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24.06.2009

Das Ende der fetten Jahre

Kirchheim Im Jahre 1990 hatte der Markt Kirchheim einmal fast drei Millionen Euro oder 5,5 Millionen Mark Schulden. Seitdem wurde der Schuldenberg kontinuierlich abgetragen und lag zu Jahresbeginn bei gerade noch 112 000 Euro. Eigentlich wollte Bürgermeister Hermann Lochbronner am Ende dieses Jahres mit einer weißen (Schulden-) Weste dastehen. Doch die Finanzkrise wird ihm wohl einen Strich durch die Rechnung machen, wie die Haushaltsberatung im Marktrat zeigte.

Denn wie überall brechen die Einnahmen weg. So sind im diesjährigen Haushalt gerade noch 600 000 Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer veranschlagt, wobei Kämmerer Josef Simon dem Marktrat auch gestand, dass er bei den Einnahmen lieber an den unteren Rand gehe.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte der Kämmerer im Haushalt eine Million an Gewerbesteuer eingeplant, am Ende waren es 1,9 Millionen Euro und somit brauchte die Gemeinde trotz zahlreicher Investitionen keine neuen Schulden aufnehmen.

Bürgermeister und Simon erläuterten dem Gremium den Haushalt recht ausführlich, um auch den neuen Markträten Einblick in das Zahlenwerk zu geben. Lochbronner berichtete weiter, dass der Finanzausschuss den Haushalt bereits schon beackert und fast eine Million Euro Ausgaben auf das kommende Jahr verschoben habe.

Das Ende der fetten Jahre

Josef Simon verwies darauf, dass die Gemeinde wegen der vergangenen guten Jahre nochmals sehr hohe Umlagen zu berappen habe. So betrage alleine die Kreisumlage 1,04 Millionen Euro. Und auch im kommenden Jahr werde man wohl nochmals tief in die Tasche greifen müssen. Dieser Umstand führe aber dazu, dass die Gemeinde den Verwaltungshaushalt nicht mehr finanzieren und es auch keine Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt geben könne. Die Gemeinde müsse stattdessen auf Rücklagen zurückgreifen und vom Vermögenshaushalt werden 706 860 Euro im Verwaltungshaushalt eingeplant.

Dennoch stehe Kirchheim sehr gut, meinte der Bürgermeister und verwies auf noch eine halbe Million ausstehender Zuschüsse des Freistaates aus dem Kanalbau. Zwar seien im Haushalt 1,2 Millionen Euro an neuen Krediten eingeplant, man hoffe aber, diese nicht zu beanspruchen, weil nicht alle geplanten Maßnahmen zum Tragen kommen beziehungsweise nicht abgeschlossen und abgerechnet werden können.

Simon bekannte sich vor den Markträten zu einer restriktiven Schuldenpolitik, denn die Tilgungen würden die Spielräume der Kommune einengen. Und er plädiere dafür, Schulden in einen Zeitraum von zehn Jahren zurück zu bezahlen. Deshalb riet er auch für die anstehenden Investitionen an der Volksschule Rücklagen und somit ein Polster zu bilden, dies habe für die beteiligten Gemeinden den Vorteil, dass die Belastungen in etwa über einen längeren Zeitraum gleich gehalten werden könnten.

Schließlich genehmigte der Marktrat den Haushalt wie auch den Finanzplan einstimmig.

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