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MZ-Adventskalender

03.12.2011

Der Schrauber und Tüftler

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Träume haben bei Christian Negele aus Tussenhausen keine Flügel, sondern Tragflächen. Das Lieblingsstück des begeisterten Modellfliegers ist seine gelb-rote Dornier Do 27.
Bild: Fotos: Stoll

Christian Negele begeistert sich seit fast 20 Jahren für Modellflugzeuge. Sein großer Traum heißt Dornier Do 27

Tussenhausen/Thannhausen So manche Tür bliebe wohl für immer verschlossen, wenn da nicht Vater oder Mutter wären. Christian Negele ist von Kindesbeinen an von seinem Vater zum Modellfliegen mitgenommen worden. Im zarten Alter von zwölf Jahren fing er dann Feuer für dieses Hobby. Sein Vater hatte so lange in der Werkstatt herumgeschraubt, gesägt und gebohrt, bis dessen selbst gebaute Maschinen in den Himmel abhoben. Den Buben hat das immer fasziniert. Heute teilen Vater und Sohn diese Leidenschaft. Jede freie Minute gehört bei Christian Negele seiner großen Leidenschaft, dem Modellflug.

Zuhause ist der 31-jährige Spengler in Tussenhausen. Wer ihn aber sicher antreffen will, fährt am besten gleich aufs Vereinsgelände der Modellfluggruppe Krumbach nach Thannhausen. Neben dem Start- und Landeplatz für Segelflugzeuge haben sich die Modellflugfreunde eingerichtet. Auch sie besitzen ihre eigene kleine Startbahn. Dazu gehört ein Vereinsheim, in dem es an nichts fehlt. Frischer Kaffee, gekühltes Bier – alles vorhanden.

Dreimal die Woche, wenn das Wetter mitspielt, ist Christian Negele draußen anzutreffen. Aber was heißt schon schlechtes Wetter. Das gibt es eigentlich nicht. Allenfalls eignen sich bestimmte Flugzeugtypen besser für gutes Wetter, andere eben weniger. Sollte Schnee fallen, dann holt Christian Negele eben die kleinen, wendigen Maschinen aus dem Keller und rüstet sie mit Skiern aus. Negele kann aus zwölf Maschinen auswählen. Fast alle hat er selbst konstruiert und zusammengebaut. Tausende von Arbeitsstunden stecken da drin.

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Seine absolute Lieblingsmaschine ist eine Dornier Do 27 mit einem Verbrennungsmotor über 95 Kubikmeter. „Das war immer ein großer Traum von mir“, erzählt er, während er die Maschine startklar macht. Für mehrere Tausend Euro hat er sie gekauft. An diesem Nachmittag dient die Dornier als Schlepper für einen Segler.

Der wiederum gehört Artur Pfitzner aus Dinkelscherben. Auch er hat längst eine Art Nebenwohnsitz auf dem Fluggelände bezogen, wenn er nicht im Büro arbeiten muss. Christian Negele und Artur Pfitzner verstehen sich blind. Es gab auch Zeiten, da hätten beide gerne selber Flugzeuge geflogen. Finanziell konnten sich die beiden diese Leidenschaft aber nicht leisten. „Heute bin ich drüber weg“, sagt Negele. Selbst wenn er im Lotto gewinnen würde, damit würde er nicht mehr anfangen.

Vielleicht auch deshalb, weil er weiß, wie sehr ihn schon seine Modellflieger zeitlich binden. „Das ist ein Fass ohne Boden“, räumt er selbst ein. Er kennt sich aber auch mit unterschiedlichen Materialien aus, wie kaum ein anderer. Kunststoffe, Holz, Glasgewebe, Metall – mit all diesen Stoffen arbeitet Negele und macht daraus Flugzeuge. Der schwäbische Tüftler, er könnte gut als leidenschaftlicher Modellflugfreund angefangen haben.

Seine Frau kennt das alles nicht anders. Der Keller in Tussenhausen, in dem die Werkstatt untergebracht ist, ist sein Heiligtum. Sie begeistert sich für Pferde und reitet Turniere. Auch sie ist gerne für ihr Steckenpferd unterwegs.

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