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Ettringen

06.12.2018

Die Freude über die neue Straße ist gebremst

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Gut ein halbes Jahr lang mussten Autofahrer zwischen Ettringen und Forsthofen Geduld mitbringen, jetzt ist das Teilstück der Staatsstraße 2017 fertig. Doch noch immer fehlt ein 650 Meter langes Teilstück, dessen endgültiger Ausbau am Widerstand des Grundstücksbesitzers scheitert. Nun droht sogar ein möglicherweise langwieriges Enteignungsverfahren.
Bild: Franz Issing

Die Staatsstraße 2027 zwischen Ettringen und Forsthofen ist wieder befahrbar. Weil sich ein Grundstücksbesitzer weiter querstellt, droht aber ein Verfahren.

Wer in den vergangenen sechs Monaten von Mittelneufnach in Richtung Schwabmünchen mit dem Auto fahren musste, wurde auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Damit ist es jetzt vorbei: die Sperrungen und zeitraubenden Umleitungen sind Vergangenheit. 1,9 Millionen Euro hat der Ausbau der Staatstraße 2017 gekostet.

Dafür ließ das Straßenbauamt Kempten eine 1,8 Kilometer lange Trasse erneuern, die sich sich von Forsthofen bis zur Abzweigung nach Aletshofen und östlich von Höfen bis zur Landkreisgrenze erstreckt. Auf dieser Strecke wurden enge Kurven abgeflacht und die Fahrbahn wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf 6,50 Meter verbreitert.

Nach zwei Bauabschnitten steht aber immer noch ein dritter an. Die Sanierung eines 650 Meter langen Teilstücks, die aber verschoben werden muss, weil ein Grundstückseigentümer sich quer stellt und sein Stück Land nicht hergeben will.

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So kommt es wohl in nicht allzu langer Zeit für Bauabschnitt 3 zu einem Planfeststellungsverfahren und gegebenenfalls zu einer Enteignung, Beamte und Juristen nennen dies korrekt „Besitzeinweisung“. Schließlich sieht das Straßenbauamt Kempten in der St. 2027 eine wichtige Ost-West-Verbindung für den überregionalen Verkehr im Regierungsbezirk Schwaben.

Für ein Planfeststellungsverfahren müsse in der Regel mit einer Dauer von mindestens einem Jahr gerechnet werden, so das zuständige Straßenbauamt Kempten. Ein Verfahren zur Besitzeinweisung dauere dann mindestens noch einmal drei Monate – falls es keine weiteren Klagen gegen diese Entscheidung gebe. Trotz intensiver Verhandlungen bleib der Grundstücksbesitzer hart und auch gegenüber der Mindelheimer Zeitung wollte er sich nicht äußern (wir berichteten).

Mit dem Straßenbauamt gab es in Sachen Ettringen-Forsthofen keine Einigung

Die Grundstücksverhandlungen wurden vom Straßenbauamt geführt - trotz einem, laut Behörden, „Höchstmaß an Entgegenkommen“ kamen die Parteien aber nicht zu einer Einigung. Der Grundstücksbesitzer aus Höfen weigert sich hartnäckig und gibt „existenzielle Gründe“ an. Über die Unstimmigkeiten haben wir bereits im Sommer berichtet: Eine verfahrene Situation
Er könne seinen Bauernhof nicht mehr wirtschaftlich betreiben, wenn er seine Fläche an der Staatsstraße abgeben würde, teilte der Grundstückbesitzer über seinen Anwalt der Gemeinde und dem Straßenbauamt Kempten mit. Wie berichtet, hatte die Gemeinde laut Bürgermeister Sturm aufgrund ihrer Orts- und Grundstückskenntnis die Verhandlungen des Freistaats unterstützend begleitet und versucht, eine gütliche Einigung zu erzielen.

Daran scheitert der Bau eines Geh- und Radwegs

Auch der damit verbundene durchgehende Bau eines Geh- und Radweges scheitert weiterhin am Veto des Landwirts, der sich auch in diesem Fall nicht in der Lage sieht, einen Teil seines Grundstücks zu verkaufen und so den Bau des lang ersehnten Geh- und Radweges an dieser Stelle zu ermöglichen. Die Bauleitung, auch für den Radweg, liegt wie berichtet beim Staat und die Gemeinde zahlt ihren Anteil.

Weil Sicherheit auf der Staatsstraße 2027 Vorrang haben soll, spendierte die Gemeinde Ettringen parallel zu ihrem Vollausbau Geh,-und Radwege mit einer Breite von 2,50 Metern.

Bei der Finanzierung des 350 000 Euro teuren Projekts rechnet man im Rathaus mit Zuschüssen, sprich Fördermitteln in Höhe von 75 Prozent aus dem Sonderbaulast-Programm des Freistaates Bayern. Will heißen. Ettringen muss für Rad-und Gehwege 90 000 Euro locker machen. Und was noch neu ist: Die Straßenbauämter Kempten und Augsburg haben das Netz für „Pedalritter“ von Höfen bis zur Wertachbrücke in Hiltenfingen verlängert und damit die Lücke bis zum Radweg nach Augsburg geschlossen. So wurde, was lange währte, endlich gut – zumindest teilweise. Und auch die Bemühungen von Bürgermeister Robert Sturm waren erfolgreich.

Der Ettringer Rathauschef hatte 20 Jahre lang nicht locker gelassen und in Bittbriefen immer wieder die Straßenbauämter Neu-Ulm und Kempten mit der Forderung gelöchert, doch endlich den Ausbau der maroden Staatsstraße 2027 in Angriff zu nehmen. Bei einem Ortstermin mit Vertretern der Straßenbaubehörde und der Baufirma freute sich deshalb Sturm einmal mehr. „Man hat uns in Kempten nicht vergessen, nun kann das Projekt seine Meister loben.“

Fazit von Bürgermeister Sturm: „Meine Freude ist groß über das Erreichte und wird nicht gebremst von der Weigerung des Eigentümers.“

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