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Markt Wald

20.08.2015

Das Schloss ist eine Baustelle

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Aktuell ist das Fuggerschloss in Markt Wald eingerüstet: Das Anwesen wird noch bis Ende des Jahres umfassend renoviert.
Bild: Sarah Schierack

Das Fuggerschloss in Markt Wald wird umfassend renoviert. Für die Sanierung des Dachs gab es jetzt einen großen Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Idylle und Baustelle liegen in Markt Wald gerade eng beieinander: Links laufen Hühner unter dem Gartentisch hindurch, reife Pflaumen liegen im Gras, die Sonne blinzelt immer wieder zwischen den Ästen hindurch. Rechts davon steht das stattliche Schloss, das seit Mitte des 17. Jahrhunderts im Besitz der Familie Fugger-Babenhausen ist. Das Anwesen ist komplett eingerüstet, nur die Türme mit den charakteristischen Geweihen auf den Spitzen schauen noch heraus.

Das Fuggerschloss wird seit vergangenem Herbst saniert, rund 15 Monate sollen die Arbeiten dauern. Die letzte Renovierung ist mehr als 100 Jahre her, erzählt Leopold Graf Fugger-Babenhausen. Seit 2008 gehört das Schloss ihm, 2011 ist er mit seiner Frau und den Kindern in das historische Gebäude eingezogen – von Anfang an mit dem Plan, das Anwesen umfassend zu sanieren. „Es gehört zu meinem Selbstverständnis, Eigentum für die nächste Generation zu erhalten“, betont er. Dabei gehe es ihm nicht um Luxus, sondern vor allem um „den Erhalt der Substanz“. Denn die ist nach Ansicht von Experten in keinem guten Zustand: Die Fassade des Schlosses weist massive Feuchtigkeitsschäden auf, auch durch das Dach dringt Wasser ein.

Rund 1,3 Millionen Euro kostet das Vorhaben insgesamt. Weil das Gebäude denkmalgeschützt ist und als ortsbildprägend gilt, also fest zum Charakter und auch zur Geschichte von Markt Wald gehört, wird ein wesentlicher Teil der Kosten gefördert. Das Geld kommt zum Beispiel vom Freistaat, dem Bezirk, dem Landkreis oder auch der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Einen symbolischen Scheck über 70000 Euro für die Renovierung des Dachs konnte Bernt von Hagen, Ortskurator Augsburg der DSD, Graf Fugger-Babenhausen nun übergeben. Das Geld stammt aus den Erlösen der Lotterie Glücksspirale, die seit 25 Jahren immer wieder die Stiftung unterstützt.

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„Allein hätten wir das nicht geschafft – und das Risiko auch gar nicht gewagt“, sagt Graf Fugger-Babenhausen. Oberste Prämisse sei deshalb auch, dass die Arbeiten im Kostenrahmen bleiben. „Da muss man dann auch manchmal die Prioritäten ändern“, betont er. An den Außenwänden seien beispielsweise die Überreste „prachtvoller Fassadenmalereien“ gefunden worden. Die würden nun ebenfalls restauriert – dafür müsse an anderen Stellen zurückgesteckt werden.

Graf Fugger-Babenhausen ist überzeugt, dass das 2200-Einwohner-Dorf von der Renovierung des Anwesens profitieren wird. „Viele Menschen in Markt Wald erzählen mir, sie freuen sich, dass das Schloss nun renoviert wird.“ Das Gebäude gehöre für sie fest zu ihrem Ort und zum Ortsbild. schsa

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