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Krankenhäuser

29.07.2011

Das Unterallgäu streckt seine Fühler in Richtung Memmingen aus

Die Stühle von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger und Verwaltungschef Wolfram Firnhaber waren leer geblieben: Die künftige Zusammenarbeit der Kliniken Unterallgäu und Memmingen stellten Landrat Hans-Joachim Weirather (von rechts) und Klinikumsvorstand Franz Huber vor. Daneben die Chefärzte Privatdozent Dr. Peter Steinbigler und Dr. Tilmann Eßlinger.
Bild: Foto: jsto

Verwaltungsrat beschließt einstimmig Gespräche mit dem Ziel einer gemeinsamen Trägerschaft

Ottobeuren Die Kreiskliniken Unterallgäu streben eine gemeinsame Trägerschaft mit dem Klinikum Memmingen an. Das hat der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens in seiner nicht öffentlichen Sitzung am Mittwochabend einstimmig beschlossen. Der Landkreis Unterallgäu will dazu in Gespräche mit der Stadt Memmingen eintreten. Das gab gestern Landrat Hans-Joachim Weirather (Freie) auf einem Pressetermin im Kreisklinikum Ottobeuren bekannt.

Das Jahresdefizit der beiden Unterallgäuer Kliniken liegt bei mehreren Millionen Euro. Daran konnte bis dato auch Klinikumsvorstand Franz Huber wenig ändern, der Anfang 2010 gekommen war.

Mindelheims Ärztlicher Direktor Privatdozent Dr. Peter Steinbigler begrüßte die Entscheidung für Memmingen. Sie trage dazu bei, die Arbeitsplätze langfristig zu stabilisieren. Die drei Krankenhäuser verglich Steinbigler mit dem Satz: „Mit drei Töpfen kann man mehr Suppe kochen als mit zwei“.

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Von den Küchenmeistern ließen sich gestern neben dem Landrat nur Klinikumsvorstand Franz Huber in die Töpfe schauen. Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger (SPD) und der Verwaltungsleiter des Klinikums Memmingen, Wolfram Firnhaber, hatten zwar noch den OP-Saal und die stationären Zimmer für die neu angesiedelte Augenheilkunde (eigener Bericht folgt) besichtigt, ließen sich dann aber eiligst entschuldigen. Die Klinik Ottobeuren nutzt von August an die Ober-Scharrer-Gruppe als neuer Kooperationspartner in der Augenheilkunde. Die Augenärzte, die in Memmingen praktizieren, waren auf der Suche nach einem Partner.

So erläuterte Weirather allein die Zukunftspläne. Die Partnerschaft mit dem Klinikum Memmingen ziele auf die „Sicherstellung der bedarfsgerechten, medizinisch hochwertigen Versorgung der Bevölkerung im Landkreis Unterallgäu und der Stadt Memmingen“. Die Zusammenführung der drei Klinikstandorte unter einem Dach verspreche die Sicherstellung einer wohnortnahen stationären Versorgung. Jedes Krankenhaus soll dabei ein eigenes Profil entwickeln. „Alle sollen nicht mehr das Gleiche machen“, sagte Weirather. Das medizinische Spektrum werde insgesamt nicht zurückgefahren, versicherte der Kreischef.

Die pure Größe soll Garant für geringere Kosten und für höhere Erlöse sein. Alle drei Häuser sollen in kommunaler Trägerschaft bleiben. Eingehend seien im Vorfeld Alternativen geprüft worden, die da heißen: ohne Partner weiter machen, Kooperation und Fusion. Eine gemeinsame Trägerschaft wurde nun als erfolgversprechendste Lösung beschlossen. Die Option, unter Umständen eine Allianz mit dem Klinikum Augsburg zu schmieden, wird laut Huber nicht weiter verfolgt.

Im Herbst sollen sich die Gremien von Landkreis und Stadt Memmingen „eingehend mit der Thematik“ befassen, sagte der Landrat. Heute könne er noch nicht sagen, was da am Ende herauskomme.

Wer gehofft hat, Entlastung könnte für die Unterallgäuer Häuser aus dem Ostallgäu kommen, sieht sich getäuscht. Von den fünf Krankenhäusern soll dort das Haus in Marktoberdorf geschlossen werden (siehe eigenen Bericht). Die grenznahen Kliniken Obergünzburg und Buchloe, die tendenziell eher Patietenten aus dem Unterallgäu abziehen, bleiben bestehen. Weder der Landrat noch der Klinikumsvorstand mochten die Entscheidung der Ostallgäuer kommentieren.

Unterdessen machen Personalveränderungen die Runde. Insider deuten dies als Zeichen, dass die Zahlen sich kaum zum Besseren gewendet haben. Die Zusammenarbeit mit dem erst im Frühjahr neu berufenen kaufmännischen Direktor Jens Backsmeier wurde beendet. Huber sagte gestern, Backsmeier habe gekündigt.

Über die Gründe mochte Klinikumsvorstand Franz Huber öffentlich nicht Stellung nehmen. Das Haus verlassen wird auch der Medizin-Controller Hans-Henning Bützow. Der Landrat sagte, es sei bei einem Haus dieser Größenordnung ein normaler Vorgang, dass sich Mitarbeiter weiter entwickelten und auch mal das Haus verlassen.

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