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Kommentar

01.08.2020

Die Kurstadt Bad Wörishofen braucht mehr Unsins

Damals noch miteinander: Siegfried Unsin (links) und Stefan Welzel, der als 2. Bürgermeister vor einem Jahr den „Blütenzauber“ in der Innenstadt eröffnete.

Plus Wer Siegfried Unsin kennt, der weiß: Mit dem selbstbewussten und manchmal granteligen Goldschmied ist nicht gut Kirschen essen, wenn man nicht (s)einer Meinung ist. Dann kommt es schon vor, dass er seinen angestauten Emotionen freien Lauf lässt und sich auch mal im Ton vergreift.

Wer Siegfried Unsin kennt, der weiß aber auch: Der ehrgeizige und zupackende Goldschmid ist eine herzensgute Seele, der vor allem eines im Sinn hat: Mit seinen Attraktionen die Attraktivität der Bad Wörishofer Innenstadt zu steigern und damit mehr kauflustige Gäste und Kunden in die Kurstadt zu locken. Und dass es in diesem Bereich enormen Nachholbedarf gibt, ist kein Geheimnis.

Seit Jahren kreiert Unsin immer neue Attraktionen, die fraglos mehr Frequenz in die Kurstadt bringen. Sei es in der Vorweihnachtszeit, an Ostern oder im Frühling mit dem bezaubernden Blütenzauber – Unsin hat sein gutes Näschen schon bewiesen, der Erfolg gibt ihm – zumindest in Teilen – also recht, wenn er auf finanzielle Unterstützung der Stadt anklopft. Denn es gehört schon zu den Aufgaben einer Verwaltung, die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts zu verbessern und gute Aktionen zu unterstützen – auch finanziell.

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Und doch ist Siegfried Unsin jetzt (wieder einmal) über das Ziel hinaus geschossen. Die Forderungen, die er via FDP-Stadträtin Alexandra Wiedemann an den Stadtrat herantragen ließ, mögen ja berechtigt sein: Nachvollziehbar sind sie zumindest für Außenstehende aber nicht. Zu diffus erscheint es, wie die tatsächlichen Kosten zustande kommen. Und genau dies wäre die Aufgabe von Unsin gewesen: hier vorab für Klarheit zu sorgen und die Stadträte nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Schließlich hat Siegfried Unsin ja auch vorab niemanden groß gefragt, welche Attraktionen er bieten will und wie die Unterstützung aussehen kann und soll – finanziell wie durch aktive Mithilfe. Er macht schon gerne „sein Ding“ und lässt sich ungern dreinreden – und das war und ist – bei allem Erfolg seiner Attraktionen – der falsche Weg.

Bürgermeister Stefan Welzel tut daher gut daran, jetzt erstmal kein zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen und sich von Unsin auch nicht provozieren zu lassen. Dass Welzel die Tür bewusst nicht zu (und Unsinn damit nicht vor den Kopf) stößt, ist besonnen, moderat und clever.

Wenn die Zornesröte erst aus den Gemütern entwichen ist, dann sollten sich alle nocheinmal an einen Tisch setzen und vernünftig miteinander reden. Denn klar ist: Ohne Unsins Attraktionen wäre Bad Wörishofen um einiges ärmer. Und klar ist auch: Nicht jedes Wort des Goldschmieds sollte man immer auf die Goldwaage legen.

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