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Mindelheim ehrt verdiente Mitbürger

28.10.2016

Der Dank der Stadt ist ihnen gewiss

Die Stadt Mindelheim verleiht Verdienstmedaillen an folgende Persönlichkeiten (von links): Peter Schmid, Hubert Klaus, Dr. Berndt Michael Linker (sitzend), Michael Haid, Manfred Eichner. Mit auf dem Bild Bürgermeister Stephan Winter
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Die Stadt Mindelheim verleiht Verdienstmedaillen an folgende Persönlichkeiten (von links): Peter Schmid, Hubert Klaus, Dr. Berndt Michael Linker (sitzend), Michael Haid, Manfred Eichner. Mit auf dem Bild Bürgermeister Stephan Winter
Bild: Johann Stoll

Fünf Männer, fünf herausragende Geschichten für die Allgemeinheit. Ihr Einsatz bereichert das Zusammenleben

Menschen mit einer solchen Grundeinstellung müssen die Gründer der Bundesrepublik vor Augen gehabt haben. Wie kann ich das Gemeinwohl fördern? Was kann ich für den Staat tun, und nicht umgekehrt? Seit 14 Jahren zeichnet die Kreisstadt Mindelheim alle zwei Jahre außergewöhnlich engagierte Persönlichkeiten, die Herausragendes für die Allgemeinheit leisten, mit der Verdienstmedaille aus. Diesmal waren es fünf Herren, die sich über die Auszeichnung sichtlich freuten. Bürgermeister Stephan Winter nahm die Ehrung im Rahmen eines Festaktes im Forum vor.

Der Rathauschef, erschienen mit umgehängter Amtskette, sprach von der schönsten Veranstaltung der Stadt im Jahresverlauf. Es sei das Mindeste, jenen Menschen zu danken, die im Stillen für die Allgemeinheit wirkten, sagte Winter vor rund 200 Ehrengästen aus Politik, Gesellschaft und Kirchen. Sie leisteten freiwillig Großes, ohne persönliche Vorteile im Auge zu haben.

Für die festliche Stimmung sorgte die Jugendkapelle Mindelheim unter Leitung von Robert Hartmann. Ein Sektempfang schloss sich an den offiziellen Teil an.

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Geehrt wurden:

Manfred Eichner. In jeder Hinsicht sportlich begeisternd nannte der Bürgermeister Manfred Eichner. 27 Jahre lang war Eichner als Helfer und Übungsleiter bei den Turnern aktiv. Bei den Schwimmern war er 22 Jahre ebenfalls Übungsleiter. Set einem halben Jahrhundert stellt sich Eichner als Prüfer bei der Abnahme des Sportabzeichens zur Verfügung.

Seine sportliche Bilanz liest sich eindrucksvoll: 103 Meisterschaften, fünf deutsche Turnfeste, 16 Gau-, Bezirks- und Landesturnfeste und vieles mehr. Auch im Skisport, beim Geräteturnen und in der Leichtathletik weist der sportliche Tausendsassa Hunderte von Erfolgen vor.

Darüber hinaus hat Eichner 22 Viertausender bestiegen, darunter dreimal den Mont Blanc. Mit dem Fallschirm bewältigte er einen Sprung aus 4000 Metern Höhe. Und nicht zuletzt war Eichner Fackelträger bei den Olympischen Sommerspielen von München 1972.

Michael Haid. Vereine, sagt Bürgermeister Winter, machten das traditionsreiche Mindelheim so liebenswert. Einen wesentlichen Beitrag zum Geschichtsbewusstsein in der Stadt leiste das Frundsbergfest. Und hier spielt Michael Haid eine wichtige Rolle. Haid war Gründungsmitglied des Frundsberg Festrings. Von 1990 bis 2002 war er erster Vorsitzender, zuvor Stellvertreter. Seit 2004 ist Haid Träger des einmaligen Gäbelestecka-Ordens der Mindelonia, deren Vorstand er sogar einmal war.

Beim Frundsbergfestring wurden in der Amtszeit von Michael Haid eine Wagenhalle neu gebaut, das Armbrustschützenheim errichtet, die Schießanlage ertüchtigt sowie Fundushallen errichtet. Auch bei der Sanierung und Neugestaltung des Südwestflügels der Alten Fronfeste war Haid engagiert dabei.

Seit vielen Jahren organisiert Haid den Handwerkerhof bei St. Stephan mit dem Lager der Armbrustschützen. Der Kindernachmittag geht auf seine Initiative zurück.

Hubert Klaus. Der Mindelauer verdient sich die Auszeichnung eigentlich gleich mehrfach, sagte Winter. 13 Ehrenämter bekleidet Hubert Klaus. „Du bist der Prototyp eines Bundesbürgers, so wie ihn sich die Gründerväter unserer Bundesrepublik idealerweise gewünscht haben“. Klaus sorge selbstlos dafür, dass etwas in der Gemeinde vorangeht. Ob bei den Schützen, im Kegelclub, beim TSV Mindelheim oder beim Veteranen- und Soldatenverein – überall ließ sich Klaus zum Mitmachen motivieren. Das Bürgerhaus in Mindelau ist dank der Organisationsleistung von Hubert Klaus zustande gekommen.

Von 1996 bis 2014 war Klaus obendrein Ortssprecher von Mindelau. Seither arbeitet er im Seniorenbeirat der Stadt mit. Auch in der Kirche ist Klaus aktiv. Er ist Kirchenpfleger in Mindelau und in der Pfarreiengemeinschaft Nassenbeuren. Beim Bau der Orgel in Mindelheim war Klaus Baukoordinator.

Dr. Berndt Michael Linker. Seit 1948 herrschte Sendepause. Prof. Dr. Friedrich Zöpfl hatte damals die „Geschichte der Stadt Mindelheim in Schwaben“ veröffentlicht. Die Geschichte der Stadt Mindelheim im 20. Jahrhundert wartete noch auf einen Autor. Dieser Mammutaufgabe stellte sich Dr. Berndt Michael Linker. Rund 30 Jahre lang hatte der frühere Geschichtslehrer an seinem epochalen Werk über die Kreisstadt gearbeitet.

In den 90er Jahren war Linker noch auf Ablehnung gestoßen. Zu heikel schien das Kapitel des Nationalsozialismus. Linker ließ sich davon nicht entmutigen. Er hat Fakten gesammelt, Zeitzeugen befragt. Am Ende stand ein großes Werk, wie Winter betonte. Dieses 684 Seiten starke Buch hat bereits erste Folgen nach sich gezogen. Zur Erinnerung an Opfer der Nationalsozialisten wurden Stolpersteine verlegt.

Linker hat den Großteil der 48 000 Euro für sein Buch aus eigener Tasche bestritten. Spenden und Zuschüsse deckten 8000 Euro ab.

Peter Schmid. Die Kultur in Mindelheim wäre ohne ihn um einiges ärmer. Peter Schmid hat Jazz isch erfunden. Zum 24. mal findet das Festival vom 30. März bis 2. April 2017 statt. Als langjähriger Vorsitzender des inzwischen aufgelösten Kulturrings hat Schmid rund 500 teils hochkarätige Veranstaltungen organisiert. Im Stadtrat bestach Schmid mit seiner kulturellen Fachkompetenz. Das Mondlicht Open Air auf der Schwabenwiese ist ebenfalls eine Idee von Peter Schmid, der das Konzert jedes Jahr mit organisiert. Schmid wurde bereits vom Freundeskreis Alt-Mindelheim mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Das Team von Jazz isch erhielt 2012 die Silberdistel unserer Zeitung verliehen.

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