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Mindelheim vor dem Abitur

26.04.2015

Das haben schon andere geschafft

Nur nicht verrückt machen lassen – das ist die Devise der Maristenschüler vor den Abiprüfungen, die in der kommenden Woche beginnen. Von links: Kai Hefele, Sara Muminovic, Sonja Cebulj und Sandra Greiner.
Bild: jsto

Wie sich Maristenschüler auf den Prüfungsmarathon vorbereiten und was sie danach vorhaben

Jetzt geht es um die Wurst, die Abiturprüfungen stehen unmittelbar bevor. Einen kleinen Vorgeschmack auf die nächsten Wochen haben die Zwölftklässler des Maristenkollegs bereits hinter sich gebracht. Am Dienstag hieß es bei einer ersten mündlichen Prüfung Warmlaufen für die großen Prüfungen, die am 30. April mit dem Fach Deutsch beginnen und am 8. Mai mit Mathematik enden. Kai Hefele ist einer der 110 Abiturienten an Mindelheims größter Schule. Der 18-jährige Mindelheimer erzählt, dass er mit einem Mitschüler über einen Cartoon sprechen musste. Auf Englisch. Lief alles prima.

Überhaupt sind die jungen Leute erstaunlich entspannt. Sandra Greiner aus Stockheim sagt, die Abiturprüfungen selbst zählten ohnehin nur ein Drittel. Damit nimmt sie Druck von sich. Den großen Rest haben sie also alle schon in der Tasche. Und da sieht es bei den vier jungen Leuten, die sich mit der MZ getroffen haben, ohnehin prima aus. Alle erwarten eine eins vor dem Komma oder eine gute zwei. Klar ist aber schon, dass sie ihr Abitur sehr ernst nehmen. Es hängt einfach zu viel davon ab.

Die Mindelheimerin Sara Muminovic zum Beispiel will Medizin studieren, und da kommt es auf jedes Zehntel nach dem Komma an. Sonst gibt es keinen Studienplatz. Deshalb lernen sie alle fleißig. Der eine mehr, der andere etwas weniger.

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Kai Hefele vergräbt sich zwei Stunden am Tag konzentriert in seine Bücher und Unterlagen. Sandra Greiner profitiert von ihrer konsequenten Arbeitsweise. Sie hat am Ende eines jeden Halbjahres Zusammenfassungen geschrieben. Die arbeitet sie jetzt noch einmal durch. Da hält sich der Aufwand in Grenzen.

Sonja Cebulj aus Bad Wörishofen versucht eine Balance zu finden zwischen Freizeit und Lernen. „Am Wochenende wollen wir ja trotzdem weggehen“, sagt sie. Es gebe schließlich auch ein Leben neben der Schule. Irgendwann gehe auch nichts mehr in den Kopf. Aber natürlich „müssen wir uns jetzt schon besonders zusammenreißen“.

Ein bisschen hilft den jungen Leuten auch der Prüfungsplan. Nach den schriftlichen Tests in Deutsch und Mathematik ist erst einmal eine Woche Pause. Da kann man dann für die weiteren Fächer lernen.

Sonja will nach dem Abitur erst einmal eine völlig andere Welt kennenlernen. Sie leistet ein freiwilliges soziales Jahr in Mexiko ab. Dort hilft sie an einer Uni der Maristen mit. Später will sie dann Bauingenieurswesen studieren.

Auch bei Kai Hefele aus Mindelheim steht schon fest, wie es nach dem Abitur weiter geht. Zuerst kommt eine gemeinsame Fahrt auf die Insel Korfu. Da werden die meisten der Mitschüler dabei sein. Danach will er Jura studieren.

Sandra Greiner fällt das Erlernen von Sprachen leicht. Deshalb will sie an der Uni auch etwas in dieser Richtung machen. Internationale Betriebswirtschaft könnte sie sich vorstellen. Da hilft ihr ihr gutes Englisch und Französisch weiter, hofft sie.

Glücksbringer haben die vier Abiturienten keine. Aber sie freuen sich über jede Aufmunterung. „Meine Eltern haben mir gesagt, du packst das. Das gibt mir Auftrieb“, sagt Kai und fügt an, es werde schon schiefgehen. Und sie sagen sich, das Abitur hätten schon andere geschafft. Die Hürden sehen sie alle als machbar an.

Am Schluss des Gesprächs haben sie dann aber noch ein besonderes Anliegen. Das G8 finden sie richtig schlecht. Das sollen ruhig alle Politiker wissen, die dafür verantwortlich sind.

Immer wieder hätten sie im Unterricht erleben müssen, dass Stoff nicht weiter vertieft werden konnte, weil die Zeit einfach nicht mehr reicht. Viele ihres Jahrgangs wüssten auch noch nicht, was sie nach den Prüfungen überhaupt anpacken sollen.

Kai Hefele: „Die meisten sagen, ich mach jetzt erst mal mein Abi, dann sehen wir schon weiter“. Manche Schüler sind noch nicht einmal volljährig, wenn sie die Schule verlassen. (jsto)

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