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Debatte im Mindelheimer Stadtrat driftet ab, aber Künstler brauchen Hilfe!

Kommentar Von Johann Stoll
02.11.2020

Plus Nach dem Vorschlag von Thomas Burtscher hat der Mindelheimer Stadtrat über Hilfe für örtliche Kultur diskutiert - doch leider ist die Debatte abgedriftet.

Die Lage ist bitterernst. Veranstalter und Künstler stehen seit Monaten mit dem Rücken zur Wand. Reihenweise mussten wegen Corona Auftritte abgesagt werden. Künstler freuen sich sehr über Applaus, allein davon leben können sie nicht. Das ist der Hintergrund eines Vorstoßes von Thomas Burtscher im Stadtrat. Der Grüne, der selbst Veranstalter ist, regte an, dass sich ein Kreis von Kunstschaffenden, das Kulturamt und Vertreter der Stadt zusammensetzen, um zu überlegen, wie der heimischen Kunstszene über die Klippen geholfen werden kann. Leider ist die Debatte zu sehr in Richtung Vereinsförderung abgedriftet. (Lesen Sie dazu auch: Mindelheims Stadtrat Thomas Burtscher schlägt Alarm für die Kultur)

Ja, auch Vereine haben große Probleme und es ist sicherlich nicht falsch, auch den Vereinen unter die Arme zu greifen. Hier geht es aber um die Frage, wie den Kulturschaffenden geholfen werden kann, die davon leben müssen. Denn wenn jetzt nicht rasch gehandelt wird, wird Mindelheim sehr viel ärmer sein am Ende der Krise, weil dann nämlich ein großer Teil der Kulturschaffenden von der Bildfläche verschwunden sein wird.

Wer die Altstadt für den Verkehr schließt, muss dort etwas bieten - warum nicht Kultur?

Was aber kann getan werden? Der runde Tisch muss schnell kommen, nicht erst wenn Corona vorbei ist. In dieser Runde ließe sich ein Kulturprogramm für die Sommermonate in Mindelheim planen. Die Autos von Samstag, 14 Uhr, bis Sonntag, 24 Uhr, aus der Stadt zu verbannen, erfordert geradezu zwingend Aktivitäten für die Altstadt. Dazu könnten auch die für 2020 bereits im Haushalt genehmigten Zuschüsse eingesetzt werden, die aber wegen ausgefallener Veranstaltungen nicht abgerufen werden konnten.

Auch eine Spendenaktion wäre denkbar unter dem Titel „Wir halten zusammen!“ Ein Bürgermeister aus Sachsen hat genau diesen Weg beschritten, weil er sagt: Hier geht es um unsere Stadt.

Ein Appell an die Solidarität der Mindelheimer Bürger

Und warum nicht auch an die Solidarität aller appellieren? Wenn die Gaststätten geschlossen sind, dann holen wir eben das Essen ab. Und wer meint, die Corona-Regeln nicht einhalten zu wollen, dem sei gesagt: Damit wird nicht der Staat getroffen, das trifft uns alle.

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