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Ettringen

28.11.2019

Das Ettringer Holzbläser-Ensemble kehrt auf die Bühne zurück

Nach einigen Jahren Pause stehen (von links) Hermann Martin, Beate Lang, Oswald Wagner und Andreas Stammel am Samstag, 8. Dezember, wieder auf der Bühne.
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Nach einigen Jahren Pause stehen (von links) Hermann Martin, Beate Lang, Oswald Wagner und Andreas Stammel am Samstag, 8. Dezember, wieder auf der Bühne.

Nach fünf Jahren Pause tritt das Ettringer Holzbläser-Ensemble am Sonntag, 8. Dezember, 14 Uhr, bei freiem Eintritt im Café Kellerberg in Ettringen auf.

An das allerletzte Konzert des Ettringer Holzbläser Ensembles erinnert sich Hermann Martin noch genau, damals, im Jahr 2014. Sie waren zu Gast in Bad Wörishofen gewesen; in der stimmungsvollen Kulisse der St. Ulrichskirche hatten sie zum „Adventlichen Hoigata“ beigetragen - und überwältigenden Applaus geerntet. Danach konnte das Ensemble im Guten auseinander gehen, einen zwei Jahrzehnte umfassenden, gemeinsamen Weg damit beenden.

Unter Kennern gilt das Ettringer Holzbläser-Ensemble als Rarität

Als eine Art Vermächtnis hatte Hermann Martin - noch im Jubiläumsjahr 2014 - die Highlights aus „20 Jahre Ettringer Holzbläser Ensemble“ auf eine CD gebrannt, ihre musikalische Bandbreite in zwölf Stücken konserviert. Er hat sie selbst arrangiert, im eigenen Studio im Keller seines Hauses in Ettringen. Dort sitzt er auch heute noch des öfteren, mischt und arrangiert neu, oder gibt sich den Erinnerungen an die fruchtbaren Jahre inmitten seiner Musikerkollegen hin.

Es habe ihn nie ganz losgelassen, gibt Martin freimütig zu, gerade wenn wieder ein Jahr in Begriff war, zu Ende zu gehen. Denn das war die Kernzeit des Ensembles, die Advents- und Weihnachtszeit und mit ihr das Adventssingen, der Hoigata. Immer wieder hatte es darin besondere Momente gegeben, denn ihre Instrumentenzusammensetzung - drei B-Klarinetten, eine Bassklarinette - galt nicht nur unter Kennern als „Rarität“ in der Musiklandschaft. Es war wohl zudem dem kongenialen Miteinander innerhalb des Ensembles geschuldet, der musikalischen Ergänzung zueinander.

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Stolze 20 Jahre lang gastierte das Ensemble in gleicher Besetzung, hatten Hermann Martin, Beate Lang, Andreas Stammel und Oswald Wagner eine musikalische Sprache gefunden. Entstanden ist das Ensemble Ende der 80er Jahre aus einer Holzbläsergruppe aus den Reihen der Blaskapelle Ettringen, zu Beginn noch in wechselnder Besetzung, von Oswald Wagner gegründet. Seit 1994 besteht die aktuelle Besetzung; drei CDs sind insgesamt erschienen.

Hermann Martin darf sich als „Motor“ des Ensembles bezeichnen, Beate Lang als dessen „rechte Hand“; Erstaunliches sollte bisweilen aus der Zusammenarbeit beider entstehen. Hermann Martin kann nicht anders als von einem „großen Talent“ sprechen, wenn er auf die Gabe Langs verweist, Noten auf Papier zu bringen allein durch das Hören des Musikstücks. So kommt das Ensemble in den Genuss besonderer Arrangements - und erfährt Wertschätzung, die ihnen auch heute noch Respekt abringt.

So geschehen in der Basilika Ottobeuren. Hermann Martins Enkelin hatte damals dort im Chor gesungen, ihr zuliebe hatte sich Martin darum bemüht, den Chorleiter für einen Auftritt des Ensembles zu gewinnen. Und das sollte klappen: „Ohne uns vorher überhaupt gehört zu haben, hatte uns Josef Miltschitzky eine Zusage erteilt“, erinnert sich Martin. Auf dieses erste Aufeinandertreffen folgten sieben weitere, der Chorleiter zeigte sich begeistert von der Ettringer Besetzung. Besonders angetan hatte er sich von der Holzbläser-Version des Klassikers „Es wird scho glei dumpa“ gezeigt; er hätte so etwas noch nie gehört. „Das ging runter wie Öl“, freut sich Martin rückblickend. Auch das Publikum hatte sich begeistert gezeigt - ein „magischer Moment“ sei entstanden.

Arrangements für das Ettringer Holzbläser-Ensemble gemeinsam erarbeitet

Martins persönliches Highlight hat mit „Stella Maria“ zu tun; eine tschechische Musikkapelle hatte diesen Evergreen zum 50. Geburtstag des Ettringers Alex Ebner vorgetragen. „Ich trage diesen etwa 20 Jahre zurückliegenden Abend und dieses Stück immer noch in mir“, erzählt Hermann Martin. Damals hatte er - zu seinem Glück - die Noten vor Ort ausgehändigt bekommen und sie an Beate Lang weitergegeben. Gemeinsam erarbeiteten beide ein Arrangement für das Holzbläser Ensemble, gesungen wird ebenfalls darin. Herausgekommen ist ein Stück mit „Gänsehaut-Feeling“, davon zeigt sich Martin überzeugt.

Überzeugen möchten sie damit nun auch ihre Zuhörer. Denn erstmalig seit fünf Jahren wird das Ettringer Holzbläser Ensemble diesen Advent wieder auf der Bühne stehen - noch als einmalige Veranstaltung. Ob es danach eine Fortsetzung geben wird, ist noch dahingestellt. Das „Gänsehaut-Stück“ wird jedenfalls, soviel sei verraten, an diesem Nachmittag zu hören sein. Alle vier jedenfalls haben die Vorbereitungen auf den „Adventlichen Hoigata“, zu dem sie am Sonntag, 8. Dezember, 14 Uhr, bei freiem Eintritt ins Café Kellerberg in Ettringen einladen, sehr genossen.

Schon mehrere Monate im Vorfeld, teilweise unter hochsommerlichen Temperaturen, haben sie sich in Martins Keller zu den Proben getroffen. Lampenfieber hätten alle vier, den vielen Auftrittsjahren zum Trotz; dennoch könne Martin diesem Zustand auch etwas abgewinnen, wie er verrät. Und wie sie es im Laufe ihres Zusammenwirkens schon einige Male erleben durften, hofft das Ensemble auch im Zuge des Hoigata, dass es zu diesem einen magischen Moment kommt, wenn das Publikum sich einlässt auf die Musik, wenn beides eins wird - eben dann, wenn alles stimmt.

Konzert am Sonntag, 8. Dezember, 14 Uhr, bei freiem Eintritt ins Café Kellerberg in Ettringen.

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