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Konzert II

21.11.2019

Das musikalische Feuer brennt weiter

Die Klarinettisten Ute Müller und „Urgestein“ Oswald Wagner.
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Die Klarinettisten Ute Müller und „Urgestein“ Oswald Wagner.

Die Blaskapelle Max Pfluger zelebriert die hohe Kunst der Blasmusik

Bei den Wertungsspielen in Schwabmünchen kam die Blaskapelle Max Pfluger in der Oberstufe den 100 Punkten ganz schön nahe. Es waren genau 98,2. Nun war sozusagen musikalischer Erntedank. Zum Jahresende demonstrierten die 22 Musiker beim Jahreskonzert im Stadttheater Mindelheim noch einmal die hohe Kunst der Blasmusik und zeigten, dass sie immer begeisterungs- und steigerungsfähig sind. Dabei zelebrierten sie Werke wie den Schwabengruß und den Mussinan-Marsch. Und Dirigent Max Pfluger hatte bei der Auswahl schon eine Auge, dass alle Register gleichmäßig gefordert wurden.

Es war ein musikalisches Experiment, das Max Pfluger 2005 begonnen hatte. Er versammelte um sich die besten Musiker aus den Kapellen Mittelschwabens, um einen einmaligen Klangkörper zu formen. Heute spielen in der Blaskapelle Max Pfluger 22 Musikanten. Der Jüngste ist mit 17 Jahren Schlagzeuger Christoph Maier aus Balzhausen, der Älteste Klarinettist Oswald Wagner aus Ettringen mit 69 Jahren. Sie alle vereint die Liebe zur böhmisch-mährischen Blasmusik. Doch es ist nicht leicht, bei Max Pfluger zu spielen. Der Dirigent fordert Höchstleistungen. Für die Musiker bedeutet dies eigentlich ein Leben für die Blasmusik. Zu den Proben in den Stammkapellen kommen noch Proben bei Max Pfluger. Vier Abende für die Musik kommen da leicht pro Woche zusammen. Aber bekanntlich setzten die Götter vor den Erfolg den Schweiß. Für das diesjährige Konzert hatte der Meister ein eigenwilliges Programm zusammengestellt. Mit anspruchsvollen Polkas und Märschen aus dem gehobenen Blasmusikniveau brillierten die Musiker und boten ein Feuerwerk feinster Blasmusik.

Gänsehaut-Feeling vermittelte auch die Stephanspolka. Komponist Alexander Pfluger schrieb dieses Stück für seinen Freund und Flügelhornisten Stephan, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Schloss man beim Vortrag die Augen, so wurde man in die Weiten des Universums getragen, wo der Dirigent seinen Freund wohl vermutet.

Die Musiker mussten aber auch bei „Koktail“ und der Polka „Sivicka“ alles geben, wo Max Pfluger auf seine „Stars“ wie Albert Guggenmos (Tenorhorn), Siegfried Ehninger (Flügelhorn), Ute Müller (Es-Klarinette) und Oswald Wagner (1. Klarinette), zählen konnte. Mit dem Solotitel „Erinnerungen an Zirkus Renz“, brillierte der junge Schlagzeuger und Debütant Christoph Maier aus Balzhausen am Marimbaphone und überzeugte mit atemberaubender Technik und Schnelligkeit bei dieser außergewöhnlichen Tondichtung. Ein aufgehender Stern am Blasmusikhimmel und ein Ausnahmetalent am Drumset.

Durchs Programm führte wieder Radiomoderatorin Julia Buchmeier aus Türkheim, die mit viel Charme überleitete und das Publikum mit Informationen versorgte. Dafür erhielt sie nicht nur viel Applaus, sondern zudem vom Chef einen Blumenstrauß.

Auch wenn Max Pfluger nun etwas kürzer treten will und einige Chorleiter- und Dirigentenstellen abgibt, seiner Blaskapelle bleibt er noch erhalten. Denn wie hieß es im Abschiedsstück: „Das Feuer brennt weiter.“ Und dieses Feuer spürte man von Anfang bis zum letzten Titel des Konzertabends, und es soll auch in den nächsten Jahren nicht verglimmen: Das Jahreskonzert 2020 ist bereits wieder für Anfang November geplant und im Oktober 2012 steht eine Tournee auf den Azoren im Terminplan.

Mit der Zugabe, dem Volkslied „Guten Abend, gute Nacht“, verabschiedeten sich die Musiker schließlich von ihrem begeisterten Publikum im voll besetzten Stadttheater.

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