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Festival der Nationen

10.10.2019

Die Frage nach dem Geld vom Staat

Das Festival der Nationen im Kursaal von Bad Wörishofen.
Bild: Bernd Feil

Warum Bad Wörishofen für das Festival der Nationen keinen Zuschuss beim Freistaat beantragt.

Die letzten Akkorde des 25. Festivals der Nationen sind verklungen, das Star-Aufgebot war zum Jubiläum enorm, allein die Konzerte hörten 5500 Besucher. Dazu kamen noch die zahlreichen Gäste des kostenlosen Musikfestes. Natürlich ging es angesichts des Aufwands, der da getrieben wird, auch um die Frage nach dem Geld. Warum denn der Freistaat Bayern das Festival nicht fördert, so wie er es ja auch andernorts tut, war so eine Frage. Die Antwort des zuständigen Wissenschafts- und Kunstministeriums an unsere Zeitung dazu lautete sinngemäß: Weil das bislang niemand beantragt hat.

Die Stadt Bad Wörishofen dagegen unterstützt das Festival weiterhin, heuer galt erstmals der neue Vertrag vom 18. Mai 2018. Dieser regelt den Zuschuss für die Jahre 2019 bis 2023. Damals hieß es, das Festival bringe gut 1000 zusätzliche Übernachtungen in die Stadt. „Der Zuschuss der Stadt für nachgewiesene Werbekosten, Übernachtung und Verpflegung der Künstler und Pausenempfang beträgt danach 68.000 Euro“, teilt Rathaus-Sprecherin Karin Donath mit. Zuvor hatte die Stadt noch 142.000 Euro bezahlt. „Staatliche Förderungen für das Festival erhält die Stadt Bad Wörishofen derzeit nicht.“ Es gibt noch eine private Förderung durch den Verein „Musik der Nationen“. Der Verein hat allein in den Jahren 2010 bis 2017 das Festival mit rund 850 000 Euro gefördert. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft wiederum unterstützt das vbw-Festivalorchester, bislang rund eine Million Euro in zehn Jahren.

Der Landkreis engagiert sich in Bad Wörishofen, dazu viele Förderer

20.000 Euro hat zudem der Landkreis Unterallgäu im Jubiläumsjahr beigesteuert. Die Festival-Förderung hatte auch Bayerns Kultusminister Michael Piazolo als Eröffnungsredner kurz angeschnitten. Sein Ministerium teilt auf Nachfrage mit, dass das Kultusministerium über die Stiftung „art131“ das vbw Festivalorchester unterstütze.

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Dass die Stadt Bad Wörishofen beim Kunstministerium keinen Förderantrag für das Festival der Nationen gestellt habe, sei richtig, teilt Bürgermeister Paul Gruschka (FW) auf Nachfrage mit. Er selbst hatte 2017 eine solche Förderung öffentlich ins Gespräch gebracht und im Vorfeld der Vertragsverlängerung auch prüfen lassen, wie er sagt.

So argumentiert Bürgermeister Paul Gruschka

Vieles spricht laut Gruschka für eine Förderung, ein wichtiger Punkt aber offenbar dagegen. Gruschka selbst hält das Festival der Nationen für eine Veranstaltung im Sinne der Zuschuss-Grundsätze. Er sehe eine überregionale Bedeutung des Festivals im Sinne dieser Grundsätze. Dafür sprächen auch etwa die Zuschüsse des Landkreises. Auch die Höhe der Aufwendungen für das Festival könnten eine Überregionalität gut begründen, so Gruschka. „Nicht erfüllt ist aber die Voraussetzung, wonach das Festival der Nationen ohne die Gewährung von staatlichen Zuschüssen nicht hätte durchgeführt werden können“, erläutert der Bürgermeister. Zudem sei die Stadt Bad Wörishofen nicht der Veranstalter.

Man habe durch die zahlreichen Unterstützer das Festival aber auch heuer gut durchführen können. Darauf könnten alle Förderer stolz sein, so Gruschka. Das Festival werde auf mehreren Schultern getragen. „Wir hoffen, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird und wir Zuschüsse des Freistaates Bayern nicht beantragen müssen.“

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