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Sportliches Jubiläum in Breitenbrunn

13.07.2017

Die Jugend brachte den Ball ins Spiel

Diese Jugendlichen waren die ersten, die 1967 das Trikot des SV Breitenbrunn trugen. Die Herrenmannschaft folgte erst zwei Jahre später – und rekrutierte sich aus einem Großteil dieses Jugendteams.
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Diese Jugendlichen waren die ersten, die 1967 das Trikot des SV Breitenbrunn trugen. Die Herrenmannschaft folgte erst zwei Jahre später – und rekrutierte sich aus einem Großteil dieses Jugendteams.
Bild: Archiv SVB

Der SV Breitenbrunn feiert seinen 50. Geburtstag. Doch die Wurzeln reichen weiter zurück. Auch sonst können Zeitzeugen allerhand Anekdoten erzählen

Mitten im Herzen ihres Prunkstücks steht ein Tisch, an dem einige der prägenden Gesichter des SV Breitenbrunn sitzen. Da, wo sonst Schützen im Haus der Vereine um Ringe kämpfen, haben sich neben dem aktuellen Vorsitzenden Matthias Rogg die Ex-Vorstände Felix Maier, Norbert Wechsel, Friedrich Königsberger, Helmut Huber, Erwin Hefele sowie die Gründungsmitglieder Wilhelm Thoma, Josef Egger und Georg Schmid eingefunden, um als Zeitzeugen die Geschichte ihres Vereins aufleben zu lassen.

Gleich zu Beginn des Gesprächs die erste kleine Überraschung: Zwar gibt es den SV Breitenbrunn als solches seit 1967, eine erste gemeinschaftlich organisierte Sportgemeinschaft gab es aber schon lange vorher einmal. Diese gab es zwischen 1949 bis 1953. „Viele Kriegsflüchtlinge, die zunächst hier waren, zogen nach Baden-Württemberg weiter, weil es dort Arbeit gab“, sagt Felix Maier. Er führte den Verein von 1977 bis 1989. Maier, der bereits beim SC Unterrieden Geher war, gründete 1982 auch die Leichtathletikabteilung beim SV Breitenbrunn, die landesweit für Erfolge sorgte. „Wir hatten bis zu 30 Jugendliche beim Gehen und sind mit dem Bus zu Wettbewerben gefahren.“ Bereits zwei Jahre später feierten die Geher drei bayerische Meistertitel: Felix Maier, Sohn Joachim Maier und Tochter Evi Maier (heute Mang) holten den Titel. Bis heute sammeln die Geher regelmäßig für Titel und Medaillen. „Heute halt eher in den Alters- und Seniorenklassen“, sagt Maier. Neben diversen Einträgen in den Rekordlisten erzielten die Athleten des SV Breitenbrunn insgesamt zehn Senioren-Titel bei Welt- und Europameisterschaften, 27 Deutsche Meistertitel, 18 Süddeutsche, 119 Bayerische, 181 Schwäbische Meistertitel und 16 Allgäuer Meister.

Die Bauern wollten erst nicht mitspielen

Die Jugend brachte den Ball ins Spiel

Und die Fußballer? Die hatten einen schweren Stand in Breitenbrunn. „Die Landwirte wollten nicht Fußball spielen. ’I lass mir doch it d’Haxn abschlagen’ hat es da geheißen“, so Maier. Zusätzlich gab es das Problem des fehlenden Sportplatzes. Geeignetes Land von den Bauern zu bekommen, war zu der Zeit unmöglich. Zwar sei schon damals seitens des SV Schöneberg der Gedanke an eine Spielgemeinschaft aufgekommen, „doch der wurde von Breitenbrunner Seite schon damals verworfen“, sagt Erwin Hefele. Diejenigen, die Fußball spielen wollten, gingen zu den Nachbarvereinen, nach Unterrieden, Loppenhausen, Bedernau. „Wir sind mit dem Rad nach Kirchheim gefahren, um dort Fußball zu spielen“, erinnert sich Wilhelm Thoma.

Er war schließlich eine der treibenden Kräfte, die sich Mitte der 1960er Jahre einen eigenen Sportverein wünschten. „Es konnte doch nicht sein, dass rings um uns Fußball gespielt wurde, und der größte Ort keinen Verein hatte“, sagt er. Zusammen mit Hans Weiß ist der damals 17-Jährige dann auf die Suche gegangen. Auf die Suche nach Spielern und nach Unterstützern für die Vereinsgründung. Denn dafür waren die jungen Burschen von Amts wegen noch zu jung.

Ecken wurden vom Berg aus geschossen

Im Juli 1967 wurde dann der SV Breitenbrunn von 42 Personen gegründet. Gespielt wurde auf dem „Alten Sportplatz“ an der Kirchhaslacher Straße, einem Fußballplatz, dessen Maße heute wohl kaum mehr durchgewunken worden wären. „Der Platz war vielleicht 38 Meter breit. Ecken musste man praktisch vom Berg herunterschießen“, sagt Thoma und lacht.

Doch für die Jugendmannschaft – eine Herrenmannschaft gab es noch nicht – zählte allein die Tatsache, dass sie als SV Breitenbrunn am Spielbetrieb teilnehmen konnte. Zwei Jahre später gab es dann die erste Herrenmannschaft. „Wir spielten anfangs außer Konkurrenz in der Reserverunde mit“, sagt Thoma. Die Leistung sei zu Beginn noch zu gering gewesen. Erst ein Jahr später ging es tatsächlich um Punkte, auch wenn die wenigsten auf das Konto der Breitenbrunner gingen. „Wir haben fast immer mit Immelstetten um den letzten Platz gespielt“, sagt Thoma. An den ersten Sieg, ein 2:1 in Kammlach, kann er sich noch gut erinnern. Wann genau der gefeiert wurde, weiß er aber nicht: „Das war bestimmt vier, fünf Jahre später“, sagt er.

Von da an ging es aufwärts. Ein Highlight war das 6:6-Unentschieden beim großen FC Bad Wörishofen in den 1970er Jahren. „Wir haben aber auch nicht öfter als sechs Mal auf das Tor geschossen“, sagt er. Die erste Meisterschaft holte die C-Jugend im Jahr 1974. In jenen Jahren wurde auch das neue Sportheim samt Sportplatz an der Loppenhauser Straße gebaut. Jener Platz, dessen Alleinstellungsmerkmal über Jahre die tief hängenden Stromleitungen war, an denen immer wieder hohe Bälle hängen blieben. Bis 2014 spielte der SVB hier, ehe er seine neue, schmucke Sportanlage in direkter Nachbarschaft zum 2006 eröffneten Haus der Vereine bezog. Anlässlich seines Geburtstags hat eine VG-Auswahl hier vor zwei Wochen ein Freundschaftsspiel gegen den FC Memmingen ausgetragen (0:13, wir berichteten). Am kommenden und darauffolgenden Wochenende gehen die Feierlichkeiten weiter.

Die Meisterschaft als Geschenk

Doch das passendste Geschenk zur Geburtstagsfeier machten sich die Breitenbrunn bereits im Mai. Da feierte die Herrenmannschaft die Meisterschaft in der B-Klasse und den Aufstieg in die A-Klasse.

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