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Amberg

07.12.2019

Demonstrative Solidarität für Dorferneuerung in Amberg

Ambergs Bürgermeister Peter Kneipp (rechts) und sein Stellvertreter Hubert Wagner beglückwünschten sich bei der Bürgerversammlung gegenseitig für die konstruktive Zusammenarbeit.
Bild: Reinhard Stegen

In Amberg wächst wie überall im Wertachtal die Nachfrage nach Bauplätzen – und damit auch der Bedarf an Kindergartenplätzen.

Die turnusmäßige Bürgerversammlung gegen Jahresende musste heuer in einem Ausweichquartier abgehalten werden, nachdem der „Deutsche Kaiser“ von der Bildfläche verschwunden ist und das Dorfgemeinschafthaus sich erst im Bau befindet.

Die zum Versammlungsraum umfunktionierte Turnhalle im hinteren Teil des Gebäudes, das das Rathaus und eine Bankfiliale beherbergt, erfreute sich regen Besuchs, auch wenn ja eigentlich keine großen Neuigkeiten zu erwarten waren. Gefühlt sah es eher nach einer Solidaritätsbekundung aus – mit und von allen, die am Großprojekt Dorferneuerung beteiligt waren und nach wie vor noch sind.

Die kleine Gemeinde Amberg stemmt derzeit große Projekte

Zu bieten hatte Bürgermeister Peter Kneipp zunächst, gemessen an dem kleinen Amberg, ziemlich große Zahlen. Dazu hatte bereits zuvor Markus Schöffel von der VG Türkheim mit der Haushalts- und Investitionsübersicht die Vorlage geliefert.

Demonstrative Solidarität für Dorferneuerung in Amberg

Die Gemeinde Amberg hat viel vor: Für die Dorferneuerung geht Amberg in die Vollen

Und weil diese Zahlen mit einem Rekordvolumen von knapp 3,5 Millionen Euro im noch laufenden Jahr so groß waren, hatte das ALE (Amt für ländliche Entwicklung) ein Einsehen und erhöhte die ursprüngliche Fördersumme von 1,5 Millionen Euro auf nun satte vier Millionen Euro für die Dorferneuerung. Detailliert stellte Kneipp in seinem Rechenschaftsbericht die kalkulierten Kosten den inzwischen zum Teil vorliegenden Rechnungsbeträgen gegenüber und begründete Abweichungen, wie etwa Kostensteigerungen bei der Bachverrohrung im Bereich der Hauptstraße oder die Mehrkosten für den Abbruch des „Deutschen Kaiser“.

Dezidiert legte er auch offen, für welche Maßnahmen die Gemeinde Fördergelder erhält und welche nicht förderfähig sind. Insgesamt liege man mit dem Dorfgemeinschaftshaus und der Hauptstraßenneugestaltung im Zeitplan, so Kneipp. Aufgenommen in die Liste der innerörtlichen Baumaßnahmen wurde inzwischen noch die Bergstraße.

Sorge bereiten ihm allerdings die zunehmenden Leerstände - meist aufgegebene Landwirtschaften - im Ortskern. Man habe zur Lösung des nicht neuen Problems, das viele kleine Gemeinden gleichermaßen betreffe, Angebote für ein „innerörtliches Entwicklungskonzept“ eingeholt, das voraussichtlich zu 80 Prozent bezuschusst werde.

Dessen ungeachtet hat Amberg gerade erst wieder am Ortsrand ein neues Baugebiet erschlossen, das dem Gemeinderat aus auch anderen Gründen längere Zeit Kopfzerbrechen bereitete. Denn was bisher nach dem altbewährten „Einheimischenmodell“ bei der Vergabe der neu erschlossenen Bauplätze funktionierte, ist nach einer nun geltenden EU-Regelung nicht mehr zulässig.

Häuslebauer können sich um einen Bauplatz bewerben

Grundsätzlich stehen die Grundstücke jetzt einem erweiterten Bewerberkreis offen. Bauwerber können sich nach einem Punktemodell - wie in anderen Gemeinden auch - für einen Bauplatz bewerben; dieses ist auf der gemeindlichen Internetseite einsehbar. Ganze fünf Bauplätze hat Amberg in einer ersten Vergaberunde zu bieten, damit noch Reserven für die kommenden Jahre bleiben.


Amberg ist auch über den berühmten Tellerrand hinaus aktiv. So gehört es zu den ILE-Gemeinden (ILE = Integrierte ländliche Entwicklung), die unter anderem ein Landkreisgrenzen übergreifendes Kernwegenetz ausbauen wollen. Nebeneffekt sei, so Bürgermeister Kneipp, dass Amberg wegen seiner ILE-Mitgliedschaft fünf Prozent mehr Förderung für die Dorferneuerung erhalte.

Auch das in kürzlich in Wiedergeltingen vorgestellte Flexibus-Konzept mit seiner Anbindung an Buchloe sprach er kurz an. Auch wenn Details noch der Klärung bedürften, begrüßte er den Vorstoß grundsätzlich. Nach der in Aussicht stehenden degressiven Förderung des Freistaates müsste sich Amberg im ersten Jahr mit rund 2600 Euro auf bis zu 5650 steigend im fünften Jahr an den zu erwartenden Kosten beteiligen.

Gemeinden im Wertachtal kämpfen für besseren ÖPNV: Beim Flexibus ist immer noch viel Luft nach oben

Amberg lässt sich jedoch nicht nur die bauliche Neugestaltung und die Modernisierung der Infrastruktur - wie die Breitbandversorgung - etwas kosten, sondern bietet mit seiner Kita eine vorbildliche Betreuungseinrichtung für den Nachwuchs. Der Bedarf an Platz und Personal ist seit dem Bezug des neuerbauten Kindergartens und des ehemaligen Pfarrhauses stetig gewachsen.

Inzwischen ist auch das Pfarrhaus unter anderem mit der Hortgruppe vollständig belegt. Trotz der Zuflüsse aus staatlichen Zuschüssen und Kindergartengebühren hat die die Gemeinde 275.000 Euro zu tragen, so Kneipp; umgerechnet bedeute dies, dass die Gemeinde 3750 Euro jährlich pro Kind ausgebe.

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