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Türkheim

29.01.2019

Der Ort an der Wertach soll grün bleiben

Der große Busch direkt am Waaghaus wird den bevorstehenden Bauarbeiten zum Opfer fallen müssen. Erhalten werden soll dagegen ein alter Apfelbaum an der Grenze zur Straße, fordern die Mitglieder des Bauausschusses.
Bild: Alf Geiger

Vor der Wachstumsphase sollen einige Bäume im Ortsgebiet abgeholzt werden. Im Garten des Kindergartens St. Josef muss Platz für den Neubau geschaffen werden.

In den nächsten Tagen werden in Türkheim die Kettensägen kreischen: Um Platz für den Neubau des Kindergartens St. Josef zu schaffen, müssen einige der großen Bäume dort gefällt werden – sehr zum Bedauern der Gemeinderäte, die sich jedoch den Notwendigkeiten stellen und die Fällmaßnahmen zähneknirschend akzeptieren mussten. „So wenige Bäume fällen wie nur irgend möglich“ – das war die Vorgabe der Mitglieder des Bauausschusses an Marktbaumeister Christian Schinnagel. So „acht bis neun Bäume, davon drei oder vier größere“ müssten es aber wohl sein, machte Schinnagel den Räten klar, denn der bereits beschlossene Neu-/Anbau des Kindergartens St. Josef braucht Platz und auch für die Andienung mit Baumaschinen und für Stellplätze ist es unumgänglich, hier einige der Bäume herauszunehmen, so Schinnagel. Der Marktbaumeister sagte aber gerne zu, nur die wirklich absolut notwendigen Fällarbeiten vorzunehmen.

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Auch der Neubau beim Kindergarten St. Elisabeth wird nicht ohne Eingriffe in die Natur abgehen können, in diesem Fall sind es einige Büsche und eine größere Thuja-Hecke, die im Zuge der Bauarbeiten verschwinden soll. Gerade die Thuja-Hecke, die dort schon seit vielen Jahren auf der Grenze nach Süden steht, war den Gemeinderäten aber gar nicht so wichtig, schließlich handle es sich hier ja nicht um eine heimische Pflanze und deshalb sei die Hecke auch nicht besonders erhaltenswert. Viel wichtiger war den Gemeinderäten die Zusage, dass nach dem Abschluss der Bauarbeiten für den Kindergarten dann wieder großzügig Ersatzpflanzungen vorgenommen werden – auch hier ließ sich Schinnagel gerne eine entsprechende Zusage abringen.

Hartnäckiger waren die Gemeinderäte aber beim Waaghaus – auch hier sind die Planungen ja schon so weit vorangekommen, dass im Frühjahr die ersten Arbeiten anstehen. Und dabei sei es unvermeidlich einen großen Busch direkt am Gebäude zu entfernen, um dort ein Baugerüst aufstellen zu können.

Türkheimer Gemeinderäte kämpfen um einen alten Apfelbaum beim Waaghaus

Damit konnten sich die Mitglieder des Bauausschusses noch abfinden, die geplante Abholzung eines alten Apfelbaumes an der Grenze zur Straße war ihnen dann aber doch zuviel des Guten. Hier solle unbedingt darauf geachtet werden, dass dieser alte Baum erhalten werden kann.

Die Bauarbeiten sollten eben entsprechend rücksichtsvoll vorgenommen werden, hieß es. Und wenn der knorrige Baum dann nach Abschluss der Baumaßnahmen noch gesund genug und damit erhaltenswert sei, dann müssten eben die dort vorgesehenen Stellplätze umgeplant werden. Auch Bürgermeister Christian Kähler ließ gar keinen Zweifel daran, dass die Gemeinde ihr Möglichstes dafür tun werde, wirklich nur dann die Kettensäge einzusetzen, wenn es gar nicht anders geht: „Wer mich kennt, der weiß, dass es mir sehr wichtig ist, dass unser Ort grün bleibt“, so Kähler.

Türkheimer Entsorgungsfirma will 95 Tonnen kommunalen Klärschlamm zwischenlagern

Ein Entsorgungsbetrieb will auf einem Grundstück an der Schützenstraße zumindest zeitweilig bis zu 95 Tonnen Klärschlamm zwischenlagern. Derzeit gebe es bei der Verwertung von kommunalem, ausgefaultem und abgepresstem Klärschlamm einen Entsorgungsengpass in Deutschland, weil zusätzliche Bestimmungen in der Düngemittelverordnung die landwirtschaftliche Verwertung stark begrenze. Einige Gemeinderäte hakten nach und wollten genau wissen, ob die Nachbarn und auch die nahe liegenden Fast-Food-Restaurants durch Geruchsbelästigungen beeinträchtigt werden. Marktbaumeister Schinnagel konnte diese Bedenken aber weitgehend entkräften, da der kommunale Klärschlamm bereits ausgefault sei und eine Geruchsbelästigung damit nicht stattfinde, so Schinnagel.

Dem widersprach jedoch Rudolf Mendle (Grüne), der selbst recherchiert habe und dabei durchaus zur Auffassung gekommen sei, dass es durch kommunalen Klärschlamm sehr wohl zu Geruchsproblemen kommen könne.

Die Verwaltung wurde daraufhin vom Bauausschuss beauftragt, mit der Immissionsschutzbehörde des Landratsamtes Unterallgäu Kontakt aufzunehmen und eine mögliche Geruchsbelästigung abzuklären. Der Antrag wurde auf die nächste Bauausschuss-Sitzung vertagt.

Erst vor wenigen Monaten hat der Gemeinderat einen Bebauungsplan für Irsingen überarbeitet und verabschiedet, schon lag eine Bauvoranfrage für den Bau eines Einfamilienhauses in der Dorfstraße vor, die von den Vorgaben dieses Bebauungsplanes abweicht. Doch gegen die geringfügigen Überschreitungen der Baugrenzen hatte der Gemeinderat ebenso wenig einzuwenden wie gegen die Abweichungen bei Firstausrichtung und Dachneigung. Die Ratsmehrheit schloss sich damit auch Josef Vogel (FW) an, der es ausdrücklich begrüßt hatte, wenn wie in diesem Fall innerorts eine Baulücke geschlossen werde, statt dafür neue Baugebiete ausweisen zu müssen.

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Noch immer nicht anfreunden konnte sich der Bauausschuss auch für den überarbeiteten Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus in der Stauferstraße, wo ein Bauträger auf einen gut 800 Quadratmeter großen Grundstück fünf Wohneinheiten bauen will. Weil die Frage nach den Stellplätzen nicht abschließend geklärt werden konnte, soll jetzt noch einmal umgeplant werden.

Geringfügig abweichend von den Vorgaben des Bebauungsplanes will ein Bauherr im Baugebiet „Obere Änger-Nord“ ein Zweifamilienhaus mit Doppelgarage und Carport bauen. Gegen die abweichende Firstrichtung hatten die Räte ebenso wenig Einwände wie gegen die vorgesehenen anthrazitfarbenen Dachziegel. Mehr Probleme hatten sie jedoch mit dem offenen Carport, der näher zur Straße geplant ist als im Bebauungsplan vorgesehen. Da aber die unmittelbar betroffenen Nachbarn mit ihrer Unterschrift ihr Einverständnis zu dieser Planung erklärt hatten, gab auch der Bauausschuss sein Okay.

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