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Mindelheim

24.10.2020

Das sind die Lieblingsbücher der Mindelheimer Büchereibesucher

Inge Haggenmüller leitet die Stadtbibliothek in Mindelheim und liest – das versteht sich ja eigentlich von selbst – ausgesprochen gern. Zur Zeit gehören „Die langen Abende“ und „Das Haus der Frauen“ zu ihren Lieblingsbüchern.

Plus Inge Haggenmüller, die Leiterin der Mindelheimer Stadtbücherei, spricht über Ausleihhits, ihre persönlichen Lieblingsbücher und darüber, was sich im Lauf der Zeit verändert hat.

Was die Leiterin der Stadtbücherei Mindelheim, Inge Haggenmüller, in Zeiten von Corona besonders vermisst, ist das „Hoigarta“, der Austausch, das gemeinsame Schmökern, Lesestunden für Kinder oder die vielen Kinder, die Bücher anschauen, während die Eltern beim Einkaufen sind. „Eine Bücherei muss voll sein, da muss Leben drin sein“, so drückt sie es aus. Doch Bücherlesen hat in diesen Zeiten auch einen neuen Aufschwung erlebt, man ist wieder mehr zuhause und macht es sich dort gemütlich.

Ausleihhits seien dabei die Bände über die sieben Schwestern von Lucinda Riley, aktuell Band 6 „Die Sonnenschwestern“: die Geschichten von sieben sehr unterschiedlichen Frauenpersönlichkeiten, inspiriert von den Mythen um das Siebengestirn der Plejaden. Fast so häufig ausgeliehen werde „Die Schule der magischen Tiere“ von Margit Auer, eine mittlerweile elfbändige Serie für Kinder ab acht Jahren: Magische Tiere mit ganz besonderen Eigenschaften begleiten ihr Schulkind und stehen ihm bei, für Jungen wie für Mädchen begehrter Lesestoff.

Die Mindelheimer Autorin Tina Schlegel wird gern gelesen

Auf der Bestsellerliste folgt die „Rabenschwarze Beute“ von Nicola Förg. Heimatkrimis sind laut Haggenmüller allgemein beliebt, auch die von MZ-Mitarbeiterin Tina Schlegel und natürlich die „Kluftinger-Krimis“. Was bei den jungen Lesern schon lange und immer noch begehrt ist, sind „Gregs Tagebücher“, aktuell Band 13, mit dem chaotischen Greg, der als Strichmännchenillustration (fast) jedes Problem in den Griff bekommt.

Früher hörten Kinder Kassetten, dann kamen CDs und jetzt gibt es die Toniebox. Kinder können kleine Hörfiguren ausleihen, passend zu der gewählten Geschichte: eine kleine Hexe für „Bibi Blocksberg“, den Kater Findus für die schwedischen Petterson Geschichten oder einen kleinen Eisbären für die gleichnamige Serie. Die magnetischen Figuren werden auf eine weiche, würfelförmige Box gesteckt, nachdem die Eltern für die Kinder die Erzähldaten heruntergeladen haben. Die Bedienung sei dann kinderleicht. „Von den Tonies haben wir aktuell 88 Titel im Bestand, die insgesamt schon 934 Mal ausgeliehen wurden“, beschreibt Haggenmüller den Erfolg.

Etwa 2000 Mindelheimer nutzen die Stadtbücherei regelmäßig.

Das sind die Lieblingsbücher der Mindelheimer Büchereileiterin

Ihre persönlichen Lieblingsbücher seien gerade „Die langen Abende“ von Elisabeth Strout, eine Geschichte über menschliche Schicksale in einem kleinen Ort in Maine in den USA oder auch „Das Haus der Frauen“ von Laetitia Colombani, mit einer Frau, die um 1920 in Paris ein Heim für obdachlose Frauen aufbaut.

Einmal im Jahr wird der Bestand kontrolliert, Bücher, die seit etwa fünf Jahren nicht mehr ausgeliehen wurden, werden aussortiert, aber auch Bücher, die so oft gelesen wurden, dass sie unansehnlich zerfleddert sind, verschmutzt oder – was auch schon vorgekommen sei – ins Wasser gefallen sind. Letztere werden durch neue Exemplare ersetzt, die Exemplare der „Hitliste“ gibt es meist zweimal. Die aussortierten Bücher werden im Büro in Bananenkisten gelagert, normalerweise bis zur Altstadtnacht, wo sie beim Bücherflohmarkt verkauft werden. Was übrig bleibt, wandert in den Müll. Aussortiert werden auch Kinderbücher, die vor der Rechtschreibreform herausgekommen sind oder alte Reiseführer. Im Sortiment bleiben – auch wenn sie zeitweise nicht so oft gelesen werden – die Klassiker: bei Kinderbüchern Ottfried Preußler oder Astrid Lindgren. „Da gehört ein gewisses Grundsortiment in jede gute Bücherei“, so Haggenmüller.

Das hat sich in der Mindelheimer Bücherei verändert

Was sich verändert hat, sagt sie, sei das Tempo, der digitale Wandel, der immer schneller wird und auch die immense Zahl an Neuerscheinungen, Titel die beliebt sind und wieder verschwinden. Ausgeliehen werden kann auch online, über die Homepage und die „Onleihe Schwaben“. Mittlerweile 22 Büchereien haben sich hier zusammengetan und einen Datenpool angelegt, auf den die Leser zugreifen können, was besonders während des Corona-Lockdowns genutzt wurde, aber generell ein gern angenommenes Angebot ist.

In der Bücherei gibt es längst nicht nur Bücher, sondern auch die Hörspiel-Figuren für die Toniebox.

Allerdings nehmen immer noch mehr Menschen ein echtes Buch mit Papierseiten zur Hand. Im vergangenen Jahr hatte die Mindelheimer Bücherei übrigens 77.000 Entleihungen mit etwa 2000 aktiven Nutzern. „Ein Angebot gerade auch für Menschen, die nicht so wohlhabend sind – ein Zugang zu Bildung und Information für alle“, freut sich dabei Haggenmüller.

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