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Ausstellung

18.11.2017

Der individuelle Blick aufs Objekt

Johann Jörg zeigt bis Ende November seine Bilder im Salon des Mindelheimer Kunstvereins.
Bild: Schlegel

Johann Jörg zeigt seine Werke im Mindelheimer Salon

Zum vorletzten Mal in diesem Jahr öffnet der Kunstverein seine Räume für einen neuen Künstler: Bis zum 27. November stellt Johann Jörg seine Bilder aus. Doch ist „Der Salon“ im November und Dezember nicht nur Ausstellungsraum, sondern ein Ort vielfältiger Begegnung. Neben einer Lesung wird es zwei Konzertabende und ein weiteres Kunstgespräch mit Christian Schedler geben. „Wir sind richtig ausgebucht, da ist noch einiges los“, erklärte Vorsitzende Christel Klemenjak. Auch die Vernissage von Johann Jörg war wieder gut besucht. Jörg malt seine Bilder unter dem Pseudonym „Eschenlohe“, was schlicht damit zu tun hat, dass er in der Eschenloher Mühe nahe Kirchheim wohnt. Das Objekt renoviert er Stück für Stück. Kreativität und Gestaltung sind damit Teil seines Lebens, motivieren und inspirieren ihn.

Eine Begegnungsstätte für Künstler schwebt ihm vor, eine Idee, die ihn schon lange begleitet. Seine eigene Malkunst indessen ist noch recht jung. Nach einem Unfall und der Einschränkung seiner Arbeitsfähigkeit vor zweieinhalb Jahren habe seine Frau ihm kurzerhand Pinsel und Farbe in die Hand gedrückt, um ihn zu „beschäftigen“, wie er mit einem Augenzwinkern erzählte. Gewiss weil sie gewusst hatte, dass die Kunst ihn schon immer interessierte. „Ich habe mir dann Fachbücher gekauft und einige Maler studiert und einfach mal angefangen.“

Doch auch wenn große Künstler ihm damit die ersten Wege zum Malen geöffnet haben und sich auch Spuren derselben in seine Werke schleichen, will Jörg keinesfalls kopieren. „Das geht ja ohnehin nicht, das würde zwangsläufig frustrieren, weil man an den großen Meister nicht herankommt“, sagt er. Vielmehr geht es ihm darum, seinen eigenen Blick auf das Objekt zu werfen. Meistens sind es Menschen, die er malt, bevorzugt Frauen, am liebsten nach Schwarz-Weiß-Fotos, nur dann kann er wirklich unvoreingenommen seinen eigenen Blick auf den Menschen werfen und in das Bild einbringen. Die Farben wären schon wieder eine Einflussnahme, der er sich eigentlich entziehen will. Jörg ist ein intuitiver und ebenso fleißiger Maler.

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Bei der Vorauswahl allerdings, erzählte Klemenjak, sei sie beinahe umgefallen, da habe sie „zensieren“ müssen, denn über 100 Bilder standen in der „engeren Wahl“, das hätte den Salon freilich gesprengt. Nun ist den beiden eine spannende und sicherlich auch repräsentative Auswahl gelungen. (tisch)

Die Ausstellung ist geöffnet bis 27. November immer dienstags und mittwochs von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 16 Uhr.

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