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Unterallgäu

22.09.2013

Die Garage soll zur Sternwarte werden

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Auf seiner Garage will Michael Wöhrle eine Sternwarte errichten. Der Gemeinderat von Amberg hat das Projekt jetzt genehmigt.

Michael Wöhrle will sich einen Traum verwirklichen: Er baut sich eine Sternwarte auf sein Garagendach. Der Gemeinderat von Amberg hat bereits zugestimmt.

Der Weltraum, unendliche Weiten. Die Sterne ziehen viele Menschen in ihren Bann. So auch Michael Wöhrle. Als ein „Gefühl der Unendlichkeit“ beschreibt es der Amberger, wenn er Sterne und Planeten sieht, die tausende von Lichtjahren entfernt sind. Schon in seiner Jugend war Wöhrle fasziniert von Technik und Physik, zum Abitur kaufte er sich sein erstes Fernrohr. Nachdem er sein Hobby aus Zeit- und Kostengründen aufgegeben hatte, entdeckte er die Sternguckerei vor fünf Jahren neu. Gemeinsam mit Sohn Christian beobachtet er seitdem den Sternenhimmel, so oft es geht.

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Zwei Stunden für das Aufbauen des Fernrohrs auf dem Feld

Genau dies ist auch ein Problem für viele Hobbyastronomen. „In unseren Breiten herrschen nicht gerade ideale Bedingungen“, erklärt Michael Wöhrle. Denn um seine Ausrüstung im freien Feld aufzubauen und genau zu justieren, braucht er ein bis zwei Stunden. Und oft genug kann dieses Vorhaben dann auch durch das Wetter zunichte gemacht werden.

Um nun flexibler und somit schneller auf das Wetter reagieren zu können, will er seine eigene Sternwarte bauen – im Dach seiner Garage. „Das hat den Vorteil, dass ich meine Ausrüstung dort aufbauen und stehen lassen kann. Wenn alles einmal genau eingestellt ist, verliere ich dadurch keine Zeit mehr“, sagt er. „Außerdem kann ich auch ganz spontan loslegen, je nach Wetterlage“, erklärt der Hobbyastronom.

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Garagendach abgesenkt: Kuppel darauf

Um das Vorhaben zu verwirklichen, muss das Dach der frei stehenden Garage gedreht und ein Teil abgesenkt werden. Darauf wird dann eine Kuppel von etwa zwei Metern Durchmesser gesetzt, die er aus England importiert. Der Amberger Gemeinderat hat den Bau am Montagabend genehmigt, auch das Landratsamt sieht keine Probleme. Je nach Wetterlage hofft Michael Wöhrle nun, noch im Herbst loslegen zu können. Denn im Winter sind die Nächte zwar oft kalt, aber dafür auch häufig klar.

Das große Problem heißt Lichtverschmutzung

Ein weiteres Problem vieler Himmelsbeobachter, die Lichtverschmutzung, lässt sich durch den Bau der Sternwarte leider nicht beheben. Doch um den Lichtern des Ortes zu entkommen, müsste die Sternwarte auf einem freien Feld stehen, weit entfernt von jeder Siedlung.

„Die richtig großen Sternwarten stehen beispielsweise in den Bergen Südamerikas. Die haben an 300 Tagen im Jahr klare Sicht und kaum Lichtverschmutzung. Aber etwas in dem Stil ist mir natürlich nicht möglich“, sagt der hauptberufliche Ingenieur. Doch mit dem Kompromiss auf dem Garagendach kann er dennoch gut leben.

Mit der Kamera einfangen, was das Auge nicht mehr sieht

Neben dem reinen Beobachten des Himmels hat der Amberger mittlerweile auch die Astrofotografie für sich entdeckt. Mit dem nötigen Know-How und der entsprechenden Technik macht er mittlerweile Bilder von faszinierender Schönheit. Das was er sieht, möglichst gut einzufangen, dies bezeichnet er als sein oberstes Ziel.

Einen neuen Planeten oder Kometen zu entdecken, damit beschäftigt er sich weniger. „Wenn ich etwas finden würde, wäre es reiner Zufall“, meint er. Doch wer weiß, es sind schließlich unendliche Weiten.

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