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Porträt

13.12.2017

Die Ideen gehen ihr nicht aus

Petra John daheim in Kirchheim am Klavier. Die gebürtige Berlinerin ist ausgebildete Opernsängerin. Doch auch der Literatur und der Malerei gehört ihr Herz.
Bild: Frieß

Aus Berlin über Ulm nach Ostfriesland und jetzt nach Kirchheim: Die Künstlerin Petra John ist schon viel herumgekommen.

Die Familie ist der Grund, warum es Petra John nach Kirchheim ins Unterallgäu verschlagen hat. Die gebürtige Berlinerin hat zwar schon viele Jahre in Ulm als Musiklehrerin und Künstlerin gewirkt, lebte zuletzt aber zehn Jahre in Ostfriesland. „Eine meiner Töchter wohnt in Oberrieden, die hat mich gefragt, ob ich nicht näher bei ihr sein will und meinen Enkelkindern beim Aufwachsen zusehen will“, gibt John Auskunft. Und da diese Gelegenheit nun mal zeitlich begrenzt sei, habe sie zugesagt.

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Wer die Wohnung der Johns betritt, dem fallen nicht nur die zahlreichen großen und kleinen farbenfrohen Bilder dort auf, sondern auch allerhand riesige Teddybären die ausgefallene Kostüme tragen. „Das sind meine Opernteddys, aus der Zauberflöte,“ erzählt die 69-Jährige. Doch denen habe sie nicht nur die Kostüme geschneidert, die ganzen Bären habe sie in mühsamer Handarbeit selbst genäht und gefüllt: anlässlich einer Ausstellung. Und jetzt bevölkern Pamina, die Königin der Nacht und Papageno ihr neues Wohnzimmer.

Die studierte Sängerin entbrannte jedoch nicht nur für die Oper, ihre wahre Leidenschaft als lyrischer Sopran waren die Schubert-Lieder, die sie oft auch mit dem bekannten Pianisten Philipp Moll aufführte. „Ich habe meine Ausbildung in der Hermann-Prey-und-Fritz-Wunderlich-Ära gemacht. Das waren damals Vorbilder von mir.“ Doch nicht nur der lyrische Gesang liegt der Künstlerin: Seit ungefähr zwanzig Jahren schreibt sie Gedichte und hat dabei schon drei Lyrikbände herausgegeben. Auch zwei Romane sind von ihr schon erschienen, oft hat sie auch Lesungen organisiert. Mal mit ihren eigenen Texten, mal mit denen anderer Autoren. Das Malen ist jedoch eine Tätigkeit, die sie schon sehr viel länger für sich entdeckt hat. Wieviele Bilder sie schon gemalt hat, weiß sie deshalb nicht. Eine ihrer letzten Serien, die mittlerweile schon oft in Ausstellungen zu sehen war, heißt Implantate in der Kunst. Darauf gekommen sei sie, als sie Rötgenbilder mit ihrem eigenen „neuen“ Knie gesehen habe. Daraufhin habe sie viele andere Aufnahmen von künstlichen Gelenken als Grundlage für diese Serie benutzt.

Musik, Literatur und Malerei: in allen drei Gebieten gibt Petra John auch Unterricht. Um die Schüler erfolgreich und fantasiereich zu fordern, vermischt sie oft zwei Themen. Malen zu einem bestimmten Musikstück zum Beispiel. Oder lyrische Betrachtungen zu einem Bild. Der Fantasie sind eben keine Grenzen gesetzt, meint sie frohgelaunt. „Langeweile? Die kenne ich nicht“, meint die energiegeladene Künstlerin. Die Ideen für Projekte und Kunstwerke gingen ihr nämlich nie aus, fügt sie hinzu. Vom wunderbaren Sonnenuntergang über dem Mindeltal, dem neuen Ausblick aus ihrem Wohnzimmerfenster, hat sie schon eine ganze Serie von Fotos gemacht. Als Vorlagen für Bilder, die sie dann mit Öl auf Leinwand fertigen will. Welch ein Gegensatz zu den Bildern von Meer, Wellen und Leuchttürmen die im Moment an den Wänden hängen. Aber ein Gegensatz der Petra John sehr gut gefällt. Schließlich entstünden daraus ja oft die spannendesten Sachen.

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