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25.03.2009

Der Diamantbohrer macht aus Eiern kleine Juwelen

Bad Wörishofen Jedes Ei ist Maßarbeit, jedes ein Unikat, jedes ein kleines Kunstwerk. Lydia Sabisch hat Ostereier zu ihrem Hobby erkoren, fräst und bemalt diese seit fünf Jahren. Jetzt stellt sie ihre Werke ab Freitag, 27. März, zum ersten Mal im Kurhaus aus.

"Angefangen hat alles mit einem Zeitschriftenartikel. Da habe ich perforierte Eier gesehen und war begeistert", erzählt die Bad Wörishoferin. Von ihrem Zahnarzt erstand sie daraufhin gebrauchte Zahnarztbohrer und fing an, Hühnereier zu fräsen. Da deren Schale allerdings zu dick war und viele Eier brachen, stieg sie schnell auf Enten-, Gänse- und Puteneier um. Diese bekam sie von verschiedenen Züchtern.

Arbeiten mit Mundschutz und Schutzbrille

"Die Eier müssen zuerst gewaschen werden. Dann sauge ich sie mit einer Spritze aus und spüle sie immer wieder mit Spülmittel und Essig, damit keine Rückstände im Ei bleiben", erläutert sie ihre Vorgehensweise. Nachdem sie getrocknet sind, werden die Eier vermessen und in gleiche Teile eingeteilt, bevor die Motive mit einem Stift übertragen werden. Erst dann kann gefräst werden. Dabei entsteht Kalkstaub, weswegen Sabisch immer mit Mundschutz und Schutzbrille arbeitet. "Der feine Staub gelangt trotzdem in die Lunge, das ist natürlich nicht so angenehm." Bis ein Ei fertig ist, vergehen sieben bis 40 Stunden.

Der Diamantbohrer macht aus Eiern kleine Juwelen

"Inspirationen bekomme ich aus der Natur, aus Zeitschriften, Scherenschnittbüchern, aber auch von Stoffen oder Schmuck", meint die Rentnerin. Sie hat sich alles selber beigebracht, auf verschiedenen Ausstellungen, die sie besuchte, wollte ihr niemand Auskunft geben. Unterstützung fand sie bei ihrem Mann Horst, der ihr eigens für die Arbeit an den Eiern einen Tisch in die Küche baute.

Heute arbeitet Sabisch auch mit Nandu-, Emu- und Straußeneiern, die schwer zu bekommen sind. Diese werden ebenfalls mit detailreichen Mustern verziert. Einige Eier fräst sie auch so weit auf, dass sie Figuren in sie setzen kann, oder andere kleinere Eier. Schmuckstücke sind die beiden Nandueier mit Pfarrer-Kneipp-Motiv.

Lydia Sabisch verbringt viel Zeit mit ihrer Kunst

"Arbeit macht so ein Ei schon und natürlich gehen hin und wieder auch welche kaputt, aber mein Hobby macht einfach so viel Spaß und dauernd und überall bekomme ich tolle neue Ideen, dass ich einfach immer weitermachen und meine Kreativität entfalten muss", meint sie lachend und blickt auf ihren Wohnzimmerschrank, in dem es schon langsam eng wird vor lauter Ostereiern.

Ostereierausstellung von Lydia Sabisch im Kurhaus-Foyer. Öffnungszeiten: Freitag, 27. März, von 13 bis 20 Uhr, Samstag, 28. und Sonntag, 29. März, von jeweils 9 bis 20 Uhr.

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