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Mindelheim

22.03.2020

Corona: Tägliche Messe vor leeren Bänken

Dekan Andreas Straub in der leeren Mindelheimer Stadtpfarrkirche. Jeden Tag um 10 Uhr wird dort eine heilige Messe zelebriert, die ins Krankenhaus und ins Altenheim übertragen wird.
Bild: Issing

Plus Die Pfarreiengemeinschaft Mindelheim will auch weiter für die Gläubigen da sein. Sie will Hoffnung machen mit Live-Übertragungen und Glockengeläut.

Wenn Dekan Andreas Straub in der Pfarrkirche St. Stephan morgens vor leeren Kirchenbänken die Messe liest, fühlt er sich doch mit den Gläubigen über alle Grenzen und Räume hinweg eng verbunden. „Gottesdienste ohne Gemeinschaft, das schmerzt mich sehr, ich vermisse die Menschen, habe sie aber bei der Eucharistiefeier im Geiste stets vor Augen“, versichert er.

Jeden Tag um 10 Uhr liest er oder ein anderer Priester in der Kirche die Messe. Dabei wird der Segen mit einem Kreuzpartikel erteilt, der seit 1588 im Kloster zum Heiligen Kreuz verehrt wird und besonders in Notzeiten ein Zeichen setzen soll. Ebenso wird bei dieser täglichen Messfeier sowie bei allen weiteren Privatmessen der Priester auch für die Verstorbenen gebetet. Das Wandlungsläuten soll ein akustisches Zeichen setzen.

Live-Übetragung und Glockengeläut sollen Hoffnung bringen

Die Messfeier wird auch in die Kreisklinik und ins Seniorenzentrum St. Georg übertragen. Ein weiteres Hoffnungszeichen sind laut Straub die Angelus-Gebete um sechs, zwölf und 19 Uhr, die durch Glockengeläut signalisiert werden.

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Der Mindelheimer Seelsorger stellt sich darauf ein, dass er und die in der Pfarreiengemeinschaft wirkenden Priester in diesem Jahr auch die Karfreitags- und Osterliturgie unter Ausschluss der Öffentlichkeit feiern müssen.

Straub weist auch darauf hin, dass nach Maßgabe des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege Bestattungen nur im engsten Kreis stattfinden dürfen und die Teilnehmerzahl auf 15 Personen begrenzt ist. Unterbleiben muss auch die öffentliche Bekanntgabe des Beerdigungstermins.

Ein wichtiges Zeichen: Die Kirchen sind weiterhin geöffnet

Dekan Andreas Straub und seinem Team ist es aber wichtig, „Hoffnungs-Zeichen in Corona-Zeiten“ zu setzen. Er ist sehr froh darüber, dass sämtliche Kirchen und Kapellen weiterhin für das persönliche Gebet offen stehen. In der Mindelheimer Stadtpfarrkirche, in der Jesuitenkirche und in der Hospitalkirche können auch Opferlichter entzündet werden.

Die Pfarreiengemeinschaft bietet weitere Hilfen an. Das Pfarrbüro ist für den Publikumsverkehr gesperrt, bietet aber per E-Mail und Telefon seine Dienste an. Hier können jederzeit Gebetsanliegen weitergegeben, Hilfsdienste (z.B. beim Einkaufen) oder auch die Spendung der Krankensakramente für Schwerstkranke und Sterbende vermittelt werden. Außerdem gibt es jeden Sonntag von 11 bis 12 Uhr und jeden Mittwoch von 17 bis 18 Uhr ein „Seelsorge-Telefon“ für alle Fragen und Sorgen im Blick auf die Corona-Krise. Die Telefonnummer lautet 08261/7628-30. Dieses Angebot besteht vorerst bis zum 3. April.

Wer sich im Internet über das Angebot der Pfarreiengemeinschaft informieren möchte, kann das auf deren Homepage tun. Unter der Rubrik „Hoffungs-Zeichen in Corona-Zeiten“ findet man Impulse und Anregungen. Außerdem werden jedes Wochenende Handzettel mit Gebetstexten für Hausgottesdienste und Informationen in den Kirchen ausgelegt.

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