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Unterallgäu

19.05.2020

Corona: Wie Unterallgäuer in Uganda helfen

Die Schüler der Cosna-Schule in Uganda, die vom Verein „Uganda-Freunde“ unterstützt wird, werden derzeit nicht unterrichtet, weil die Einrichtung wegen der Corona-Pandemie schließen musste. Lehrer und Personal erhalten in dieser Zeit kein Gehalt.

Plus Der Verein der Uganda-Freunde aus dem Unterallgäu startet Corona-Soforthilfe für verarmte Familien in dem afrikanischen Land.

Wegen der Corona-Pandemie ist die Situation in Uganda verheerend. Daher startet der Unterallgäuer Verein „Uganda-Freunde“ eine Soforthilfe und stellt 30.000 Euro zur Verfügung. Bei einer Vorstandssitzung war die Betroffenheit über die Situation der langjährigen Partner in Uganda sehr groß.

Viele sterben unbemerkt

Schwester Benedicta vom Karmel-Kloster in Mityana/Uganda hatte dem Verein geschrieben: „Ich weiß nicht, ob man in Deutschland die Not unserer Leute wirklich einschätzen kann. Viele haben überhaupt keinen Zugang zu Ärzten und Krankenhäusern, vor allem in den Dörfern. Und in den Städten haben sie nichts zum Essen. Viele werden wohl ganz unbemerkt sterben, einschließlich einiger Frauen, die zur Entbindung die Klinik zu Fuß nicht mehr lebendig erreichen konnten.“

„Täglich erreichen uns solche Nachrichten“, fasst Peter Förg, der Projektleiter des Vereins „Uganda-Freunde“ die Nachrichten der Partner aus Uganda zusammen. Dort herrsche seit Wochen eine restriktive Ausgangssperre, die von der Polizei und dem Militär massiv und mit Gewalt durchgezogen werde. Die Auswirkungen für die Menschen seien kaum vorstellbar. Obwohl die offizielle Zahl vergangene Woche bei lediglich 90 infizierten Fällen lag, sei die Sorge wegen einer landesweiten Epidemie riesig.

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Die Leute leben von der Hand in den Mund

In Uganda leben laut Förg die meisten Menschen von der Hand in den Mund. Zu Hause zu bleiben und die nötigen Lebensmittel sowie Wasser, Hygieneartikel und Holzkohle nicht täglich kaufen zu können, sei eine sehr große Herausforderung. Die öffentlichen Verkehrsmittel seien komplett ausgefallen. Vor allem die ländliche Bevölkerung leide massiv. Kranke Menschen hätten kaum noch die Möglichkeit, in eine Klinik zu kommen. Die Menschen in den Städten hätten wiederum keine Möglichkeit, die wichtigsten Lebensmittel zu kaufen, da alle Märkte geschlossen seien. Auf dem Land hätten die Leute kein Geld, da sie ihre Produkte nicht verkaufen können.

Alle Schulen im Land wurden geschlossen. Auch mehr als 800 Schüler der Realschule und der Berufsschule der Organisation „Hosfa“ in der Region Mityana, die von den „Uganda-Freunden“ unterstützt wird, mussten nach Hause geschickt werden. Zudem berichtet Frater Henry, der bereits öfter das Unterallgäu besucht hat, dass die Cosna-Schule mit ihren 800 Schülern ebenfalls kurzfristig schließen musste. Die Lehrer und das Personal erhalten damit auch kein Gehalt und wissen derzeit nicht, wie sie ihre Familien ernähren sollen.

Hilfe aus dem Unterallgäu für Schule und Krankenhaus

Ein wichtiges Anliegen der Verantwortlichen von „Hosfa“ sei, die eigene Klinik St. Francis und die sozialen Dienste weiterhin für die Bedürftigen offen zu halten. Trotz der vielen Schwierigkeiten würden alle medizinischen Versorgungen dort weiterhin durchgeführt, obwohl das medizinische Personal nur minimalen Zugang zu den nötigen Schutzmaßnahmen habe. Um die vielfältige Not zu lindern, versucht der Uganda-Verein in Kooperation mit dem Referat Weltkirche der Diözese Augsburg und der Sternsingeraktion weitere finanzielle Mittel aufzubringen. Um vor allem die verarmten Familien mit ihren Kindern zu fördern, benötigt der Verein dringend weitere Spendenmittel. (mz)

Hilfe für Uganda: Bau der Schule stagniert

http://uganda-freunde.de/

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