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Mindelheim

21.06.2019

Das Mindelheimer Heimatmuseum funkt SOS

Altertümer und andere Schätze aus Kellern und Schränken sollen am 29. Juni bei einem Flohmarkt zugunsten des Heimatmuseums verkauft werden.
Bild: Lippmann

Ein Flohmarkt soll dringend benötigte Gelder einbringen. Alle Mindelheimer sind zum Mitmachen eingeladen.

Vor ein paar Jahren hatte das Mindelheimer Heimatmuseum schon einmal SOS gefunkt. Damals waren einige wertvolle Objekte in derart schlechtem Zustand, dass dringend Hilfe geboten war. Weil Geld für die Restaurierung fehlte, organisierte der gemeinnützig anerkannte Förderkreis zusammen mit dem Leiter des Heimatmuseums, Markus Fischer, einen Flohmarkt.

Jetzt ist wieder Not am Mann. Es stehen wieder Restaurierungen im Museum an, außerdem werden neue Beschriftungen benötigt und die Heiligenfiguren im Treppenhaus müssen erneuert werden, sagt Ernst Woisetschläger, erster Vorsitzender des Förderkreisee Mindelheimer Museen. Auch die Grundausstattung für wiederkehrende aber wechselnde Themen-Fotoausstellungen könnte damit beschafft werden.

Der Markt findet im Hof des Klosters in Mindelheim statt

Der 700 Mitglieder zählende Förderkreis Mindelheimer Museen hat sich deshalb eine besondere Form der Geldbeschaffung ausgedacht: einen Flohmarkt im idyllisch gelegenen Klosterhof des Heilig Kreuz Klosters am Samstag, 29. Juni von 9 bis 19 Uhr.

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Die Spender können ihre Waren am Donnerstag 27. Juni von 14 bis 17 Uhr und am Freitag 28. Juni von 14 bis 18 Uhr im Heimatmuseum Hauberstrasse abgeben. Bevorzugt werden noch verkaufbare, möglichst kleinteilige Sachen vor 1970. „Nicht gefragt sind Textilien, Schuhe, Bücher, Einmachgläser und Übertöpfe“ sagt die zweite Vorstandsfrau des Museumsvereins Thea Hoyer, die über große Flohmarkterfahrung verfügt.

Geplant ist die Nutzung des Kloster-Innenhofes, bei leichtem Regen wird der Torbogen des Eingangs benutzt, bei starkem Dauerregen könnte der Flohmarkt auf den 6. Juli verschoben werden. Als musikalischer Lockvogel wird Pius Bader mit seiner Drehorgel dienen. Der Eintritt in das Heimatmuseum ist an diesem Tag frei und wird ausnahmsweise über den Innenhof direkt möglich sein.

Am Ende des Tages fallen in Mindelheim die Preise

„Ab 18 Uhr wollen wir mit einer Abwärtsversteigerung für den Restabsatz sorgen“, sagt Ernst Woisetschläger. Das heißt, der aufgerufene Preis wird von Aufruf zu Aufruf billiger, so lange bis verkauft ist. Die Auktion soll dafür sorgen, dass wirklich alle Teile an den Mann oder die Frau kommen, denn: „Mit nach Hause oder zur Entsorgung wollen wir möglichst nichts bringen“, so der Vorsitzende, der sich über eine möglichst rege Beteiligung der Unterallgäuer Bevölkerung freuen würde. Er hofft, damit eine sprudelnde Geldquelle für den Erhalt und den Ausbau des Heimatmuseums zu finden, deren Zeck dem musealen Gedanken und der Werterhaltung von wichtigen Heimatgütern dienen wird. Die Jugend braucht heute mehr denn je den Bezug zu den Wurzeln um die Zukunft zu verstehen. Davon sind alle Museumsverantwortlichen zutiefst überzeugt.

Das Heimatmuseum kann übrigens auf eine 116-jährige Geschichte zurückblicken. 1903 gründete Friedrich Lang das Mindelheimer Heimatmuseum zunächst im Amtsgericht am Marienplatz. Ihm folgten Friedrich Zoepfl sowie Vater und Sohn Ernst und Erwin Holzbaur als Leiter des Heimatmuseums. Von 1923 bis 2010 führten die beiden Letztgenannten das Museum, das 1948 in die Räume des Heilig Kreuz Klosters verlegt wurde. Seit 2012 verantwortet Markus Fischer das Museum. (mz)

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