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Nahversorgung in Oberegg

04.10.2016

Die Oberegger wollen einen Dorfladen

Geht es nach den Obereggern, soll der ehemalige Edeka-Markt als Dorfladen „Unser Laden Egg“ schon bald wieder Lebensmittel, Haushalt- und Schreibwaren anbieten und so die Nahversorgung vor Ort sicherstellen.
Bild: Harry Klofat

Der derzeit leer stehende Edeka soll wieder öffnen. Eine Hürde gibt es aber noch.

Einen Namen gibt es bereits für den möglichen künftigen Dorfladen in Oberegg: „Unser Laden Egg“ soll das Geschäft heißen. Seit Monaten befasst sich ein Arbeitskreis mit dem Vorhaben Dorfladen, nun fand die Gründungsversammlung im Sportheim Oberegg statt.

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„Der Dorfladen ist ein genossenschaftliches Projekt, an dem sich alle Bürgerinnen und Bürger, nicht nur aus Oberegg, beteiligen können“, erläutert Bürgermeisterin Marlene Preißinger. Auch der Gemeinderat steht hinter der Idee. Geführt werden soll der Laden als haftungsbeschränkte Unternehmensgesellschaft mit stiller Beteiligung. 63 Teilhaber haben inzwischen Anteile gezeichnet. Im Vorfeld der Gründungsversammlung wurden die Bürger nach ihren Einkaufsgewohnheiten gefragt, 90 Prozent der Befragten – es kamen 177 Fragebögen zurück – sprachen sich für die Errichtung eines Dorfladens aus.

Laden soll nicht mit Bäckerei konkurrieren

Die Oberegger wollen einen Dorfladen

Denn seit der Pächter des Edeka-Marktes das Geschäft geschlossen hat, ist die benachbarte Bäckerei die einzige Einkaufsmöglichkeit im Ort. Das Lebensmittelgeschäft, das über Jahre hinweg die Familie Herbst geführt und vor drei Jahren schließlich aus privaten Gründen an den Pächter übergeben hatte, und die Bäckerei hatten sich seit Jahrzehnten mit ihrem Angebot ergänzt. „Ein Idealzustand für die Kunden in unserer ländlichen Region“, so Preißinger. Auch für einen künftigen Dorfladen sei die Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Bäckerei wichtig, „schließlich soll keine Konkurrenzsituation entstehen.“

„Wichtig war den Befragten“, sagt Sabine Fleschhut vom Arbeitskreis, „dass im Dorfladen der Preis für die Waren stimmt, regionale Produkte angeboten werden und die Öffnungszeiten kundenfreundlich sind“. Diese Kriterien habe man in das Konzept eingearbeitet. Gerade die Regionalität, Nachhaltigkeit und Frische des Angebots spielten bei den Überlegungen zum künftigen Dorfladen eine wesentliche Rolle. Dieser soll neben Lebensmitteln, Haushalt- und Schreibwaren auch eine Frischtheke mit besonderen „Thementagen“ bieten. Geplant sind außerdem ein Bestell- und Lieferservice sowie die Möglichkeit, im Geschäft Geld abzuheben.

Geschäft soll Lebensqualität verbessern

Der Arbeitskreis Dorfladen hat sich im Vorfeld die Expertenmeinung von Unternehmensberater Wolfgang Gröll eingeholt, der bereits mehr als 800 Lebensmittelfachgeschäfte beraten hat, darunter viele Dorfläden. Auch in den umliegenden Dorfläden wie in Wiedergeltingen, Stockheim und Irsingen informierten sich die Mitglieder des Arbeitskreises. Als Startkapital ermittelten sie einen Finanzbedarf in Höhe von etwa 70000 Euro.

„Mit den 63 bisherigen Anteilseignern sind bereits knapp 20000 Euro zusammengekommen“, sagt Bürgermeisterin Preißinger, „wir müssen aber, um starten zu können, 50000 Euro aus Eigenmitteln aufbringen, der Rest kann finanziert werden. Es werden also noch Bürgerinnen und Bürger gesucht, die bei dem Projekt Dorfladen mitmachen, sich finanziell und ideell engagieren.“

Auch Sabine Fleschhut appelliert an die Bürger: „Nutzen wir die Chance, mit der Gründung eines Dorfladens die Lebensqualität in unserer Gemeinde und den umliegenden Dörfern und Weilern nachhaltig zu verbessern.“ Ziel ist es, „Unser Laden Egg“ möglichst bald aus der Taufe heben zu können.

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