Rettung

08.11.2018

Die Löschexperten

In der Ausbildung lernen die Feuerwehrmänner auch, einen verletzten Autofahrer aus dem demolierten Wagen zu befreien.
Bild: Hans-Peter Schneider

Vor 25 Jahren wurde die Grundausbildung der Feuerwehren neu aufgestellt. Und auch die Alarmierung wurde modernisiert

Immer mehr Verkehr bei immer gefährlicheren Gütern: Spätestens Anfang der 90er Jahre war klar: Die Feuerwehren müssen sich neu aufstellen. Die Grundausbildung der aktiven, ehrenamtlichen Feuerwehrleute bei den Wehren auch im Unterallgäu wurde deshalb vor 25 Jahren neu ausgerichtet.

In diesem Jahr feiern die zwei Fachbereiche Informationstechnik und Funk sowie die Feuerwehr-Grundausbildung ihr 25-jähriges Bestehen. Dabei galt es, eine überörtliche und einheitliche Ausbildungsgrundlage zu schaffen, um den stetig ansteigenden Ausbildungsanforderungen bei den Feuerwehren gerecht zu werden. Bereits 1986 wurde hierzu im Landkreis Unterallgäu der Fachbereich Atemschutz ins Leben gerufen, um die Grundausbildung für Atemschutzgeräteträger zu forcieren.

Mit der Berufung von Hans-Peter Schneider, Mindelheim, zum Fach-Kreisbrandmeister Informationstechnik und Funk am 1. Mai 1993 wurde von diesem eine einheitliche Funk-Ausbildung in Form von Lehrgängen und Fortbildungen organisiert. In den vergangenen 25 Jahren durchliefen etwa 4000 aktive, ehrenamtliche Feuerwehrleute aus dem Unterallgäu diese Sprechfunk-Ausbildung.

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Hinzu kamen im Laufe der Jahre weitere Lehrgänge zu verschiedenen EDV-Programmen und seit einigen Jahren auch Ausbildungslehrgänge für Führungsassistenten, die dann bei größeren Einsätzen die jeweilige Einsatzleitung organisatorisch und kommunikationstechnisch unterstützen sollen. Alle Lehrgänge und Fortbildungen zusammengerechnet wurden in diesem Fachbereich etwa 6500 ehrenamtliche Feuerwehrleute von heute 14 ehrenamtlichen Kreis-Ausbildern ausgebildet.

Der Fachbereich Informationstechnik und Funk kümmert sich darüber hinaus seit den 1990er Jahren auch darum, dass die Feuerwehren sicher alarmiert werden. Auch die Pflege der neuen digitalen Funkgeräte bei den Feuerwehren zählt dazu. Und bei größeren Schadensereignissen bietet die Kreiseinsatzzentrale Unterallgäu Unterstützung der Integrierten Leitstelle Donau-Iller.

Im Herbst 1993 wurde der Fachbereich Feuerwehr-Grundausbildung ins Leben gerufen. Erster Fach-Kreisbrandmeister war der Ottobeurer Gerhard Scheurer. 1994 übernahm Josef Gaßner aus Unterkammlach die Fachbereichsleitung und baute das Ausbildungsangebot kontinuierlich aus. Dabei leistete er viel Pionierarbeit.

Bei der lehrgangsmäßigen Grundausbildung für die 131 Unterallgäuer Feuerwehren gilt es, wie bei einer beruflichen Lehre, vor allem den jüngeren aktiven Feuerwehrdienstleistenden das notwendige handwerkliche Geschick und ein fundiertes Wissen zu vermitteln. Dazu zählen Themen wie Brennen und Löschen, Gefahren an der Einsatzstelle, Technische Hilfeleistung und Umgang mit Gefahrstoffen.

Jeder Feuerwehr-Aktive muss zwei Wochen an einem Kurs teilnehmen. Dann erfolgt die Sprechfunk-Ausbildung mit zehn Stunden, den Abschluss bildet der sechstägige Lehrgang Truppführer mit Abschlussprüfung. Danach darf sich ein Feuerwehrmann „Truppführer“ nennen und kann weitere Lehrgänge an den staatlichen Feuerwehrschulen in Bayern besuchen.

Im Laufe der Jahre wurde die Feuerwehr-Grundausbildung im Landkreis Unterallgäu um einen Lehrgang für Fahrzeug-Maschinisten erweitert. Seit ein paar Jahren wird auch die Ausbildung für einen speziellen Feuerwehr-Führerschein mit Fahrprüfung vom Fachbereich Feuerwehr-Grundausbildung angeboten.

Im Jahr 2006 übernahm Giovanni Aichele aus Lautrach den Fachbereich und sorgt seither zusammen mit seinen 30 ehrenamtlichen Kreis-Ausbildern für die fundierte Ausbildung bei den genannten Lehrgängen. Insgesamt haben in den vergangenen 25 Jahren etwa 8500 ehrenamtliche Feuerwehrleute die Feuerwehr-Grundausbildung auf Landkreisebene durchlaufen. (mz)

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