaß, aber auch mit Nachdruck und Bestimmtheit, die festgelegten Anordnungen überwachen und durchsetzen“, kündigt Maier an. Man werde nun den Bürgern „sicher nicht mit einer Null-Toleranz-Zone gegenübertreten“, sagt Maier. „Allerdings werden wir die Einschreit- und Verfolgungsschwelle trotzdem niedrig ansetzen.“ Dass ist die rechtliche Lage. Aber Maier hat noch einen persönlichen Appell an die Menschen in seinem Zuständigkeitsbereich, also in Bad Wörishofen, Türkheim, Wiedergeltingen, Tussenhausen, Ettringen, Rammingen und Markt Wald: „Wir müssen in dieser für uns alle bedrohlichen und stark einschränkenden Krise zusammenhalten“, betont er. Man müsse „Infektionsrisiken vermeiden, um gesund zu bleiben und um unsere Mitmenschen im Fall einer Erkrankung nicht anzustecken.“ Er bittet die Menschen deshalb darum, die Polizei in ihrer Arbeit nun zu unterstützen und sich einfach an die Beschränkungen zu halten. Maier sagt auch: Wer sieht, dass andere sich nicht an die Bestimmungen der Allgemeinverfügung halten, soll die Polizei verständigen.

Der Inspektionsleiter ist auch in Sorge um seine eigene Belegschaft. Deshalb gelte es auch im Umgang miteinander, zwischen Bürgern, Polizei, Sicherheitswacht, „die erforderliche Distanz“ zu wahren. Man werde „mit allen zur Verfügung stehenden Kräften der Bevölkerung in dieser schweren Zeit helfen, beraten, informieren und beistehen“, sagt Maier. Er wünsche sich nun vor allem, dass die Menschen gesund bleiben, verbunden „natürlich mit der Hoffnung, dass diese schwere Zeit absehbar vorbei geht.“

Ministerpräsident Markus Söder hatte am Freitag strenge Ausgangsbeschränkungen verkündet, dazu müssen weitere Betriebe schließen, etwa Frisöre oder Baumärkte. Wer seine Wohnung verlassen will, braucht dazu nun triftige Gründe. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft – dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt. (mit dpa)

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