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Allgäu

03.07.2020

Corona im Allgäu: Zu wenig Personal für Reihentests

Für Corona-Reihentests fehlt das Personal, heißt es bei Allgäuer Gesundheitsämtern. Der Freistaat hat allerdings angekündigt, weitere Mitarbeiter einzustellen.

Plus Allgäuer Ämter klagen über fehlende Kapazitäten. Das Gesundheitsministerium kündigt an, weitere Mitarbeiter einzustellen. Doch sind noch weitere Fragen offen.

„Der öffentliche Gesundheitsdienst muss personell dringend neu aufgestellt werden“, sagt Sibylle Ehreiser vom Landratsamt Lindau. Auch bei den Kreisbehörden im Ober- und Unterallgäu heißt es, dass die Gesundheitsämter bislang zu schwach besetzt gewesen seien. Nur durch die Hilfe von Mitarbeitern aus anderen Verwaltungsbereichen hätten die Ämter in der Corona-Krise das Arbeitspensum bewältigen können.

Nach Corona-Aushilfe: Verträge mit Medizinstudenten laufen aus

Doch nun laufen die ersten Verträge mit Medizinstudenten aus, und die von der Staatsregierung angekündigten Personalaufstockungen seien bei den Gesundheitsämtern noch nicht angekommen. Das sei schon allein deshalb ein Problem, weil Corona-Reihentests in Kliniken und Pflege-Einrichtungen stattfinden sollen. „Aktuell hätten wir dafür keine ausreichenden Kapazitäten“, sagt Ehreiser. Auch bei den Gesundheitsämtern im Ober- und Unterallgäu fehlt hierfür nach Angaben von Behördensprechern das nötige Personal.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte eine Sprecherin des Bayerischen Gesundheitsministeriums, dass die Ämter zusätzliches Personal bekämen. Das notwendige Geld komme vom Finanzministerium, und die Regierung von Schwaben werde die neuen Mitarbeiter „zeitnah“ einstellen. Die Bayerische Staatsregierung hat laut der Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker 13 zusätzliche Stellen pro Landratsamt in Aussicht gestellt.

Konzepte für flächendeckende Corona-Tests fehlen

Dem Gesundheitsamt Lindau fehlten außerdem die Konzepte für die angekündigten Corona-Reihentests, sagt Sibylle Ehreiser und fügt hinzu: „Es sind sowohl organisatorische als auch finanzielle Fragen ungeklärt.“ Dem bayerischen Gesundheitsministerium zufolge beinhaltet der Beschluss des Ministerrats vom 16. Juni, dass die Tests aus dem Sonderfonds „Corona-Pandemie“ finanziert werden. Für dieses Jahr stünden mehr als 200 Millionen Euro zur Verfügung. Doch Konkrete Vorgaben zur Durchführung der Tests fehlten weiterhin, heißt es beispielsweise beim Unterallgäuer Landratsamt.

Was wäre die Folge, wenn in einem Allgäuer Landkreis ein Corona-Hotsport entstünde? Ein „lokaler Lockdown“ wäre möglich, sagt Pressesprecher Andreas Kaenders vom Oberallgäuer Landratsamt. Die konkreten Maßnahmen hingen von der Zahl der Infektionen ab, heißt es bei der Unterallgäuer Kreisbehörde. Ein allgemeingültiges Konzept hätten die Behörden nicht, sagt auch Sibylle Ehreiser vom Lindauer Landratsamt.

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