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Mindelheim

11.10.2020

Der Bauboom in Mindelheim geht zu Ende

So sah es noch im Frühjahr dieses Jahres im Baugebiet im Mindelheimer Norden aus – ganz so kahl ist es dort inzwischen nicht mehr. Immer mehr Häuser werden dort gebaut.
Bild: Seitz-Röthinger

Plus In Mindelheim werden städtische Baugrundstücke knapp. Das ist nicht der einzige Wermutstropfen, den Bürgermeister Winter auf der Bürgerversammlung erwähnt.

Baugrundstücke werden knapp, zumindest aus städtischer Hand: Dies war eine überraschende Aussage von Mindelheims Bürgermeister Stephan Winter bei der Aussprache der Bürgerversammlung. Wenn das Baugebiet im Norden abgewickelt ist, werde es einen Einbruch geben, sagte er. Die Stadt habe keine Grundstücke mehr in eigenem Besitz und der Markt sei schwierig geworden: Die Stadt suche zwar Grundstücke, finde aber keine Verkäufer. Der nächste Wermutstropfen war der Weihnachtsmarkt, den es in der gewohnten Form wohl nicht geben könne.

Darüber machen sich Mindelheims Bürger Gedanken

Mindelheims Bürgermeister hatte in seinem Vortrag bei der Bürgerversammlung trotz Coronakrise ein positives Bild gezeichnet. Die finanziellen Einbrüche hielten sich noch in Grenzen. Die Stadt habe Maßnahmen ergriffen um den Haushalt zu stabilisieren und einige Projekte verschoben (wir berichteten: Trotz Corona steht die Stadt Mindelheim gut da). Dann kamen die Bürger zu Wort:

  • Weihnachtsmarkt Der Bürgermeister wurde nach der Zukunft des Weihnachtsmarkes gefragt. Winter meinte, dass es mit dem Aufstellen eines Christbaums nicht getan sein könne. Auf der anderen Seite könne er sich momentan einen Weihnachtsmarkt in „friedvoller Enge“ mit Glühwein wie bisher nicht vorstellen. Das Kulturamt arbeite an einem Ersatzprogramm. Er könne sich kleinere Veranstaltungen an verschiedenen Plätzen vorstellen.
  • Bauland Einen weiteren Wermutstropfen gab es bei dem Thema günstiges Bauland: Nachdem es in diesem Jahr einen richtigen Boom gegeben habe, sei es damit vorerst vorbei. Winter erinnerte daran, dass die Stadt im Norden östlich der alten B16 über 50 Bauplätze verkaufen konnte, 150 Interessenten habe es gegeben. Die Stadt habe nun keine bebaubaren Grundstücke mehr. Und selbst wenn der Stadt heute Bauland angeboten würde, gebe es eine Planungsphase von mindestens zwei Jahren. „Ich kann Ihnen heute nicht sagen, wie es weiter geht“, erklärte der Bürgermeister. Der Stadtrat werde die Rahmenplanung vorantreiben, es gehe auch um die Nahversorgung des Mindelheimer Nordens.
  • Tempokontrollen Über zu schnelles Fahren ärgerten sich mehrere Redner und forderten mehr Geschwindigkeitskontrollen. Der Leiter des Ordnungsamtes, Ralf Müller, überraschte mit der Aussage, dass die Stadt nicht kontrollieren könne, wie sie wolle. Standorte, wo die Kontrollgeräte aufgebaut werden dürfen, müssten mit der Polizei abgesprochen werden. Müller bescheinigte aber den Geschwindigkeitsmessgeräten eine erzieherische Wirkung. In Straßen, in denen sie aufgestellt werden, sei eine Reduzierung der Geschwindigkeit feststellbar, wie zuletzt im Norden der Krumbacher Straße. Man werde die Zahl der Stationen nach und nach erhöhen.
  • Abbiegespur Nicht glücklich fand ein Bürger die Verkehrslösung beim Einbiegen in das neue Baugebiet in Höhe der Platanenstraße. Fußgänger seien außen vor. Bürgermeister Winter erklärte, dass bei der Abbiegespur noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. Man überlege sich, dort einen Kreisverkehr nach Abschluss der Bauarbeiten einzurichten.
  • Bahnhof Der Mindelheimer Bahnhof sei alles andere als eine Visitenkarte für die Stadt, meinte ein Besucher, der viele Jahre aus Mindelheim gependelt war. Der Bürgermeister gab ihm recht. Es werde sich etwas ändern. Durch die Aussiedlung der Firma Weikmann seien der Stadt nun die Hände nicht mehr gebunden. Um das Areal für Investoren interessanter zu machen, werde das Gebiet Sanierungsgebiet, ähnlich wie in der Altstadt die Ecke Gebiet Lautenstraße/Hauberstraße. Man könne so Steuervorteile erlangen. Allerdings müsste dann aber die Bahn mitmachen und bereit sein, das Bahnhofsgebäude zu veräußern.
  • Engstellen Abschließend forderte ein Bürger noch mehrere Verkehrsspiegel an gefährlichen Engstellen wie in der Westernacher und Teckstraße. Das Thema Parkhaus in der unteren Stadt wurde übrigens nicht angesprochen.

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