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Loppenhausen/Breitenbrunn

19.04.2020

Das Ende der Dorfschulen?

Werden die Dorfschulen in Breitenbrunn und Loppenhausen fortgeführt und saniert oder im Gegenteil geschlossen? Darüber entscheidet der Pfaffenhausener Schulverband in seiner Sitzung an diesem Dienstag.
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Werden die Dorfschulen in Breitenbrunn und Loppenhausen fortgeführt und saniert oder im Gegenteil geschlossen? Darüber entscheidet der Pfaffenhausener Schulverband in seiner Sitzung an diesem Dienstag.

Plus Der Schulverband Pfaffenhausen entscheidet am Dienstag über die Zukunft der Schulen in Loppenhausen und Breitenbrunn.

In Loppenhausen ist Bullerbü gefühlt nicht weit – zumindest, wenn man die Grundschule besucht: Hier gibt es eine einzige Klasse mit einer einzigen Lehrerin, die hier schon Generationen von Kindern unterrichtet hat. Ein Biotop und eine Wassertretanlage, die die Kinder in der Pause besuchen können, vervollständigen das Idyll. Das Zusammenleben ist eng, Gemeinschaft wird hier groß geschrieben. Doch die Dorfschule in Loppenhausen könnte bald ein Ende haben – ebenso wie ihr Pendant in Breitenbrunn: Am kommenden Dienstag, 21. April, wird sich der Pfaffenhausener Schulverband mit der Zukunft seiner beiden Außenstellen beschäftigen. Beginn der öffentlichen Sitzung ist um 19.30 in der Aula der Pfaffenhausener Schule.

Der Hintergrund der Sitzung: Es mag zwar idyllisch zugehen in den Dorfschulen in Breitenbrunn und Loppenhausen, doch die beiden Außenstellen haben nicht nur Vorteile. Es besteht Sanierungsbedarf. Auch die Klassenstärken sind nicht immer ideal: Normalerweise beginnen die Kinder aus der Gemeinde Breitenbrunn ihre Schullaufbahn in der Grundschule in Breitenbrunn und wechseln dann ab der dritten Klasse nach Loppenhausen. Doch es hat auch schon Ausnahmen gegeben und damit keine Erstklässler in Breitenbrunn – etwa, weil ein Inklusionskind im Jahrgang war oder weil die Klassenstärken im Vergleich zu Pfaffenhausen zu unterschiedlich gewesen wären. Das ist der Fall, wenn beispielsweise in Breitenbrunn nur 18 Kinder eingeschult worden wären, in Pfaffenhausen aber 26 Kinder in jeder ersten Klasse gewesen wären. In solchen Fällen starteten die Kinder aus Breitenbrunn in Pfaffenhausen ins Schulleben.

Bürgermeister Jürgen Tempel will für die Schulen in Breitenbrunn und Loppenhausen kämpfen

Was konkret mit den Schülern aus der Gemeinde Breitenbrunn passiert, sei von Jahr zu Jahr neu entschieden worden, erklärt Schulverbandsvorsitzender Hubert Schröther im Gespräch mit der Mindelheimer Zeitung. Für das, was aus der Historie gewachsen ist, will der Schulverband aber nun eine offizielle, vertragliche Regelung finden.

Noch ist offen, was das für die Außenstellen in Loppenhausen und Breitenbrunn konkret bedeutet: Bleiben die Schulen bestehen und werden sie gar saniert (wofür nicht der Schulverband, sondern der Gebäudeeigentümer aufkommen müsste)? Oder entscheidet sich der Schulverband für eine Schließung der beiden Dorfschulen? Breitenbrunns Bürgermeister Jürgen Tempel, der zusammen mit seinen Amtskollegen und einigen Gemeinderäten aus Oberrieden, Pfaffenhausen und Salgen Teil des Gremiums ist, hat angekündigt, „für unsere Schulen“ in Breitenbrunn und Loppenhausen zu kämpfen. „Der familiäre Charme tut den Kindern gut“, glaubt der Breitenbrunner Rathauschef. Teils sind die Schüler nach Pfaffenhausen lange mit dem Schulbus unterwegs oder sie kommen viel zu früh an der Schule an – was nicht jedem in den umliegenden Orten gefällt.

Die Zahl der Kinder in der Gemeinde wächst

Dass der Sanierungsbedarf an den Schulgebäuden in Loppenhausen und Breitenbrunn vorhanden ist, bestreitet Tempel nicht. Er kann sich vorstellen, dass die Gemeinde in die Sanierung investiert. In seine Argumentation für den Erhalt der Außenstellen wird Tempel auch die steigenden Kinderzahlen aufführen. Derzeit gibt es 71 Kinder zwischen drei und sechs Jahren in der Gemeinde, im Vorjahr waren es noch 65.

Und der Blick auf die Jüngsten zeigt eine noch stärker steigende Tendenz. Lebten 2017 noch 83 Null- bis Dreijährige in der Gemeinde, sprang die Zahl im Jahr 2018 auf 120 und blieb auch 2019 konstant bei 121. „Wir werden versuchen, unsere Schulen zu halten und zu retten“, kündigt Tempel an.

Ob er es schafft, wird sich am kommenden Dienstag zeigen. Neben den Verbandsmitgliedern werden auch die Schulleitung und die Elternbeiräte vor Ort sein und Rederecht bekommen, kündigte Schulverbandsvorsitzender Hubert Schröther an. Und sicherlich werden sich auch so manche Eltern die Sitzung nicht entgehen lassen.

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