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Gesundheit in Stetten

12.05.2017

Das Paradies vor der Haustür wiederfinden

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3 Bilder
Referentin Annette Born an einem ihrer Lieblingsbäume im Stettener Wald, sie gab im Rahmen der Gesundheitswoche einen Kurs im „Waldbaden“.
Bild: Manuela Frieß

Den Wald einmal ganz anders wahrzunehmen, das ermöglicht das Konzept „Waldbaden“, das auf vielfältige Weise positiv wirkt.

Trends aus Japan und Südkorea: Da denken sicher viele sofort an irgendwelche technischen Neuheiten wie Konsolen oder Handys. Aber nein, diesmal ist es quasi ein Gegentrend. Er heißt Shinrin Yoku, was so viel bedeutet wie „Waldbaden“ und das ist in manchen Burn-Out-Präventionen und Anti-Stress- Management-Zentren schon angekommen. „Wer in den Wald geht, atmete auf und entfernt sich vom Stress und Lärm des Alltags, das weiß jeder. Dass das aber längst noch nicht alles ist, was man dort finden kann, das will ich den Teilnehmern hier zeigen“, meint Annette Born, die Kursleiterin. Im Rahmen der Unterallgäuer Gesundheitswoche ist die ausgebildete Naturtherapeutin mit fünf Männern und fünf Frauen im Wald in Stetten unterwegs. Ganze vier Stunden dauert ihr Kurs. Der Beginn: Ein symbolisches Waschen, um den Alltag hinter sich lassen. Während des Kurses: immer wieder Impulse für alle Sinne, sehen, hören, riechen, fühlen schmecken. Zum Ende: Zehn absolut zufriedene Gesichter, die völlig überwältigt sind von ihrer Zeit zwischen den Bäumen.

Volker Brück ist von vielem fasziniert: „Das war so ein schönes Gefühl, dass der Wald sich kümmert. Dass es hier so viele Dinge gibt, die man essen kann zum Beispiel.“ Manuela Klein-Reiber stimmt zu und unterstreicht: „Ich habe eine innere und äußere Sattheit im Moment. Und kam in mir zur Ruhe.“ Viele der Teilnehmer bezeichnen sich als naturverbunden, einige sind schon rein beruflich viel im Wald unterwegs, aber Annette Born unterstreicht: „Nur Joggen oder immer mal wieder mit dem Hund durch den Wald laufen oder wandern, das ist nicht das Gleiche wie ein solcher Kurs. Und auch wenn das komisch klingt, die Gruppe ist für die Teilnehmer nicht störend, sondern absolut wichtig und hilfreich.“ Auch Gabriele Leonardy bestätigt, dass sie sich im Teilnehmerkreis außerordentlich wohl gefühlt habe, richtig gut aufgehoben. „Einfach nur allein in den Wald zu gehen und zu schlendern, bringt bestimmt auch schon was, aber mit dieser Anleitung: Klasse!“

Positive Effekte sind bewiesen

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Der Blutdruck wird auf natürliche Weise gesenkt, das Immunsystem angekurbelt, der Puls wird reguliert und die Stresshormone werden verringert. Das sind nicht nur die Eindrücke der Teilnehmer in Stetten, all diese positiven Effekte des Waldbadens wurden in Japan wissenschaftlich bewiesen, erklärt Annette Born. „Doch weil das vielen Leuten zu einfach klingt, haben viele Vorurteile. Was nicht viel kostet, wirkt nicht“, umschreibt die Kursleiterin das Problem. Dabei ist es doch so wie Karin Rimbacher sagt: „Dieser Kurs hat mir mal wieder gezeigt, dass wir das Paradies doch vor der Haustür haben.“ Nur wieder finden müsse man es, bestätigt Anneliese Grimm. Weshalb die zehn Teilnehmer auch die Aufgabe hatten, sich ein Andenken an das Waldbaden zu suchen, das sie auch im Alltag wieder an das gute Gefühl, die Ruhe und die Zufriedenheit erinnert.

Der Kurs im Rahmen der Unterallgäuer Gesundheitswoche stand unter dem Motto „Frühling und Neubeginn“. „Doch im Einklang mit den Jahreszeiten oder je nach Zusammensetzung der Gruppe sind natürlich viele andere Themen machbar“, erläutert die Naturtherapeutin aus Stetten, die die Kurse regelmäßig anbietet. Für alle, die Lust haben, es für sich einmal auszuprobieren, hat sie folgende Tipps: Einen Grund suchen, warum man sich in den Wald begibt, ausreichend zu trinken mitnehmen, eine Aufgabe suchen und abseits der Pfade schlendern. Etwas, das zum Beispiel Xaver Grimm während des Kurses aufgefallen ist: „Man hat eigentlich fast keine Lust, sich wieder auf die festen und breiten Wege zurückzubewegen, wenn man sie einmal verlassen hat.“ Dass man sich dabei vorsichtig und leise bewegt, sollte sich von selbst verstehen.

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