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Heimat

09.11.2017

Der Raubmord von Mittelrieden

Martin Schalk (Mitte) hat 20 Jahre lang an der Chronik für Hohenreuten gearbeitet. Nur dank einer Spende des Freizeitclubs (links der Vorsitzende Matthias Schalk) und der Gemeinde Oberrieden mit Bürgermeister Robert Wilhelm konnte das Buch erscheinen. Das Luftbild im Hintergrund zeigt Hohenreuten.
Bild: Siegfried Saumweber

Martin Schalk erinnert in seiner Chronik über Hohenreuten auch an dunkle Seiten

Die Gegend liegt abgelegen, hat aber gerade deshalb ihren besonderen Reiz bewahrt. Hohenreuten, Hohenschlau, Baumgärtle, Brandstetten und Spitzispui sind Weiler, die zu Oberrieden gehören und in denen kaum mehr als 500 Menschen leben. Wer meint, dort gehe das Leben immer seinen ruhigen Gang, der sollte das Buch von Martin Schalk zur Hand nehmen.

Vor fast 100 Jahren war die idyllische Gegend um Oberrieden Schauplatz eines blutigen Verbrechens. Dass diese dramatischen Ereignisse nicht vergessen wurden, ist Martin Schalk aus Hohenreuten zu verdanken. Der frühere Mitarbeiter der Baywa kennt nicht nur Land und Leute. Er hat alles, was er über seinen Heimatort und die Nachbarortschaften erfahren konnte, in einer mächtigen Chronik zusammengetragen. Das Werk ist dieser Tage erschienen und kann beim Autor bestellt werden (Telefon 08265/7820). Auch in den Geschäftsstellen der Raiffeisenbank Oberrieden und Breitenbrunn wird das Buch bereitgehalten. Möglich war das Erscheinen übrigens nur, weil die Gemeinde Oberrieden und der Freizeitclub Hohenreuten mitfinanziert haben. 20 Jahre hat Schalk geforscht.

Dabei ist der 66-Jährige auch auf die dramatischen Ereignisse aus dem Jahr 1920 gestoßen. Damals waren die Bewohner von einer Reihe schwerer Einbruchdiebstähle beunruhigt. Dabei war es in Mittelrieden zu einem grausamen Raubmord gekommen. Eine Einbrecherbande von zwölf Männern – alle um die 20 Jahre jung – aus der Gegend zwischen Breitenbrunn, Pfaffenhausen und Oberrieden hatte die Region unsicher gemacht. Zwei von ihnen konnten des Mordes an einem Mann überführt werden. Dieser war mit einer Browning erschossen worden. Vor dem Volksgericht Memmingen leugneten die Verdächtigen lange, gestanden am Ende aber und wurden zum Tode verurteilt. Ihre Beute betrug übrigens läppische zwölf Mark. (jsto)

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