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Bürgerversammlung

05.11.2012

„Die Bilanz kann sich sehen lassen“

Bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Mindelstuben lauschten die Dirlewanger den Ausführungen von Bürgermeister Alois Mayer.
Bild: Harry Klofat

Dirlewangs Bürgermeister Alois Mayer zeigt sich vor allem mit dem hohen Anteil an erneuerbaren Energien in der Gemeinde zufrieden

Dirlewang Weitgehend im Zeichen des Berichtes von Bürgermeister Alois Mayer stand die Bürgerversammlung in Dirlewang. Eineinhalb Stunden sprach Mayer in einem „Rundumschlag rund um das gemeindliche Leben“, wie er seinen Vortrag selbst bezeichnete über die gesamte Bandbreite der Pflicht- und freiwilligen Aufgaben. „Die Bilanz kann sich sehen lassen“, lautete am Ende Mayers Resümée.

Bei den Finanzen sei es gelungen, erläuterte der Bürgermeister, in den vergangenen fünf Jahren ohne Kreditaufnahme auszukommen und den Schuldenstand von 1,74 Millionen Euro im Jahr 2007 auf aktuell 984000 Euro praktisch zu halbieren. „Und dies, obwohl die Gemeinde in den fünf Jahren kräftig investiert hat.“

Vor allem in den Straßenbau- und unterhalt seien große Mittel geflossen. Daneben nannte Mayer auch den Bau der Kinderkrippe. „Hier hat Dirlewang seine Hausaufgaben gemacht. Für jedes Kind steht ein Krippenplatz bereit und wir können sogar den anderen Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft Plätze anbieten, vorausgesetzt es gibt – wie momentan – freie Kapazitäten.“ Für das kommende Jahr sei die energetische Sanierung des Kindergartendaches vorgesehen, für das im Investitionsprogramm 125 000 Euro eingeplant sind.

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Wesentlich mehr Geld ist nötig, wenn in den nächsten beiden Jahren die Kanäle in der Gemeinde saniert werden müssen. „Die Schadensuntersuchung für den Ortsbereich Dirlewang ist abgeschlossen“, sagte Mayer, „die Kostenschätzungen für die Sanierungsarbeiten belaufen sich auf 210000 Euro.“ Noch teurer könnte es im Ortsteil Altensteig werden, da dort die Kanäle bereits älter sind. 2013 kämen auf die Bürger jedoch keine zusätzlichen Belastungen zu, sicherte Mayer zu, erst 2014 werde der Marktgemeinderat beraten müssen, ob die fälligen Kosten über eine Erhöhung der Abwassergebühren oder über eine Investitionsumlage bezahlt werden.

Mit der Sanierung des denkmalgeschützten Heimathauses Taverne komme auf die Gemeinde eine schwierige Aufgabe zu, listete der Bürgermeister einen weiteren wichtigen Punkt für die Planung der nächsten Jahre auf. Die aktuelle Bestandsaufnahme eines Architekturbüros beziffert die Kosten für die Außensanierung mit 492000 Euro. „Nun müssen wir ausloten, inwieweit welche Maßnahmen bezuschusst werden.“

83 Prozent der Energie werden regenerativ erzeugt

Breiten Raum in Mayers Ausführungen nahmen die Energie- und Umweltangelegenheiten ein. Die Energiebilanz des Marktes lag 2011 bei fast 83 Prozent. „Das heißt, 83 Prozent der in Dirlewang verbrauchten Energie werden regenerativ in der Gemeinde erzeugt“, legte der Bürgermeister dar. Dafür erhielt die Gemeinde sogar eine Auszeichnung. Das Pumpspeicherkraft-Projekt von Manfred Guggenmos (wir berichteten) habe man inzwischen von Brüssel bis Berlin und München den politisch Verantwortlichen vorgestellt, „aber es ist ein mühsamer und langwieriger Prozess, hier etwas in Bewegung zu bringen.“ Er habe, so Mayer, das Gefühl, dass in Sachen Energiewende keiner so recht wisse, wohin der Kurs gehe und niemand wolle Verantwortung für Entscheidungen übernehmen.

Erfreulich hingegen sei die gute Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt. Der Hochwasserschutzdamm habe sich bestens bewährt und mit der Renaturierung der Mindel habe sich die Natur neue Lebensräume erobert. Der seltene Storchschnabelbläuling – dabei handelt es sich um einen Schmetterling – sei im Bereich des Auengrabens ansässig und ist in einer umfassenden Studie dargestellt worden. „Und auch der Biber ist wieder da“, sagte Mayer. Ebenfalls erfreulich ist nach Mayer, dass es gelungen sei, das Edekageschäft als Vollsortimenter im Dorf zu behalten. Momentan errichtet Edeka im südöstlichen Bereich von Dirlewang den neuen Laden. Damit einher geht die Umgestaltung der früheren B 16, die einen Fahrbahnteiler erhält.

Die Diskussionsrunde im Anschluss an den Tätigkeitsbericht des Bürgermeisters fiel kurz aus. In den nur fünf Beiträgen der Bürger wurden die zu hohen Zäune und Hecken im Bereich von Straßeneinmündungen angesprochen. Die mögliche Errichtung eines Abenteuerspielplatzes war ein weiteres Thema, ebenso die Aufnahme des Mitteilungsblattes ins Internet.

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