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Seniorenarbeit

11.04.2015

Damit Jung und Alt einen besseren Draht zueinander finden

Themen wie Nachbarschaftshilfe, Mobilität und generationsübergreifende Kontakte stehen bei der neuen Quartiersmanagerin ganz oben auf der Liste.
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Themen wie Nachbarschaftshilfe, Mobilität und generationsübergreifende Kontakte stehen bei der neuen Quartiersmanagerin ganz oben auf der Liste.
Bild: Kneschke/Fotolia

Die Stadt Mindelheim und das Rote Kreuz wollen eine Nachbarschaftshilfe organisieren. Eine Quartiersmanagerin soll sich darum kümmern

2013 wurden alle über 65-Jährigen in der Stadt befragt, wo ihre besonderen Bedürfnisse liegen. In Arbeitsgruppen wurden die Ergebnisse vertieft. Das Bayerische Sozialministerium hat die Kreisstadt für das Modellprojekt „vernetzte Bürgerkommune im Rahmen einer älter werdenden Stadt“ ausgewählt. Im Mai 2014 konnte eine neue Stelle geschaffen werden. Diese ist für zwei Jahre befristet. Maria Brosch hat diese Koordinationsstelle bei der Stadt inne. Es ist eine Dreiviertelstelle, die zu 80 Prozent vom Freistaat Bayern finanziert wird. 10 000 Euro gibt die Stadt dazu.

Brosch hat den Mobilitätspass organisiert, die Schulung von Demenzhilfekräften ins Laufen gebracht und arbeitet derzeit an einem Seniorenwegweiser. Die Arbeit geht ihr so schnell nicht aus.

Nun bekommt die Seniorenarbeit in der Stadt weitere Unterstützung. Befristet für drei Jahre ist Manuela Fickler eingestellt worden. Ihre Aufgabe nennt sich etwas sperrig Quartiersmanagerin. Auch sie wird ihr Büro in der Hospitalstiftung beim Seniorenbüro der Stadt einrichten, angestellt ist sie allerdings beim Roten Kreuz.

Das wiederum hat allein Zuschussgründe. 76 800 Euro kommen von der Deutschen Fernsehlotterie, und die gewährt derartige Gelder nur an anerkannte Wohlfahrtsverbände. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln formulierte folgende Ziele, an denen ein Quartiersmanager arbeitet: Die Menschen sollen so lange wie möglich im vertrauten Umfeld leben können. Und die Infrastruktur in den Kommunen müsse so umgebaut werden, dass eine hohe Lebensqualität für alle Generationen gewährleistet ist.

Manuela Fickler sprach bei ihrer Vorstellung im Rathaus von einem Wir-Gefühl, das es in der Stadt zu stärken gelte. Dazu sei ein wertschätzendes gesellschaftliches Umfeld zu schaffen. Begegnungsorte zwischen Jung und Alt sollten geschaffen werden. Als Beispiel nennt sie Spielecken und Ruhebänke auf Grünflächen, sodass Jüngere und Ältere ins Gespräch miteinander kommen können.

Besonderes Augenmerk will die junge Frau, die aus Westerheim stammt, auf die Nachbarschaftshilfe legen. Dazu will sie ein Konzept erstellen. In drei Jahren soll dies so organisiert sein, dass diese Hilfe auch ohne hauptamtliche Kraft weiterlebt. Fickler hat an der Fachhochschule Kempten Gesundheitswirtschaft studiert. Zuvor war sie Krankenpflegerin am Klinikum Memmingen.

Bürgermeister Stephan Winter zeigte sich erfreut, dass nicht nur das Bayerische Sozialministerium die Seniorenarbeit in Mindelheim fördert, sondern auch die Fernsehlotterie. Dem Roten Kreuz dankte Winter, „dass es in die Bresche gesprungen ist“. Die Stadt hätte den Antrag auf Förderung nicht stellen dürfen. Die neue Quartiersmanagerin ist halbtags für diese Aufgabe im Einsatz. Die übrige Zeit verstärkt sie die Seniorenarbeit des BRK.

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