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Bad Wörishofen

05.07.2018

Das Kreis-Seniorenheim soll größer werden

Das Kreis-Seniorenwohnheim am Anger in Bad Wörishofen
Bild: Markus Heinrich

Die Einrichtung am Anger ist voll belegt. Im Gespräch sind nun zwei Varianten, wie das Gebäude  wachsen könnte.

Pläne, das Seniorenheim Am Anger in Bad Wörishofen zu erweitern, gibt es schon länger: Bereits vor sieben Jahren hat das Architekturbüro Jenn eine Vorplanung erstellt. Frisch überarbeitet und mit aktueller Kostenschätzung versehen, war sie nun Thema des Kreis-Aussschusses für Personal und Soziales. Dort erläuterte der Gesamtleiter der Kreis-Seniorenwohnheime, Ara Gharakhanian, dass es zwei Varianten für eine etwaige Erweiterung gebe. Möglich wären demnach Anbauten an die bestehenden beiden Flügel des Heims, durch die 18 neue Zimmer entstehen könnten. Die 15 Einzel- und drei Doppelzimmer würden 21 Bewohnern Platz bieten und nach derzeitigem Stand voraussichtlich 2,75 Millionen Euro kosten. Pro Platz entspräche das Kosten in Höhe von knapp 131000 Euro.

Deutlich teurer wäre die zweite Variante, bei der das Dach des Heims abgehoben und diesem ein weiteres Stockwerk aufgesetzt würde. Dadurch könnten 18 Einzel- und ebenfalls drei Doppelzimmer entstehen, sodass das Heim 24 neue Bewohner aufnehmen könnte. Das zusätzliche Stockwerk würde laut Gharakhanian 4,58 Millionen Euro kosten, was 191000 Euro pro Platz entspricht. Weil diese Kosten jedoch nicht mehr über die im Pflegesatz enthaltenen Investitionskosten gedeckt werden könnten, bezeichnete der Gesamtleiter diese Lösung als „unwirtschaftlich“. „Wir würden mit dieser Variante in eine Refinanzierungslücke hineinlaufen“, sagte er.

Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass eine Erweiterung auch insofern nicht unproblematisch ist, als für die neuen Plätze auch zusätzliche Pflegekräfte eingestellt werden müssten. Rund 20 neue Plätze bedeuteten zwischen achteinhalb und zehn Vollstellen, so Gharakhanian. Mindestens fünf davon müssten Fachkräfte sein. In der Praxis müssten jedoch bis zu zehn neue Pflegekräfte gefunden werden, weil viele den Beruf nicht in Vollzeit ausübten. Vor dem Hintergrund des Pflegekräftemangels keine leichte Aufgabe.

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Kreisrat Werner Birkle (CSU) erkundigte sich anschließend, ob es eine Warteliste oder so viele Nachfragen gebe, die die Erweiterung begründeten. Tatsächlich, so Landrat Hans-Joachim Weirather, sei das Haus in Bad Wörishofen derzeit voll belegt. „Und wir machen bestimmt nichts verkehrt, wenn wir das Angebot sukzessive nach oben entwickeln“, sagte er. Denn auch wenn die meisten Unterallgäuer laut einer Umfrage für das Seniorenkonzept auch im Alter am liebsten in ihren eigenen vier Wänden wohnen wollen, werde der Bedarf an Pflegeplätzen in den kommenden Jahren steigen. Die Frage von Doris Hofer (Grüne), ob mehr Plätze die Wirtschaftlichkeit des Heims steigerten, bejahte Weirather ebenfalls. Die bisherige Größe sei ein wirtschaftlicher Nachteil gegenüber Türkheim. Ihre Nachfrage, ob daran gedacht sei, die Erweiterung mit einer energetischen Sanierung zu kombinieren, verneinte Gharakhanian. Sie sei nicht notwendig und auch der Brandschutz, der regelmäßig überprüft werde, auf aktuellem Stand.

Im Falle einer Erweiterung müssten jedoch auch die Speisesäle vergrößert werden, die nicht noch mehr Bewohnern Platz böten. Das Architekturbüro wurde beauftragt, dies zu berücksichtigen, und soll die neuen Pläne in den nächsten Wochen vorlegen. Der Nachbarschafts- und Seniorenhilfeverein Bad Wörishofen hat eine genaue Vorstellung davon, was nötig ist. Man begrüße eine Erweiterung, sagte Michaela Bahle-Schmid unserer Zeitung. „Aber die Flügel des Gebäudes sollten zum Quadrat geschlossen werden, sodass ein Innenhof entsteht.“ Auf diese Weise werde auch die Arbeit für das Personal erleichtert. (mit m.he)

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