Landwirtschaft im Jahreslauf

23.11.2015

Das Hofreinemachen

Markus Hemmerle mit der Fettspritze am Ladewagen. Diesmal hat der Landwirt gut lachen. Der November erfreute ihn bislang mit angenehmen Temperaturen für diese sonst so ungeliebten Reinigungsarbeiten.
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Markus Hemmerle mit der Fettspritze am Ladewagen. Diesmal hat der Landwirt gut lachen. Der November erfreute ihn bislang mit angenehmen Temperaturen für diese sonst so ungeliebten Reinigungsarbeiten.
Bild: Lippl

Im November muss der Bauer viel putzen. Doch in diesem Jahr war das immerhin nicht ganz so schlimm

„Im Märzen der Bauer“ hieß es zu Beginn unserer Serie. Seitdem begleiten wir Landwirt Markus Hemmerle aus Apfeltrach durchs Jahr.

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 Es ist „eine richtige Sauarbeit“. Doch in diesem Jahr? Nicht ganz so schlimm. „Dieser November war fürs Maschinenwaschen der reinste Segen“, sagt Markus Hemmerle und strahlt übers ganze Gesicht. Er beginnt zu erzählen, wie es sonst abläuft: Mit dem Hochdruckreiniger wird jede Maschine sauber gespritzt. Dass diese Arbeit bei Temperaturen um die Null-Grad-Marke, wie sie im November gern mal vorkommen, nicht die beliebteste ist, kann man sich denken.

Um die zehn Maschinen muss der Landwirt aus Apfeltrach reinigen und warten, damit sie nach dem Winter sofort wieder einsatzbereit sind – vom Schwader bis zum Güllefass, vom Mähwerk bis zum Ladewagen. „Und der Schmutz ist hartnäckig“, sagt der 35-Jährige. Die Arbeit ist alles andere als spaßig: Spritzt der Bauer in die Ritzen hinein – und Landmaschinen haben viele solcher Stellen –, kommt auch einiges an Dreck wieder zurück. „Da schaut man dann aus wie aus dem Moor“, erklärt Hemmerle. Zwei bis drei Schubkarren voller Dreck sammeln sich in manchen Maschinen an. Ein paar Stunden lang ist er mit einem Gerät beschäftigt, dann noch die tägliche Arbeit im Stall und das Büro, in dem sich nach der „Rushhour“ im Oktober inzwischen schon die Briefe stapeln. Aber, wie gesagt: „Heuer war das Saubermachen direkt angenehm.“ Beim Waschen entdecke er viele Verschleißerscheinungen schon zu Beginn, erklärt Hemmerle. Das kann zum Beispiel ein Blech sein, das einen Riss hat, oder verbogene Teile an der Maschine. „Firlefanzreparaturen“ kann der Bauer selbst erledigen, manches muss aber in der Werkstatt gemacht werden. Messer werden geschliffen und wenn die Maschinen trocken sind, bekommen sie eine gute Ladung Fett.

Das Hofreinemachen

Wie beim Lackieren sprüht Hemmerle einen feinen Ölfilm auf die Maschinen, um sie vor Rost zu schützen. Andere bewegliche Teile bekommen ihr Fett mit der Spritze weg, damit auch im nächsten Jahr alles wie geschmiert läuft – und zwar nicht nur sprichwörtlich. „Wer gut schmiert, der gut fährt“, zitiert Hemmerle. Bis zur letzten Ecke wird die Halle ausgenutzt, in der die Maschinen dann überwintern. Trocken und sauber müssen sie sein. „Wie lange Maschinen halten, hängt stark von der Pflege ab“, erklärt der Landwirt und ergänzt stolz: „Mein Ladewagen ist Baujahr 92 und läuft wie ein Uhrwerk!“

Das von mehreren Bauern gemeinschaftlich genutzte Güllefass samt Pumpe braucht noch mehr Pflege. Zwei Tage kann es schon dauern, bis es sauber ist, erklärt Hemmerle. Apropos Gülle: Die versucht der Bauer natürlich auch noch, rechtzeitig zu verteilen. Denn je nach Art des Feldes beginnen zu verschiedenen Terminen im November die Ausbringsperren – an die man sich tunlichst halten sollte. „Die Bürger sind sensibel“, sagt der 35-Jährige.

Zudem bringt ein bekannt gewordener Verstoß auch finanzielle Einbußen mit sich. Die Güllegruben sind nun also leer, der Winter kann kommen.

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