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Flugplatz

09.12.2011

Die Modellflieger hängen in der Luft

Der Türkheimer Bauausschuss hat den Bauantrag des Vereins schon wieder abgelehnt. Der Grund: Naturschutz

Türkheim Der Vorsitzende der Türkheimer Modellflieger, Peter Dittrich, hat in den vergangenen Monaten viel gekämpft. Aber jetzt geht auch ihm langsam die Puste aus: „Ich weiß nicht, wie’s weitergehen soll“, sagt er nach der vergangenen Bauausschuss-Sitzung. Wieder stand ein Antrag seiner Modellsportgruppe Flossachtal auf der Tagesordnung. Und wieder wurde der Bauantrag abgelehnt.

Auf dem alten Flugplatz wachsen Pappeln in der Einflugschneise

Eigentlich ist das Modellfliegen ja nur ein Hobby. Damit der Verein weiter bestehen kann, hat er seit einem Jahr aber sehr viel Energie in die Suche nach einem neuen Flugplatz gesteckt. Bislang nur mit eingeschränktem Erfolg. Immer wieder schien eine Lösung gefunden, immer wieder gab es für Dittrich einen Rückschlag. Trotzdem will er weitermachen, auch wenn er manchmal „nahe am Verzweifeln“ ist, wie er sagt.

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Die Probleme fingen damit an, dass im Frühjahr 2010 neben dem Flugplatz der Modellflieger ein Pappelwald angepflanzt wurde. Die Monate vergingen und die Einflugschneise auf der Wiese zwischen Türkheim und Rammingen wuchs immer weiter zu.

Also hat sich der Verein auf die Suche nach einem neuen Flugplatz gemacht – und ist schließlich auf einem Grundstück östlich von Türkheim fündig geworden. Mittlerweile liegt dafür vom Luftfahrtamt eine Zulassung für elektrische Modelle bis 25 Kilogramm vor. Verbrennermotoren sind allerdings nur bis fünf Kilogramm zugelassen. Und eine Hütte konnten die Vereinsmitglieder noch nicht aufstellen.

Die Bäume auf dem alten Flugplatz sind mittlerweile so hoch, dass nur noch Hubschrauber und ganz kleine Modelle darauf landen können, sagt Dittrich. Andere Mitglieder mit größeren Fliegern sind schon auf den neuen Platz umgezogen. Das Problem ist aber: Die Geräte stehen noch im Schuppen am alten Platz.

Denn den Bauantrag, um die Hütte auf dem neuen Platz aufzustellen, hat der Türkheimer Bauausschuss in der vergangenen Sitzung abgelehnt. Er beruft sich dabei auf die Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde: Die streng geschützten Vogelarten, die hier an der Wertach leben, müssten ungestört Nahrung für die Brut suchen können.

Diese Einschätzung ändert sich auch nicht, nachdem der Verein den neuen Antrag nur für die Elektro- und nicht für die Verbrennerflugzeuge gestellt hat, erklärt Bürgermeister Sebastian Seemüller. Der Bauausschuss hat den Antrag deshalb einstimmig abgelehnt.

Zwei Mitglieder haben ihr Hobby schon aufgegeben

„Die Gemeinde ist der Meinung, dass eine Salamitaktik – erst den Elektrobetrieb zu genehmigen und dann später doch den Verbrennerbetrieb – nichts bringt“, sagt Seemüller und betont: Natürlich würde er sich freuen, wenn der Verein einen Platz finden würde, auf dem die rund 40 Mitglieder ihr Hobby ungestört ausleben könnten.

Doch danach schaut es im Moment nicht aus. Früher sind die Modellbaufans sogar im Winter geflogen. „Da haben wir Skier und Schwimmer unten angebracht“, erklärt Dittrich. „Manche von uns sind da sehr geschickt.“ Stören würde man damit niemanden, meint er. Denn länger als ein, zwei Stunden am Stück ging das sowieso nicht, dann seien die Finger zu kalt und ohne Gefühl für die sensible Steuerung.

Diesen Winter aber hängen die Türkheimer Modellflieger in der Luft. Zwei Mitglieder haben ihr Hobby schon ganz aufgegeben, sagt Peter Dittrich. Andere überlegen, zu einem anderen Verein zu wechseln. Wie es mit der Modellsportgruppe Flossachtal weitergeht, ist noch unklar.

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