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Natur

20.11.2018

Der Mindel kräftig das Bett aufgeschüttelt

Der neue Verlauf der Mindel ist aus der Luft gut zu erkennen. Im kommenden Frühjahr werden auch Büsche gepflanzt und Gräser angesät.
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Der neue Verlauf der Mindel ist aus der Luft gut zu erkennen. Im kommenden Frühjahr werden auch Büsche gepflanzt und Gräser angesät.
Bild: Wasserwirtschaftsamt

Was die Neugestaltung des Flusses bei Warmisried bewirken soll

Fährt man von Dirlewang Richtung Unteregg, sieht man dort eine Baustelle am Waldrand. Die Mindel wurde hier auf einem Teilstück komplett neu verlegt. Der ehemals kerzengerade Bach mit Steilufern schlängelt sich jetzt plätschernd durch ein komplett neu gestaltetes Stück Natur. Im Zuge der Renaturierung der Mindel wollte das Wasserwirtschaftsamt in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschützbehörde einen weiteren Teil der Mindel ökologisch aufwerten um so bessere Bedingungen für Fische und Kleinstlebewesen zu schaffen. Philipp Clermont, Abteilungsleiter beim Wasserwirtschaftsamt Kempten, und Max Leinauer, Leiter der Flussmeisterstelle in Türkheim, erklärten, dass zum Beispiel zwei für Fische unüberwindbare Abstürze beseitigt wurden. So gibt es jetzt zum Beipiel eine raue Rampe, einen mit Felsen gestalteten, abschüssigen Bereich, wo das Wasser rauscht wie ein Gebirgsbach.

Der gesamte Flussabschnitt ist im Besitz des Freistaates Bayern und wird vom Wasserwirtschaftsamt Kempten verwaltet. Der Uferbereich wird nicht landwirtschaftlich genutzt und liegt abseits von Ortschaften und Bebauung, sodass die Planer größtmögliche Freiheiten bei diesem Projekt hatten. Der Bach selbst kann und darf sich nach Abschluss der Baumaßnahmen verändern, nur im Bereich in Richtung der Kreisstraße MN 5 musste die Uferböschung besser gesichert werden. Auf 30 Meter Länge wurde hier ein Weidengeflecht befestigt. Die Weidenzweige sollen Wurzeln schlagen und so die Erde der Uferböschung zusätzlich stabilisieren. Wachsen schließlich Äste aus den Zweigen werden diese das Wasser beschatten und Unterschlupf für Fische bieten. In einem Bereich, wo der Bach stark mäandert, wurden Felsen, Baumstämme und Geäst platziert, um das Wasser gezielt zu leiten, damit tiefere und seichtere Stellen entstehen, das Wasser an manchen Stellen schneller fließt, an anderen langsamer. So entwickeln sich unterschiedliche Lebensbereiche, die für verschiedene Fische besonders geeignet sind.

Ein kleines Bächlein, das die angrenzenden Felder entwässert, wurde höhenmäßig so integriert, dass kleine Fische bei Hochwasser, wo das Wasser oft reißend wird, Schutz finden und sich zurückziehen können. Noch sind die Arbeiten nicht ganz abgeschlossen und Philipp Clermont erläutert: „Wahrscheinlich werden noch in diesem Herbst einige Hochstämme gepflanzt. Strauchwerk und Einsaat kommen dann voraussichtlich im Frühjahr 2019.“ (ug)

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