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05.07.2010

"Der Tsunami des Gesundheitssystems"

Bad Wörishofen Auf Anregung von Bürgermeister Klaus Holetschek wurde jetzt ein neues Gesundheitsprojekt in der Kneippstadt auf den Weg gebracht. Es heißt "Forum zur Gesundheitswirtschaft" und findet in Zusammenarbeit mit dem Münchner Pharmakonzern MSD Sharp & Dohme statt. Die Auftaktveranstaltung im Kursaal trug den Titel "Diabetes Dialog" und ging damit auf eine Krankheit ein, von der in Europa immerhin 50 Millionen Menschen betroffen sind.

Vier Referenten nahmen sich an diesem Abend des Themas an und beleuchteten es von verschiedenen Seiten. Im Foyer konnten sich die Gäste den Blutzuckerwert messen lassen. Zunächst ging Dr. Peter Schneiderbanger mit dem Titel "Kennen Sie ihr Diabetesrisiko?" auf die Krankheit selbst ein. Er hob hervor, dass in Deutschland derzeit immerhin zehn Prozent der Bevölkerung betroffen sei und die Zahl durchaus auf das Doppelte steigen könne, wenn nicht gegengesteuert würde. Er erläuterte die Ursachen und Risikofaktoren und zeigte die richtige Messmethode auf. 44 000 Schlaganfälle, 28 000 Amputationen und 6000 neue Dialysefälle jährlich als Folge von Diabeteserkrankungen ließen die Besucher aufhorchen.

Laut Dr. Matthias Neff seien es vor allem Gefäßschäden, die durch den Diabetes verursacht würden. Immerhin würden 55 % der Diabetespatienten an einem Herzinfarkt sterben. Dr. Neff ging auf die Risikofaktoren, Diagnostik und Therapien bei Gefäßerkrankungen ein. Seine Empfehlung war eine frühzeitige Diagnostik, damit die Behandlung möglichst früh begonnen werden kann.

Christian Altschuh vom Kooperationspartner MSD Sharp & Dohme befasste sich danach hauptsächlich mit dem wirtschaftlichen Aspekt der "Volkskrankheit Diabetes". Sie sei fast als " Tsunami des Gesundheitssystems im 21. Jahrhundert" zu bezeichnen, so enorm seien die Zahlen auch bei Kindern schon im Steigen. Dies sei eine besondere Herausforderung für die gesamte Finanzierung des Gesundheitssystems. Allein das frühere Ausscheiden aus dem Berufsleben verursache einen Schaden von rund 15 Milliarden Euro. Mit Behandlung allein könne das Problem kaum gelöst werden. Wichtiger erscheine ihm ein völliges Umdenken in Richtung Systeminnovationen, an denen alle beteiligt seien. Das eigene Gesundheitsbewusstsein und die Prävention müssten gestärkt werden.

Schließlich ging im letzten Referat Dagmar Althen als Diplomökotrophologin auf die sinnvolle Ernährung bei Diabetes ein. "Sahnetorte bei Diabetes" war ihr Thema und zeigte auf, dass es möglich ist, auch mit Genuss dem Diabetes vorzubeugen. (heb)

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