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27.09.2007

Die Päpste aus der Nähe erlebt

Bad Grönenbach (br) - Seine Markenzeichen waren Hornbrille und Kinnbart. Zeitweise war er der ranghöchste der am Vatikan akkreditierten Journalisten. Jetzt ist Luitpold A. Dorn 72-jährig gestorben.

Mehr als 40 Jahre lang hat der gebürtige Ittelsburger in Rom gelebt, um über Papst und Kurie zu berichten. Angefangen hatte er nach dem Studium von Philosophie und Theologie in Eichstätt und Erlangen als Auslandsredakteur der Katholischen Nachrichtenagentur (kna). Im April 1962 wurde er von den deutschen Bischöfen mit der Leitung der Berichterstattung über das Zweite Vatikanische Konzil beauftragt. Dorn baute auch die internationale Zusammenarbeit der deutschsprachigen katholischen Nachrichtenagenturen (CIC) auf, deren Leiter er dann für 20 Jahre war. Zehn Jahre lang arbeitete er überdies für das ZDF als Vatikan-Korrespondent.

Luitpold A. Dorn war in einer Zeit am Vatikan tätig, da es noch sehr schwierig war, an Informationen heranzukommen. Während des Konzils soll er zeitweise sogar Taschendiebe angeheuert haben, um möglichst schnell an Informationen heranzukommen.

Als Präsident der Vatikan-Journalisten setzte sich Dorn nicht selten auch für Kollegen ein, die aus irgend einem Grund in Ungnade gefallen waren und um ihre Zulassung bangen mussten.

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Sehr enger Kontakt zu Johannes Paul II.

Nach Johannes XXIII., den er nach Assisi begleitete, hatte Dorn engen Kontakt auch zu dessen Nachfolgern Papst Paul VI. und zu Johannes Paul II. Insbesondere zu Karol Woityla sei der Kontakt sehr eng gewesen, weiß Franz Dorn, der jüngste Bruder von Luitpold A. Dorn.

Noch drei Wochen vor seiner Wahl zum Pontifex war der polnische Kardinal bei Dorn zu Besuch. Fast logisch, dass der Ittelsburger auch im Papst-Flieger saß, als Johannes Paul II. Deutschland und Polen besuchte.

1985 hat sich Dorn an den Braccianer See zurückgezogen, um dort als freier Journalist zu arbeiten. Ein Dutzend Bücher hat er hier verfasst, unter anderem mit Titeln wie "Was will der Papst bei uns?" oder "Das Geheimnis Woityla". Zu seinem 70. Geburtstag hatte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, ein persönliches Glückwunschschreiben geschickt und darin "für die stets wache Begleitung des kirchlichen Lebens im Bereich der Medien" gedankt.

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