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Haushalt

06.06.2019

Dauer-Trend Schuldenfreiheit in Ettringen

Das Mehrgenerationenprojekt „Soziale Mitte“ in Ettringen wird in Kürze fertiggestellt sein. Die Gemeinde ist Eigentümer zweier Wohnungen und des Servicezentrums innerhalb der Anlage. Knapp 263 000 Euro werden hierfür noch im Haushalt 2019 eingeplant.
Bild: Pätz

Auch der Haushalt 2019 lässt Ettringen blitzsauber dastehen – lediglich ein „Spinner“ bereitet Sorge.

Während andernorts Zwietracht und Zerwürfnis an der Tagesordnung ist, konnte man bei der Haushaltssitzung in Ettringen das Gegenteil beobachten. Ein gut gelaunter Bürgermeister brachte seine Gitarre mit, Sektgläser entlang der Ratstische gaben Aussicht auf etwas Prickelndes.

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Anlass war der 60. Geburtstag des Kämmerers und Geschäftsleiters Karl Heinz Müller. Ihm, dem „18. Rat“, wie ihn Bürgermeister Robert Sturm gerne nennt, sangen die Anwesenden ein Geburtstagsständchen. Aber auch der Rat um Bürgermeister Sturm hatte allen Grund, sich gegenseitig einen Toast auszusprechen. Denn auch für das Haushaltsjahr 2019 konnte der Kämmerer nur Positives in Aussicht stellen: Die Gemeinde Ettringen ist derzeit schuldenfrei.

Bereits zuvor waren Haushaltsplan und Haushaltssatzung mit Finanzplan und Investitionsprogramm vom Gremium und Kämmerei vorberaten worden, nun galt es für Müller lediglich, die Fakten abschließend vorzutragen. Das Gesamtvolumen des Haushaltes beträgt rund 10 Millionen Euro – und stellt damit das größte seit 15 Jahren dar. In Sachen Gewerbesteuer kann die Gemeinde auf Einnahmen in Höhe von 900.000 Euro vertrauen, bei der Einkommenssteuer auf knapp 2 Millionen Euro. Eine Anhebung der Hebesätze für die Grundsteuer A und B sowie der Gewerbesteuer ist deshalb auch nicht notwendig, sie bleiben unverändert auf 330 sowie 320 von Hundert.

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Rund 3,7 Millionen Euro werden dieses Haushaltsjahr für Investitionen veranschlagt; zur Finanzierung der Maßnahmen werden aus der Rücklage 2,2 Millionen Euro entnommen, darin verbleiben dann immer noch etwa 740.000 Euro. Auch eine Kreditaufnahme in Höhe von 500.000 Euro ist geplant. Ob das Geld tatsächlich gebraucht wird, werde sich im Laufe des Jahres zeigen, so der Kämmerer. Ein Blick ins Investitionsprogramm der Gemeinde zeigt folgende Posten: Für Restarbeiten an den Außenanlagen der Kindertagesstätte St. Martin fallen 80.000 Euro an, der Ausbau der Watzmannstraße wird knapp über einer Million Euro liegen – inklusive Straßenbau, Wasserleitung, Beleuchtung und Breitband. Die Umsetzung dieser Maßnahme werde sich allerdings in den Juli ziehen, gab Müller bekannt. Die ausführende Baufirma habe um Aufschub gebeten.

Für was eine weitere Million Euro in Ettringen ausgegeben wird

Nochmals etwas über eine Million Euro wird der Ausbau der Sankt-Martin-Straße kosten, für weitere Straßensanierungen kommen 25.000 Euro hinzu. Schließlich weist der Haushalt 52.500 Euro für die Breitbanderschließung der nördlichen Ortsteile Aletshofen und Höfen aus, für Sanierungsarbeiten im Bereich der Kläranlage 230.000 Euro. Einstimmig segnete der Rat das Zahlenwerk ab. Für Sorgenfalten sorgte etwas ganz anderes: der Eichenprozessionsspinner. Hat dieser Schädling vergangenen Jahres rund um Markt Wald zugeschlagen, wurden befallene Bäume nun auch auf dem Radweg Richtung Kirch-Siebnach gesichtet, zwei von zwölf betroffenen Bäumen besonders stark. Mittlerweile wurde der Kreisfachberater für Gartenbau im Unterallgäu, Markus Orf, von der Gemeinde hinzugezogen, ebenso eine Schädlingsbekämpfung mittels Gift gestartet, durch ein Unternehmen aus Markt Rettenbach. Nach einigen Tagen Einwirkungszeit erhoffe man sich Abhilfe, erklärte Robert Sturm.

Auch ein Thema, wenn auch ein kurzes, war die Umstellung auf die „Gelbe Tonne“. Dass er im Haushaltsplan ob des Einsatzes sinkende Kosten erwartet hätte, legte Andreas Scheitle (FW) seiner Frage zugrunde. „Die Säcke sind abgeschafft, dann müssten die Kosten doch weniger werden“, so sein Verständnis. Ende des Jahres werde es eine Betriebskostenabrechnung geben, legte Sturm dar, und die gebe Auskunft über Kosten und Nutzen. Ob das im Zweifelsfalle das Aus für kleine Wertstoffhöfe bedeuten könne, wie Ettringen einen unterhalte, das wolle er sich nicht ausmalen. „Wir hoffen nicht, dass er das Zeitliche segnet“, sagte Sturm.

Abschließend erteilte der Gemeinderat den beiden Bauanträgen über den Bau eines Ein- bzw. Dreifamilienhauses in der Edelweiß- und Brühlstraße die Genehmigung.

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