1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Der Erntedank-Altar ist Chef- und Ehrensache

Haselbach

05.10.2019

Der Erntedank-Altar ist Chef- und Ehrensache

Prise für Prise haben Thomas Ruf, seine Frau Nicole (links) und Schwägerin Lisa Bertele die Samen für den Körnerteppich ausgestreut. Die Kinder Leonhard, Rosalie, Magdalena und Mathias (von links) durften bei der Kürbisernte, beim Sammeln und Zweigen und Ähren und beim Einkaufen helfen.
5 Bilder
Prise für Prise haben Thomas Ruf, seine Frau Nicole (links) und Schwägerin Lisa Bertele die Samen für den Körnerteppich ausgestreut. Die Kinder Leonhard, Rosalie, Magdalena und Mathias (von links) durften bei der Kürbisernte, beim Sammeln und Zweigen und Ähren und beim Einkaufen helfen.
Bild: baus

Plus Mesner Thomas Ruf aus Haselbach gestaltet mit viel Leidenschaft den Schmuck zum Erntedankfest - und gibt zu: Einen kleinen Wettbewerb gibt es schon.

Thomas Ruf aus Haselbach ist Mesner aus Leidenschaft. „Das ist mein großes Hobby“, sagt er. Und wenn man sieht, mit welcher Hingabe er sich dem Körnerteppich widmet, der dieses Jahr den Erntedankaltar in der Haselbacher Pfarrkirche schmücken soll, besteht daran auch wirklich nicht der geringste Zweifel. Schon im vergangenen Jahr hatte sich der 45-Jährige mächtig ins Zeug gelegt und aus den Körnern ein Kreuz gelegt, im Hintergrund ging die Sonne auf und der Schriftzug „Danke“ symbolisierte, worum es bei Erntedank geht.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Heuer ist das Motiv noch aufwendiger: Passend zum Motto „Alles kommt aus deinen Händen“, das am unteren Bildrand zu lesen ist, ist Jesus mit weit ausgebreiteten Armen zu sehen, neben sich einen Apfelbaum, vor sich einen Korb mit Fischen und Brot – feinste Linien mit gemahlenen Körnern vorsichtig aufgestreut.

Blau gefärbter Milchreis wird im Erntedankaltar verarbeitet

Für das Gesicht von Jesus hat Nicole Ruf orange Linsen mit der Kaffeemühle fein gemahlen, bei Fischen und Himmel kam blau gefärbter Milchreis zum Einsatz. Einige Stunden Arbeit stecken in dem Bild, doch das ist es Thomas Ruf wert. Schließlich ist ihm Erntedank wichtig. Weil es eben nicht selbstverständlich ist, jeden Tag vor einem reich gedeckten Tisch sitzen zu können und sich um das tägliche Brot keine Sorgen machen zu müssen. Und auch, weil sich das viele viel zu selten bewusst machen. „Erntedank ist einfach was besonderes. Eigentlich sollten wir jeden Tag Danke sagen“, findet er.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Und dann, das gibt er grinsend zu, gibt es natürlich schon auch einen gewissen Wettbewerb unter den Mesnern, wer den schönsten Erntedankaltar aufgebaut hat. Keine Frage also, dass Thomas Ruf in den nächsten Tagen eine Runde drehen und sich die Werke der anderen anschauen wird. „Aber sicher doch“, sagt er und lacht. „Da bin ich früher schon mit meiner Oma rumgefahren.“

Das Obst für den Erntedankaltar stammt aus heimischen Gärten und der Klostergärtnerei

Seit insgesamt neun Jahren ist er Mesner in Haselbach – und der Erntedankaltar Chefsache. „Da bin ich ein bisschen eigen“, gibt er lachend zu und fügt hinzu: „Das ist mir von meinem Glauben her wichtig, dass das zum Tag passt.“ Seine Frau Nicole und seine Schwägerin Lisa Bertele helfen mit, aber das reicht dann auch. Schließlich ist so ein Körnerteppich eine pfriemelige Angelegenheit. Und auch für das Drumherum, zu dem neben dem Rahmen aus Obst und Gemüse um den Körnerteppich auch der Schmuck der Seitenaltäre und die Blumen am Hochaltar gehören, braucht es Fingerspitzengefühl. Das Obst und Gemüse stammt zum Teil aus seinem eigenen und zum Teil aus dem Pfarrgarten und was dann noch fehlt, kauft Nicole Ruf bei der Klostergärtnerei in Ursberg. Sie lockt zu Erntedank nicht nur mit Sonderpreisen, sondern belässt auch das Laub am Gemüse, damit es sich zum Dekorieren eignet.

„Bei solchen Festen sind wir schon ein paar Tage in der Kirche“, sagt Thomas Ruf. Und das, wo er den Erntedankaltar heuer beinahe gestrichen hätte, weil es in Haselbach am Sonntag gar keinen Festgottesdienst gibt. Der fällt aus, weil in Kirchheim zum zehnjährigen Bestehen ein Festgottesdienst für die gesamte Pfarreiengemeinschaft stattfindet. Aber – wie gesagt –Erntedank ist Thomas Ruf wichtig und deshalb hat er eben doch wieder einen Altar aufgebaut, der vermutlich, wie schon im vergangenen Jahr, wieder jede Menge Besucher anlocken wird. Und die Idee fürs nächste Jahr, die er hat auch schon im Kopf.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren