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Mindelheim

26.02.2018

Die Jazztage sind sein Baby

„Jazz isch!“-Organisator Peter Schmid.
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„Jazz isch!“-Organisator Peter Schmid.
Bild: Johann Stoll

Peter Schmid organisiert heuer zum 25. Mal das Festival „Jazz isch!“ in Mindelheim. Ein Rückblick.

„Klaus Doldinger, Abdullah Ibrahim oder die Flying Pickets. Im Nachhinein liest es sich in etwa wie ein who is who der Jazz-Szene“: Peter Schmid klingt einerseits stolz, andererseits verwundert, schließlich spricht er gerade von den Bands und Musikern die in den letzten Jahren und Jahrzehnten bei den Mindelheimer Jazztagen zu Gast waren. Eine Veranstaltung, die es ohne sein großes Engagement nicht mehr geben würde.

„Natürlich mache ich das nicht allein. Das ginge auch gar nicht“, betont der 58-Jährige. Und da es im März bereits zum 25. Mal heißt: Jazz isch! helfen mittlerweile die Kinder seiner lieben Helfer aus seinem Freundeskreis ebenfalls schon tatkräftig mit. „Es ist ja hier nicht nur mit Karten abreißen getan. Die fahren die Musiker vom Flughafen zum Hotel und dann weiter zum Veranstaltungsort. Die kümmern sich um alles Mögliche. Das ist ein tolles Team“, schwärmt Schmid in den höchsten Tönen.

Ähnlich schwärmerisch verhält es sich mit seinen Berichten über Künstler und Konzerte die er schon in Mindelheim und seit ein paar Jahren auch in Sontheim in der Dampfsäg erlebt hat. „Oft sind es die ganz leisen Abende die mir sehr lange im Gedächtnis geblieben sind“, wundert er sich. Die Faszination des Jazz jedenfalls, ist für ihn nach wie vor unverändert. „Es ist die unglaubliche Bandbreite von Soul, Blues, A-Capella bis zu Funk und Rock, die mich immer wieder begeistert.“ Und dass, obwohl er selbst kein Musiker ist, nie ein Instrument gelernt hat.

Für seine Leidenschaft investiert der Journalist ziemlich viel seiner Freizeit. Er schätzt, dass er sich im Jahr bis zu 40 Jazz Konzerte anhört; durch die Nähe zu München und seine beruflich bedingten deutschlandweiten Reisen, ist das relativ problemlos möglich. Sein Anspruch: jede Band die er zum Festival lädt, will er vorher schon live gehört haben. „Ich will nicht jemanden buchen, der nur ein, zwei gute Lieder hat“, erklärt er. Sein weiterer Anspruch: Die Leute sollen hier Musik hören, die nicht alltäglich ist. Dass das hier quasi auf dem Land ebenfalls zu moderaten Preisen möglich sei, sei auch der Spendenbereitschaft der hier ansässigen Unternehmen zu verdanken, gibt er zu bedenken.

Zu den anderen Konzertveranstaltern in Kempten oder Bad Wörishofen besteht ein freundlicher Kontakt, da herrsche kein Konkurrenzdenken. „Ganz im Gegenteil.“ Auch mit einigen Agenturen sei die Zusammenarbeit über die Jahre soweit gediehen, dass diese von sich aus Vorschläge für Künstler machten. Trotz der vermeintlich langen Tradition warnt Hauptorganisator Schmid: „Das Festival bei weitem ist kein Selbstläufer!“ Doch da es immer ungefähr zu Null hinausgegangen ist, sprich ohne große Verluste, ist Schmid doch relativ gelassen. Auch wenn er betont, dass ihn der schleichende Vorverkauf jedes Jahr wieder sehr viele Nerven kosten würde. „Und vielleicht habe ich auch deshalb kaum noch Haare auf dem Kopf“, scherzt er.

Eine Gratwanderung ohne Abstürze, ist das Bild, dass er sich selbst für das Festival überlegt hat. Schließlich sei in all den Jahren auch nur ein Konzert abgesagt worden. Und dafür sei der isländische Vulkan Eyjafjallajökull im Jahr 2010 verantwortlich gewesen. Die norwegische Sängerin Kristin Asbjörnson konnte nicht anreisen, für sie sprang kurzfristig die Band „Klazz Brothers meets Kuba“ ein. Doch nachdem der australische Trompeter James Morrison wegen der Aschewolke nur bis Singapur kam, musste Schmid dessen Konzert absagen und dem Publikum sein Geld zurückerstatten. „Aber dann ist Morrison ja im Jahr darauf gekommen“, erzählt der Mindelheimer zufrieden.

Dass die Musiker arrogant seien oder unerhörte Wünsche bezüglich ihrer Verpflegung hätten, könne er übrigens nicht bestätigen. „Je berühmter, desto pflegeleichter“, meint Peter Schmid sogar. Und er freut sich zum Beispiel schon darauf, den Norweger Ketil Bjornstad im Hotel abzuholen und dann mit ihm gemeinsam zum Forum zu laufen und ihm auf dem Weg noch etwas über seine Heimatstadt zu erzählen. Das Familiäre und die gemütliche Atmosphäre hier in Mindelheim, das seien zwei Punkte, die bei den Musikern selbst immer sehr gut ankämen, berichtet Schmid. So gut sogar, dass manche sehr gerne ein zweites Mal kommen würden. Zu vielen früheren Gästen, hat er sogar immer noch persönlichen Kontakt.

Im Jubiläumsjahr wird nicht an der über die letzten Jahre bewährten Form gerührt: Vier Abendkonzerte und einen Jazz-Frühschoppen am Sonntagvormittag gibt es. Statt eines anderen Konzepts, ist Schmid der Meinung, jedes der Konzerte in diesem Jahr sei ein eigenes spezielles Jubiläumskonzert. Wer das nicht glaubt kann sich vom 15. bis 18. März gerne selber davon überzeugen.

Jazz isch! Am Donnerstag, 15. März, eröffnet der Soulsänger Myles Sanko das Festival im Mindelheimer Stadttheater um 20 Uhr. Am Freitag, 16. März, spielt der norwegische Pianist Ketil Bjornstad ebenfalls um 20 Uhr im Stadttheater. Weiter geht es mit dem französischen Schlagzeuger Manu Katché und seinem Power Trio um 20 Uhr in der Dampfsäg in Sontheim. Beim Jazz-Frühschoppen am Sonntag, 18. März, spielt die Jazzkur Bigband zusammen mit dem Projektorchester Alljbaba in der Dampfsäg. Während dort am Abend die Münchner Formation Jazzrausch Bigband um 20 Uhr auf der Bühne steht. Karten gibt es beim MZ-Ticketservice in Mindelheim und Bad Wörishofen sowie unter der Telefonnummer 08261/991375.

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